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Schiffgesicht und süße Monster – Monatsrückblick April

Hurra, das Netz lebt. Es erlaubt sich Späße, ist kreativ und veräppelt Terroristen. Einige größere Spieler demonstrieren eindrücklich, dass sie noch viel zu lernen haben. Und manchen geht es besser, als man es ihnen nachsagt. Was hinter diesen schwammigen Beschreibungen steckt, findet ihr wie gewohnt in unserem Monatsrückblick. Also wie gehabt: Füße hoch und gute Unterhaltung – der April 2016.

#Datensicherheit – Tag der offenen Tür

Ein Sonntag im April und auf einmal waren die Seiten des DuMont-Verlages (u.a. Express, Kölner Stadt-Anzeiger, Kölner Rundschau, Berliner Zeitung) nicht mehr erreichbar. Und während der Verlag selber noch von einem Hackerangriff spricht, geistert auf Twitter ein Link zu einem DuMont-Server herum. Hinter dem Link: Offen einsehbar, verschiedene Ordner des Verlages, darunter vor allem auch die Datensätze mehrer Tausend Nutzer, inklusive der Passwörter. Wir glauben das mit den Hackern mal, jedoch muss sich der Verlag schon fragen lassen, wieso dieser eine Server, auf dem von Kundendaten bis Studienbescheinigungen von Aushilfen allerlei Vertrauliches zu finden war, bis um 9 Uhr am Montagmorgen einsehbar war. So lange brauchte das Haus nämlich, um, trotz unzähliger Hinweise und Warnungen, den eigenen Laden wieder wasserdicht zu machen. Tja, kölsches Unternehmen halt: Et hätt noch emmer joot jejange.

#Aprilscherze – April Fool’s

Und es war wieder mal der erste April und, wie jedes Jahr, haben unzählige Tech-Unternehmen versucht, einen Wettbewerb daraus zu machen. Ganz vorne natürlich wieder Google, wo der Tag der Aprilscherze einem firmeninternen Wettkampf der Abteilungen und Subunternehmen gleicht. Für einen großen Überblick empfehlen wir unser Special zum ersten April.

#IT-Sicherheit – Oh, wie schön ist Panama

Mossack Fonseca wird laut Wikipedia als Rechtsdienstleistungsunternehmen beschrieben. Was darunter zu verstehen ist, wissen wir, seit die Informationen über Briefkastenunternehmen und alternativen Steuer-Lösungen der so getauften Panama Papers geleakt sind. Dabei müssen wir uns fast wundern, dass es erst jetzt bekannt wurde, achteten die panamaischen Rechtsdiensthelferchen doch herzlich wenig auf Datensicherheit: Es ist zwar noch nicht klar, ob die Informationen von einem Insider weitergegeben wurden. Aber selbst wenn die IT des Unternehmens gehackt wurde, hätte es keiner sehr virtuosen Spezialisten bedurft. Die Software ist veraltet, wurde dazu schon länger nicht mehr mit Updates versorgt, die Architektur der Server ist schlecht konfiguriert und die Sicherheit der Websites und Kundenportale ließen sich am besten mit „offen wie ein Scheunentor“ beschreiben. So langsam glauben wir, dass das wirklich keine Kriminellen sein können – echte Cyber-Verbrecher achten mehr auf Datensicherheit, zumindest die eigene.

#ViralVideo – Talentparade

Kürzlich hatten wir über einen Star Wars-Fanfilm aus Deutschland berichtet, welcher selbst in Hollywood wahrgenommen wurde – auch wenn es weniger Fanfilm als faktisch die Abschlußarbeit eines Filmstudenten war. Diesen Monat sind wir wieder über so einen viralen Kurzfilm gestolpert: Code 8 wurde von Robbie und Stephen Amell, zwei kanadischen Schauspielern, produziert. Der Kurzfilm ist nur der Testballon, mit welchem die Brüder, auf IndieGoGo, Geld für eine Spielfilmfassung sammeln wollten. Das Crowdfunding war erfolgreich und wir müssen sagen: Die IndieGoGo-Seite der Kampagne ist vorbildlich gestaltet – so wird das gemacht.

