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Wurst-Case und das große Löschen – Monatsrückblick Mai

¡Ay, caramba! Wenn der Rest des Jahres wie der Mai wird, brauchen wir spätestens im August eine Verschnaufpause: Viel Twitter, viel Politik, viel Netz-Kultur – und das nonstop. Wir versuchen, uns kurz zu fassen – aber das diesmal ziemlich oft. Hier kommt der Mai!

Der Wurst-Case – Der/die GewinnerIn des diesjährigen ESC, die österreichische Travestie-Figur Conchita Wurst, hat für Hochbetrieb im sozialen Netz gesorgt: Twitter-Alarm, Gimmicks wie Bart-Masken zum Ausschneiden, diverse Memes und eine Flut im Nachrichtenstream.

Künstler wie Wurst bergen aber auch ein hohes Polarisations-Potential – und diese Kehrseite ist für den Anfang des 21. Jahrhunderts ziemlich erschreckend: Bloße Todeswünsche und homophobe Stanzen wären ja noch Deppendienst nach Vorschrift. Von Gaskammer über öffentliche Hinrichtungen bis zum Untergang Europas und Morddrohungen hatten wir jedoch alles dabei. Während man von konservativen osteuropäischen und russischen Schreihälsen nichts anderes erwartet hätte, bekleckerten sich hierzulande pseudo-maskuline Rapper-Hippster à la Sido & Co. auch nicht mit Ruhm. Es ist wohl noch ein weiter Weg zur allgemeinen Toleranz.

Behörden-Transparenz – Ausgerechnet bei Google und Facebook schon üblich – nun auch in Deutschland im Kommen: Der Mailanbieter Posteo und die Telekom haben erstmals Transparenzberichte veröffentlicht, um speziell Behördenanfragen von Ermittlungsbehörden offenzulegen. Gerade Posteo beschwerte sich in diesem Zusammenhang, dass es immer wieder zu Einschüchterungsversuchen und Aufforderungen zu illegalen Maßnahmen seitens der Ermittlungsbehörden kam. GMX und Web.de erklärten bisher nur, an einem Modell für mehr Transparenz zu arbeiten. Schau’n mer mal.

Fröhliche Dilettanten – Der Buletten-Bräter McDonalds stellt sein neues Happy-Meal-Maskottchen vor: den Happy. Nicht nur, dass die Netzgemeinde eher befremdlich reagiert – die Grusel-Tüte ist auch nicht neu. Bereits um das Jahr 2010 tauchte der Bursche in französischen Werbe-Clips auf – und glich im Habitus auffällig den beliebten Minions aus Ich – einfach unverbesserlich (Clips hier). Wir fanden die Orginale dann doch lustiger – und siehe da: die haben für die Glückstüte des Fast-Food-Moguls auch schon getanzt.

Too much Messe – Re:publica, Next und Tools – der Angebotsumfang der Web Week in Berlin hat mittlerweile die Komplexität der Materie erreicht, mit der sie sich beschäftigt. Bevor wir aber den Überblick verlieren: Veranstalter zufrieden, Besucherrekord, viele neue Start-Ups und dürftige Antworten aus der Politik. Na ja, Netzalltag halt.

Dre-saster? – Das ist ja noch mal gut gegangen: Das Apfelhaus war auf Einkaufstour und wollte die stylischen Beats-Kopfhörer der Firma von Kult-HipHopper Dr. Dre eintüten. Dre feierte sich schon als Neureicher – vielleicht etwas zu viel. Denn nach der Kaufankündigung kam nichts mehr und es machte sich die Vermutung breit, dass Apple doch noch zurückziehen würde. Ende des Monats war es dann aber doch so weit und Dre ist jetzt 3 Mrd. Dollar reicher. Wofür Apple die Kopfhörer braucht, beflügelt dagegen andere Diskussionen.

Adsense-Nonsense – Das folgende Facebook-Posting möchten wir mal für sich sprechen lassen. Wir hoffen nur, dass jeder weiß, was Der Postillon ist.

 

Zum Vergessen verurteilt – Der EuGH hat uns mit seiner Entscheidung überrascht: Google muss bestimmte Suchergebnisse löschen (mehr Details hier in unserem Spezial zum Thema). Google hat sehr konstruktiv auf das Urteil reagiert und ein Antragsformular bereitgestellt. Bereits am ersten Tag kam es zu mehr als 12.000 Anträgen. Im Fall des Spaniers, der von Google vergessen werden wollte, müssen wir dagegen konstatieren: Der Mann wird nun mit seinem Fall in die Geschichtsbücher eingehen und somit nicht mehr vergessen werden. Satz mit x – war wohl nix.

Autobahn für Schleicher – Deutsche Autobahnen sind für ihre fehlenden Tempolimits in aller Welt bekannt und beliebt. Wie Statista nun feststellte, gilt das leider nicht für die digitalen Autobahnen – auf denen gilt nämlich (verhältnismäßig) Schrittgeschwindigkeit. Vielleicht wird es wirklich Zeit für einen Internet-Minister, denn wie wir wissen, fällt das Datennetz ins Ressort des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Und da Alexander Dobrindt (CSU) ja bereits mit Stein und Asphalt überfordert zu sein scheint, und nicht einmal zur Re:publica erschien, sollten wir uns nicht zu viel Hoffnung machen.

