Drei Tage. Am Stück. Das ist die Zeit, die wir pro Woche vor Bildschirmen verbringen, seit Corona uns unter der Fuchtel hat und geht aus einer ganz frischen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom hervor. Umgerechnet sind das zehn Stunden am Tag und damit zwei mehr, als noch vor Beginn der Pandemie. Aber ganz ehrlich? Wir bei Social Media Konzepte hätten auch 12 Stunden gekauft, so sehr hat sich unser digitales Leben und Arbeiten in den letzten zwei Jahren verändert. Was das Virus sonst noch mit uns angestellt hat – wir haben die wichtigsten Trends aus der Umfrage für euch zusammengefasst.

Deutsche verbringen 10 Stunden am Tag vor dem Bildschirm.

Netflix und Co. auf dem Vormarsch

Videostreaming, Videotelefonie und, wer hätte das gedacht, das Online-Shopping sind in der Pandemie stark angestiegen.Videostreaming, Videotelefonie und, wer hätte das gedacht, das Online-Shopping sind in der Pandemie stark angestiegen. Dabei geht rund ein Viertel der zusätzlichen Zeit vor den Screens unterschiedlicher Devices auf das Konto von Netflix und Co. Wir schauen heute 24 Minuten länger am Tag Serien, Filme und Dokus als vor der Pandemie und sind damit bei rund einer Stunde täglich angekommen. Na gut. Dass nicht alle die zusätzliche Zeit im Lockdown oder unter lockdown-ähnlichen Bedingungen zuhause auf dem Stepper verbringen würden, war absehbar. Wir haben schon früh dokumentiert, wie schnell sich alte und neue Streaming-Dienste als Profiteure der Pandemie abgezeichnet haben. Schaut gerne mal hier rein.

Wer hat vor zwei Jahren schon gezoomt?

And the next winner is: Videotelefonie! Laut Bitkom haben wir vor zwei Jahren im Durchschnitt gerade mal 5 Minuten täglich privat geskypt, gezoomt oder gefacetimed. Kann man sich kaum noch vorstellen, oder? Heute liegt dieser Wert bei rund einer halben Stunde, 27 Minuten, um genau zu sein. Aber auch hier gilt: Für uns als Social-Media-Agentur ist dieses Umfrageergebnis nicht wirklich überraschend. Wir standen schließlich zu Pandemiebeginn mit den ganzen Kontaktbeschränkungen vor der existenziellen Frage, wie wir künftig sämtliche Kundenkontakte, Workshops und ähnliches organisieren müssten, um weiter im Geschäft zu bleiben. Unsere Chefin Anja hat diesen Veränderungsprozess hin zu Zoom und anderen nach einem Jahr hier anschaulich beschrieben. Und Judith hat den neuen Trend schon damals gleich zur Kundenakquise genutzt – hier nachzulesen.

Online-Shopping: Investierte Zeit verdoppelt

Heute verbringen wir mehr als doppelt so viel Zeit als vor zwei Jahren mit Online-Shopping.Als dritten großen Gewinner in der digitalen Ökonomie kann man laut der Umfrage das Online-Shopping ausmachen. Heute verbringen wir mehr als doppelt so viel Zeit als vor zwei Jahren damit, im Netz allerlei Nützliches und – wir natürlich nicht – viel unnützes Zeug zu erwerben. 24 Minuten sind es jetzt täglich. Wobei wir darauf hinweisen möchten, dass Online-Shoppen explizit NICHT zu den Tipps gehörte, die wir zu Beginn der Pandemie schon nach den ersten vier Wochen im Homeoffice hier veröffentlicht haben.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Die intensivere Nutzung digitaler Geräte geht auch mit einer gestiegenen Nachfrage einher. 37 Prozent der Befragten haben im vergangenen Jahr aufgrund von Corona neue Devices oder zusätzliche Software angeschafft oder auch zusätzliche Dienste in Anspruch genommen.
  • Unter älteren Menschen hat Corona einen weiteren Digital-Boom ausgelöst. Von den Seniorinnen und Senioren über 65 Jahre nutzen mittlerweile drei Viertel (75 Prozent) digitale Technologien häufiger als zuvor – vor einem Jahr war das erst bei der Hälfte (51 Prozent) der Fall.
  • Digitalisierung im Alltag noch wichtiger: 86 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen entsprechende Technologie in mindestens einem für sie relevanten Lebensbereich helfe. Ganz oben steht dabei die Arbeit: 7 von 10 Erwerbstätigen (69 Prozent) sagen, dass sie dank digitaler Technologien besser durch die Pandemie gekommen sind.
  • Fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten geben an, mit Blick auf die Pandemie den Informationen von RKI, Ministerien und Behörden zu vertrauen. Gleichzeitig sorgen sich drei Viertel (76 Prozent) auch über die Verbreitung von Falschinformationen zu Corona in den sozialen Medien. Fast jede und jeder Zweite (48 Prozent) habe schon einmal versucht, Familienmitglieder, Freundinnen oder Freunde über Falschinformationen zu Corona aufzuklären.

Sehnsucht nach Analogem wächst

Nach zwei Jahren Pandemie sehen die Leute sind nach Analogem.Für die Bitkom-Statistik wurden mehr als 1.000 Personen ab 16 Jahren in Deutschland befragt. Die meisten Ergebnisse sind wie erwähnt nicht übermäßig überraschend. Informativ sind sie aber allemal und wir empfehlen, sie hier ausführlicher nachzulesen. Achim Berg, Präsident der Bitkom, hat übrigens auch eine irgendwie tröstliche Zahl aus der Umfrage parat: Mittlerweile wächst das Bedürfnis, wieder mehr Zeit in der analogen Welt zu verbringen, erklärt er. Viele Menschen hätten sich vorgenommen, die Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen nach der Pandemie auf durchschnittlich 7,6 Stunden pro Tag zu reduzieren und damit sogar noch unter das Vor-Corona-Niveau zu bringen. Das klingt doch ganz vernünftig. Ob es auch klappt? Wir sind gespannt.

Foto-Credits: Canva

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