Der dritte Tag der zweiten Woche im Home-Office ist da. Pascal Renka, Cutter und Filmer in unserem Team, erzählt wie seine erste Woche ist. Er berichtet über seinen Hass auf langsame Downloadgeschwindigkeiten, abstürzende Grafikprogramme und viel zu aktive WG-Mitbewohner. 

25. März: Fast zu spät

9:50 Uhr: Ich bin viel zu spät aufgewacht und habe es doch noch rechtzeitig an den Computer geschafft. Zwar ungeduscht, ohne Frühstück und ohne Kaffee, aber meine Arbeitsmoral ist auf jeden Fall hoch. Da dies erst mein zweiter Tag im Home-Office ist, arbeite ich auch anders. Sonst sitze ich in der Agentur am Mac, doch zuhause steht ein Windows-PC und muss erstmal vernünftig justiert werden. Maus, Tastatur und Bildschirme sind endlich korrekt eingestellt. Ich gehe meine Mails und das Projektmanagement-Tool durch, um meine heutigen Aufgaben zusammenzusuchen. Aktuell ist noch nicht viel los, aber später gibt es eine Videokonferenz.

11:00 Uhr: Solltet ihr in den kommenden Tage eine Videokonferenz planen, achtet auf Folgendes:

  1. Jeder sollte einige Minuten vorher checken, ob Ton, Kamera und das Programm selbst funktionieren.
  2. Sucht ein Programm aus, das jeder beherrscht, sonst dauert es lange bis sich alle im richtigen Raum befinden.
  3. Wenn alle durcheinander reden, ist es schwer eine Person zu verstehen.

Das klingt härter als es gemeint ist, denn es war schön seine Kolleginnen und Kollegen nach einigen Tagen Abstinenz live und in Farbe zu sehen. Diese Menschen sind herrlich und versüßen den Arbeitstag.

In der Konferenz haben wir uns über die Aufgaben des Tages unterhalten, aber – und das ist ebenso wichtig – über die aktuelle gesellschaftliche und ökonomische Situation, in der sich Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie momentan befindet. Weitere Maßnahmen unsererseits stehen fest – wie lange das Home-Office verlängert wird, allerdings nicht.

Der Teufel steckt in der Downloadgeschwindigkeit

12:30 Uhr: Meine Aufgaben für den Tag: Schneiden, Video finalisieren und Grafik(en) erstellen. Alles einfach und machbar für einen Tag, wenn mir nicht ein paar Steine in den Weg gelegt worden wären.
Ich öffne also das Schnittprogramm und bemerke, dass mir ein paar Video-Clips zum Finalisieren des Video fehlen. Ich denke noch: „Das eine Gigabyte lade ich schnell herunter.“ Doch leider habe ich einen Download von 500 kBit die Sekunde.
Kurz zu Erklärung: 1 Gigabyte sind 1.000.000 Kilobyte. 1 Byte sind 8 Bit. Also sind
1 Gigabyte = 8.000.000‬ Bit. 8.000.000 Bit / 500 Bit/s = 16.000 Sekunden.
Sprich ca. 4 Stunden Downloadzeit.
Nachdem sich der Videoschnitt also erstmal nach hinten verschoben hat, fange ich eben an nach Musik zu suchen.

13:30 Uhr: Mittlerweile ist meine Stimmung wieder oben, da ich mit meiner Mitbewohnerin Fotos gemacht habe. Die Fotos sind für ein Posting, in dem unsere Teammitglieder ihre Top-3 Beschäftigungen vorstellen, um der Langeweile zuhause entgegen zu wirken.

14:30 Uhr: Ich merke gerade, dass ich heute noch gar nicht gegessen habe. Schnell husche ich in die Küche, belege mir ein paar Brote und gehe wieder an den Computer. Das Posting ist mittlerweile auf allen Kanälen raus und der Download ging doch schneller als erwartet. Nun kann ich endlich die fehlenden Videodateien einfügen. Nach dem letzten Feintuning an den Audiospuren und Farben im Video, spiele ich die finalen Dateien aus und schicke sie an den Kunden.

Ach, das bisschen Grafik

16:00 Uhr: Während meine Mitbewohner mit dem Frühjahrsputz anfangen, mache ich die Tür zu, damit ich weder Musik, Staubsaugergeräusche noch Stimmen höre. Ich fange an eine Grafik für einen Kunden zu erstellen. Dazu bespreche ich mit Anja, was genau in die Grafik soll. Nachdem ich alle Bilder, Schriften und die Farbcodes der Kunden-CI nachgeschaut habe, kann es endlich losgehen. Ich erstelle die ersten Ebenen in Photoshop, füge die Bilder ein, ziehe sie zurecht – „Arbeitsvolume voll“ – blinkt auf meinem Bildschirm auf. Nach kurzem Googlen weiß ich, dass ich Photoshop mehr Arbeitsspeicher zuteilen muss. Ein paar Programme geschlossen und weiter geht es. Ich fange an Text zu setzen, die Farben auszusuchen und – das Programm reagiert nicht – der Windows-typische kreisrunde Ladebalken erscheint, Photoshop wird leicht gräulich und bleibt hängen. Im Task-Manager beende ich das Programm und öffne es neu. Das Ganze passiert an diesem Nachmittag noch zwei weitere Male. Meine Stimmung ist dementsprechend schlecht, ich habe den Computer inklusive des Bearbeitungssoftware oft angeschrien.

17:45 Uhr: Unter Einsatz höchster Kräfte konnte ich die Grafiken doch letztlich ausspielen und Anja präsentieren. In den nächsten Tagen werden diese noch finalisiert und dem Kunden zur Abnahme geschickt. Auch die Videos sind fertig. Es geht Richtung Feierabend und weiß, was ich heute geschafft habe bzw. was mich geschafft hat.

Mein Fazit

Ich arbeite konzentriert, kommuniziere viel per WhatsApp (habe es quasi ständig offen) und bin von meinen Ergebnissen überzeugt. Doch vermisse ich die Kollegen und Kolleginnen, habe niemanden zum Quatschen.
Nur im Home-Office gehe ich unter, verstehe aber auch seine Vorzüge.

Teaserfoto: Steve Buissinne/Pixabay

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> Themenseite des Robert Koch Instituts

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> Aktuelle Wasserstandsmeldung des BMG

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