Aber der Kurzfilm ist nur ein Beispiel für viele andere Arbeiten, die das Netz wahrlich bereichern. Was steckt dahinter? Oftmals stammen solche Videos von einzelnen Filmemachern, CGI-Künstlern oder kleinen Start-Ups, die auf diese Art Ideen verkaufen, sich bewerben oder einfach etwas ausprobieren wollen. Viele haben bereits Erfahrungen bei Major-Produktionen gesammelt, aber: Das Movie-Business ist eben keine Festanstellung bei den Stadtwerken, sondern ein täglicher Überlebenskampf. Einer der Bekanntesten, die es geschafft haben, ist sicherlich der Südafrikaner Neill Blomkamp, dem wir Filme wie District 9 oder Elysium zu verdanken haben, der allerdings auch vorher schon, beispielsweise durch Werbefilme für Citroën, aufgefallen ist. Freunden des effektgarnierten Augenschmaus‘ möchten wir an dieser Stelle mal den Youtube-Kanal von The CGBros ans Herz legen: Viele animierte Kurzfilme und dystopische Cyberspektakel, von denen man vielleicht einige später nochmal auf der großen Leinwand sehen wird.

#WhatsApp – Stille Post

WhatsApp vermelden, dass nun jegliche Kommunikation ihrer Anwendung Ende-zu-Ende-verschlüsselt sei – das heißt, nur Absender und Empfänger können die Botschaften lesen. Das Unternehmen selber habe keinen Einblick mehr. Ob die Info mit Blick auf das FBI und dessen neugewonnene Liebe, Tech-Unternehmen zum Bruch des Datenschutzes zu bewegen, gestreut wurde, wissen wir nicht. Aber uns würde etwas anderes interessieren, was bisher nicht klar ausgedrückt wurde: Bisher haben End-to-End-Verschlüsselungen genau dort ihre Grenze gehabt, wo von einem System auf ein fremdes System gefunkt wurde – also beispielsweise von einem Android-Gerät an ein Apple-Gerät. Denkt man diese Botschaft weiter, müsste WhatsApp ja dann randvoll gefüllte Server mit Informationen beheimaten, die sie nicht auslesen können. Und das in Zeiten von Chat-Bots, wo Nutzerinformationen zur Goldressource für Werbetreibende werden. Ach übrigens: Wir haben neulich den Yeti beim Lidl gesehen – hat Fisch und Frischkäse gekauft. #ZwinkerZwinker

#Facebook – Verdrossenheit und der lachender Zuckerberg

Die Meldung von The Information lautet: 2015 wurden 15% weniger originäre Beiträge geteilt, als im Vorjahr. Im Erhebungszeitraum sollen sogar nur 39% der aktiven Nutzer überhaupt eigene Beiträge (Bilder, Status-Updates, Notizen) gepostet haben. Dafür sei aber das Interesse an Bewegtbildern stark gestiegen. Auch die Analysten warnten vor überzogenen Gewinnerwartungen des Sozialen Netzwerks.

Und dann kam der Quartalsbericht, der, dank mobiler Werbung, eine Verdreifachung der Gewinne dokumentierte. Da konnte der Mark lachen – und sogar noch einen drauf setzen: Er kündigte an, eine weitere Aktienklasse einzuführen, welche als Dividende an Aktionäre ausgeschüttet wird und über kein Stimmrecht verfügt. Sinn dieser Klasse ist, dass Herr Zuckerberg Aktien spenden möchte, ohne dabei Kontrolle über sein Unternehmen zu verlieren. #läuft

#iPad – Monsterspaß

Der Designer Jasper StAubyn West wollte nur den Apple Pen auf dem iPadPro ausprobieren. Zu diesem Zweck nahm er einfach ein paar Bilder und malte überall Monster hinein. Die kleinen Meisterwerke wanderten im April durch die Netzwelt, was nicht weiter verwundert: Die Monster sind echt süß. Wir können einen Besuch seines Instagram-Accounts nur empfehlen.

#digga #toys #tailjar #monster

Ein von Jasper StAubyn West (@tailjar) gepostetes Foto am

#Intel – Ausgechipt?

Seit dem es bei Nutzerendgeräten vorwiegend um Smartphones und Tablets geht, hören wir von dem Chip-Hersteller Intel nicht mehr viel. Gehört auch irgendwie in die große Zeit der PCs. Jetzt lesen wir leider, dass der Tech-Primus zahlreiche Stellen streicht. Wer nun glaubt, die Chip-Schmiede hätte vielleicht die Zeichen der Zeit verkannt, irrt. Intel ist weiterhin ein Technologie-Gigant, der gesunde Gewinnzahlen schreibt. Trotzdem werden die Entlassungen auf eine Restrukturierung geschoben, welche im Endeffekt auf die Einbrüche bei den PC-Verkäufen zurück geht. Sicher nicht die letzte Meldung, die uns 2016 von Intel über den Weg laufen wird.