Quelle: statista

Quizduell Unplugged Edition – Die ARD hatte eine tolle Idee: Bringen wir das beliebte App-Spiel Quizduell ins Fernsehen. Da wurde aber die Milchmädchenrechnung ohne die Server gemacht – vermutlich überlastet streikten die Großrechner nämlich. Und damit nicht genug: Auch die Geräte für das Studiopublikum streikten nach einiger Zeit. Und weil’s so schön war, wiederholte sich der technische Offenbarungseid auch noch zur zweiten Sendung – und zur dritten, und zur vierten, und zur fünften Sendung. Ende vom Lied: Die Sendung, welche durch Quizduell ersetzt werden sollte, ersetzt nun das Quizduell – Verbotene Liebe schlägt Pilawa.

Konservativ-progressive Verwahrlosung – Die radikalislamische Terrorgruppe Boko Haram hat seit einigen Wochen rund 300 nigerianische Mädchen entführt. Die Anteilnahme umfasste auch eine Hashtag-Kampagne#BringBackOurGirls. Angestoßen wurde die Kampagne von der ehemaligen nigerianischen Bildungsministerin Oly Ezekwesili und dem Anwalt Ibrahim Musa Abdullahi. Prominente bis hin zu Michelle Obama schlossen sich an und schafften das, was die eigentliche Intention war: Aufmerksamkeit für ein Drama schaffen, was sonst vermutlich unter ferner liefen versickert wäre. Anonymous und einige muslimische Aktivisten missbrauchten jedoch die Aktion, um auf durch US-Drohnen getötete Kinder aufmerksam zu machen – und machten sich damit keine Freunde. Das war aber noch nicht die unterste Schublade. Die wurde nämlich (mal wieder) von US-Republikanern besetzt.

Monopolist kritisiert Monopol – Kurzer Lacher zum Durchatmen: Axel Springer-Chef Mathias Döpfner kritisierte Google für dessen Monopolstellung: „Wir haben Angst vor Google.„, wird der Mann zitiert, welcher von Google als Supra-Staat spricht und die EU um Hilfe bittet. Haha, der war gut.

Quelle: techcrunch

Return of the bird – Flap, Flap – es geht weiter: Der pixelige Vogel soll von den Toten auferstehen. FlappyBird-Macher Dong Nguyen erzählte CNBC, dass es im August zur Wiederauflage kommen wird – mit Multiplayer-Modus und weniger süchtig machenden Features. Nguyen hatte pro Tag 50.000$ mit dem App-Spiel verdient – und verdient noch weiter. Komisch nur, dass er schon an einem Nachfolger zu Flappy Bird arbeitet.

Superdoof – Auf Facebook konnten wir einmal transparent nachvollziehen, wie es ums Urheberrecht steht – und das ganz ohne pubertäres GEMA-Bashing. Die Posts sprechen für sich. Wir möchten nur auf eine Passage hinweisen, die schön verdeutlicht, wie es um den Respekt vor künstlerischer Arbeit bestellt ist: „[…] Rechtlich gabs kein Problem, da wir einen frei verfügbaren Beat genutzt haben […]“. #rofl #facepalm

 

Der Zar und der Piepmatz – Erinnern Sie sich noch? Die „westlichen System-Medien“ verbreiten nur Lügen über Russland – und so. Da muss es sich um einen Akt der uneingeschränkten Meinungsfreiheit gehandelt haben, als Russland im Mai eine Twitter-Sperre als „praktisch unausweichlich“ ankündigte.

In den Knast getanzt – Dass wir es im Iran trotz reformwilliger neuer Führung immer noch mit einer stockkonservativen Regierungskaste zu tun haben, wurde den Machern eines iranischen Happy-Videos klar gemacht: Wegen der Verbreitung eines „vulgären Clips im Cyberspace“ mussten nun 6 Jugendliche ins Gefängnis. Glücklicherweise sind die Happy-Fans mittlerweile wieder auf freiem Fuß – gegen Kaution. Und weil wir die Signalwirkung verstanden haben, möchten wir doch gerne zeigen, dass die iranischen Konservativen nicht repräsentativ für die iranische Bevölkerung sind. Bitte schön – ein vulgärer Clip:

Führungswechsel – Eine Personalveränderung hat die Medienbranche in schwere Verwunderung versetzt: Die New York Times entließ überraschend Chefredakteurin Jill Abramson. Was der Grund dafür sein könnte, dass die Frau, die für den digitalen Erfolg der NYT verantwortlich ist, auf einmal gehen muss: Man weiß es nicht – wahrscheinlich irgendwas zwischen Männerwirtschaft und übler Nachrede.

Du du du, böser Spiegel – Die türkische Regierung unter dem von Willkür und Selbstgerechtigkeit getriebenen Erdogan kommt einfach nicht aus dem Sympathie-Tief: Nach dem Bergwerksunglück in Soma reagierten Erdogans Schergen blitzschnell auf Kritik und initiierten mit dem Hashtag #ScherDichZumTeufelDerSpiegel eine an Lächerlichkeit kaum zu überbietende Kampagne.

Tanz den Koreaner – Zum Abschluß noch ein echter Big-Shot: Wir erinnern uns an Psy mit seinem Gangnam Style? Gut. Der hat nämlich jetzt die 2 Mrd. Marke geknackt und ist damit das meist geklickte YouTube-Video aller Zeiten. Und damit wir ihn nie wieder sehen müssen – ein letztes Mal:

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