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Nachrichten via Vine und Instagram: Überfälliger Trend für 2014?

Die BBC kopiert NowThisNews und springt damit auf einen Zug auf, der 2014 zum überfälligen Trend werden könnte. Überfällig, weil es nicht wirklich neu ist, bis dato aber doch recht stiefmütterlich gehandelt wurde. Kreative Nachahmer willkommen.


Nachgemacht, nicht nachgedacht

Die BBC probiert ein neues Tool: Nachrichtenmeldungen in Form von Instagram-Clips, garniert mit kurzen Infos in Textzeilen.  Die Einbindung von Loopings ist nicht neu – die BBC nutzt die Social Clips seit der Einführung der Video-Funktion. Neu ist lediglich das Konzept, es gezielt für Nachrichten einzusetzen.

Das Design ist hingegen nicht wirklich neu: Die Kombination aus gerafften Bewegtbildern und schlanken, serifenlosen Buchstaben erinnert uns stark an NowThisNews (Vine | Inst) – die vielleicht auch der ausschlaggebende Grund, oder zumindest Inspiration, für den Schritt der BBC sein könnten.

Fehlende Konzepte?

Anfang Januar verkündeten NBC News, verstärkt Clips von eben jenen NowThisNews nutzen zu wollen. Hinter NTN stecken übrigens die selben Leute, die bereits die Huffington Post und BuzzFeed nach vorne brachten.

Die Entwicklung muss klar als Fortschritt betrachtet werden. Sowohl auf Vine wie auch auf Instagram wurden die geloopten Videos bisher nur für kurze Live-Auschnitte, selten aber gezielt für Meldungen genutzt.

Das kann sehr spannend sein, wenn man live miterlebt, wie sich Falschirmspringer nach dem Crash zweier Kleinflugzeuge aus dem Flieger retten. Aber solche Ereignisse haben wohl eher Seltenheitswert. Und beim Nachrichtenformat bietet es sich ja an, nicht mit direkten Handy-Aufnahmen, sondern mit redaktionell editiertem Material von TV-Kameras zu arbeiten.

Nachbesserungsbedarf

In Deutschland steckt diese Entwicklung noch in der Wahrnehmungsphase fest: Beispielsweise hat das ZDF vor einem Jahr mal einen Probepost für das heute-Journal abgesetzt. Kurz darauf fing das ZDF zur Berlinale 2013 mit dem Bespielen des Vine-Accounts an. In einem Jahr haben sich gerade einmal 45 Posts angesammelt. Versuche sinnvoller Nutzung sind erkennbar – ein klares Konzept allerdings nicht.

Und auch die Twitter-Accounts der privaten Sender weisen bis dato kein Trendbewusstsein auf: n-tv hält sich zwar einen gesonderten Kanal für Breaking News, nutzt die Zwitscher-Option, ähnlich dem Mitbewerber N24, nur sehr (sagen wir mal) rudimentär.

Trotzdem sind Hopfen und Malz für das digitale Germanien noch nicht verloren: David Nienhaus beispielsweise, Sportredakteur des Funke-Portals WAZ.de, erhielt für seinen kreativen Umgang mit Social-Media-Tools den Sport-Bild Twitter Award. Man muss allerdings anmerken, dass die Initiative vom Journalisten und nicht vom arbeitgebenden Lehnsherrn stammt. Das sollte ein Ansporn sein – für Journalisten, eher aber noch für deren Arbeitgeber.

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