gold apple#Apple – Goldrausch

Wir hatten letzten Monat Apples Recycling-Roboter Liam kurz vorgestellt. Diesen Monat offenbart der Umweltreport des Apfelhäuschens, dass der Konzern, durch das Recycling, Gold im Wert von 40 Mio. Dollar zurückgewinnen konnte. Auch andere wertvolle Rohstoffe konnten für die Wiederverwendung geschürft werden. Wir wissen leider auch, dass das Meiste der recycleten Stoffe nicht in die Produktion neuer Geräte geht, sondern anderweitig verarbeitet wird. Aber: Recyclet ist recyclet – und das ist schon mal eine Menge wert. Für Apple mindestens 40 Mio. .

#Dont_ask_the_Internet – Schiffgesicht

Die britische Umwelt- und Forschungsbehörde NERC lässt gerade ein neues Forschungsschiff bauen. Und das braucht natürlich einen Namen. Also dachte sich die Behörde, nutzen wir das doch für eine öffentliche Kampagne und lassen unter #NameOurShip die Netzgemeinde einen Namen finden. Tja, wie das so ist, wenn man der Netzwelt so einen 11-Meter vorlegt: Ein Radiomoderator schlug spaßeshalber „Boaty McBoatface“ vor und knapp 125.000 User machten den Gaga-Vorschlag zum Sieger der Umfrage. Das tat dem Moderator im Nachhinein auch leid, hatte er sich doch selber eher für den Namen des legendären, britischen Tierfilmers Sir David Attenborough ausgesprochen. Und dem ist das NERC dann auch nachgekommen, entgegen den anscheinend von Langeweile geplagten Spaßvögeln, die nun sogar Petitionen aufsetzen – Beobachter sprachen von der Entscheidung der britischen Nutzer schon als Donald Trump-Moment der Netzgemeinde. Um zu zeigen, dass man die Umfrage nicht gänzlich als Schnapsidee abtun will und auch Humor besitzt, wird das kleine U-Boot an Bord des Forschungsschiff nun Boaty getauft.

#Catfishing – Katzenfischer schlägt Terroristen

Romantische Internet-Abzocke mal anders: Catfishing nennt man für gewöhnlich die Methode, mittels falscher Behauptungen, Identitäten und Beweisen wie Bildern, mit leichtgläubigen Opfern anzubandeln und dann gegebenenfalls daraus Profit zu schlagen. Genau das haben nun drei tschetschenische Frauen mit IS-Terroristen gemacht. Unter der Vorgabe, Dschihadisten-Bräute zu sein, entlockten die Damen den liebestrunkenen Islamisten mindestens 2.500 Euro. Das ist zwar nicht viel, aber die Terroristen waren auch selber schuld. Die haben die Damen nämlich zuerst kontaktiert und zu überzeugen versucht, sich für den IS zu melden. Wenn das zu den Rekrutierungsmethoden des IS zählt, dann muss man sich fragen, wie diese Verbrecherorganisation so groß werden konnte. Die drei Katzenfischerinnen sind mittlerweile kleine Internetheldinnen – wer sie sind, bleibt zum Glück ein Geheimnis.

giphy#Jobangebot – Royale Knechtschaft

Das englische Königshaus sucht einen Head of Digital Engagement. 37,5 Stunden die Woche klingt weniger nach einer Führungsposition – die Bezahlung übrigens auch nicht: Mit jährlich rund 60.000 Euro (£ 45.000-50.000) liest sich die Offerte zwar gut entlohnt, liegt aber für einen Abteilungsleiter eines großen Lehnsherrn eher im unteren Mittelfeld. In vergleichbarer Stellung, dürfen Sie in den USA mit rund $ 100.000 kalkulieren ($109k ≈ € 95k). Aber dafür kann man ja im Buckingham Palast arbeiten und Tee gibt’s vermutlich auch gratis. #Hellooo

#Adblocker – Klappe, die Nächste

Immer mehr Nachrichtenportale sperren ihre Inhalte für Nutzer mit aktiviertem Adblocker. Die Verlage verkaufen diese Strategie als erfolgreiches Konzept. Doch was, wenn das Blocken der Blocker gegen europäisches Recht verstößt? Genau darauf wies der Datenschutz-Aktivist Alexander Hanff letzten Monat hin und twitterte ein Schreiben, welches er von der Europäischen Kommission erhielt. Danach könnte es sein, dass Adblocker-Detektoren gegen geltendes Recht verstoßen – was Adblocker selbst (nutzerseitig) übrigens nicht tun. Der Pferdefuß: Die Detektoren führen oftmals zunächst ein JavaScript aus, müssten jedoch, ähnlich wie bei Cookies, erst fragen, ob sie das dürfen. Demnach könnten Verlage ihre Inhalte blockieren, sollte man dem nicht zustimmen. Wir haben beobachtet, dass US-amerikanische Seiten dies vereinzelt bereits machen – obwohl es in den USA nichtmal gesetztlich vorgeschrieben wird. Betroffen wären von solch einer Prüfung auch Nutzer, die keine Adblocker verwenden. Ob solch ein JavaScript Sicherheitsrisiken bergen könnten, ist nicht bekannt, aber die Erfahrung sagt uns: Keine zusätzliche Anwendung, ohne zusätzliche Risiken. #schaunmama

#EarthDay – Impressionen von Auswärts

Am 22.April war der Earth Day. Und kann man die alte Mutter Erde besser hochleben lassen, als es einige Astronauten auf Twitter getan haben? Die terrestrischen Sternenreisenden posteten Bilder und Clips, welche sie von ihren Himmelfahrten mitgebracht haben. Da sind sie sicher auch in priviligierter Position, aber sie teilen ihre Mitbringsel ja mit uns. Schön wären auch weitläufige Bewegtbilder von Kameradrohnen gewesen, die über Landschaften unserer westfälischen Wildnis hinweggeschweben. Aber die Leute filmen ja lieber Unfälle oder FKK-Strände.

#bezahlte_Trolle? – Falsche Freunde

Man könnte jetzt nicht behaupten, dass Herr Maschmeyer aus Hannover als Leuchtfeuer der Seriösität gilt. Der niedersächsische Vermögensnutznießer sitzt aktuell in der Jury der Start-Up-Sendung „Die Höhle des Löwen“ und mag anscheinend keine Kritik. Wird der „Drückerkönig“ angegriffen, eilen sofort User herbei, die die Kritiker angreifen – und das sind auffälligerweise immer die gleichen User. Ob sich der Hannoveraner selber virtuelle Bodyguards leistet oder diese von der „Höhle des Löwen“-Redaktion ausgesandt werden, ist schwer zu sagen. Sicher ist nur, da haben einige Leute das Internet nicht verstanden.

cover_presidt_elect#Wahlkampf – Falsche Flagge?

Nur um mal zu zeigen, mit was für Leuten man es manchmal zu tun hat: Wir hatten letzten Monat einen Blick auf die Kampagnen der amerikanischen Aspiranten auf eine Präsidentschaftskandidatur geworfen und ihre Strategien und Taktiken umrissen. Von Hillary Clinton wissen wir, dass sie einen Super PAC hat, der sich ausschließlich darum kümmert, den hauseigenen, also demokratischen Mitkonkurrenten Bernie Sanders anzugreifen. Nun haben sich diverse Trolle in Sanders-Gruppen eingeschlichten und dort dann so massiv gegen die Etikette verstoßen, dass die Gruppen zeitweise gesperrt wurden. Der Verdacht fiel natürlich sofort auf rivalisierende Kampagnen-Kämpfer, was später jedoch realtiviert wurde: Es scheint doch nur ein Facebook-Bug dafür verantwortlich zu sein. Ob wir das glauben sollen?

#ViralVideo – Party-Zug

Gut gemachte Strassenmusik, plus die Viralität des Internets, ist gleich Erfolg: Diese Formel hat schon einige Male funktioniert – und diesmal in Frankfurt: Sängerin und Gitarristin Anna Guder, a.k.a. Kiddo Kat, und ihre Freundin Heidi Joubert sitzen in der S-Bahn und geben Prince‘ „Kiss“ in einer Unplugged-Version zum Besten. Plötzlich gesellt sich ein weiterer, unbeteiligter Sänger hinzu und es entsteht eine unterhaltsame Jam-Session im öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt über 40 Mio. Views des Clips, Besuche in Talk-Shows, Earnd Media wohin man schaut – toller Erfolg eines Viral-Videos. Man muss erhlicherweise auch dazu sagen, dass es einige Indikatoren gibt, die eher auf ein inszeniertes Viral-Video hinweisen. Aber unterm Strich bleibt eine unterhaltsame Darbietung und wenn die gebeutelte Künstlergemeinde auf diesem Weg ein Stück vom Kuchen abbekommt, vielleicht sogar andere Menschen zum Musikmachen motiviert, dann passt das schon.

 

Artikelbild – Unsplash (CC0 Public Domain)

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