Unbeschwerte Sommerlaune? Fehlanzeige! Cybersicherheit ist in diesem Monat ein heikles Problem. Und die Liste der desaströsen Entwicklungen im Hause Meta reißen einfach nicht ab. Aber wir garantieren, es wird auch unterhaltsam und am Ende gibt es einen Blick auf das vielleicht beste PS-Spiel des Jahres 2022. Also noch einmal Kaffee holen und dann gute Unterhaltung: Der Juli im Monatsrückblick.

#techbranche – Nervöse Menschenführung

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Die US-Tech-Branche befindet sich in einem Jahr der Entlassungen. Der Trend, der sich schon das ganze Jahr fortsetzt, hat auch im Juli wieder Opfer gefordert. Crunchbase hat berechnet, dass wir alleine in 2022 mit 24.000 Entlassungen in 143 Unternehmen rechnen müssen. Genannt werden dabei auch große Namen wie Netflix, TikTok, Vimeo oder Microsoft.

Die Gründe sind vielfältig und die Unternehmen scheinen von Monat zu Monat neue Schuldige zu finden: Einmal ist es der Krieg, dann sind es Spätfolgen von Corona, gerne auch mal die internationale Inflation. Man könnte meinen, manche hätten auf die Krisen gewartet. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

#Telefonieren – Return of the Wählscheibe?

Laut einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox ist der gute alte Festnetzanschluss wohl in der Gunst des Volkes gestiegen. Über 80 Prozent der Befragten nutzen den stationären Anschluss, was allerdings auch „nur“ 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr sind. Die Beliebtheit wird durch die Studie nicht aufgeschlüsselt, hat aber offensichtlich etwas mit Vertragspaketen, die Fest- und Mobilnetz einschließen, zu tun. Vor dem Hintergrund ist es interessant zu sehen, dass gut 20 Prozent der Millenials auch gerne auf Komplettverträge verzichten würden: Internet, Festnetz und Mobilfunk getrennt – klingt für viele nicht schlecht.

Apropos Festnetz. Immer wieder schön, junge Menschen mit alter Technologie zu konfrontieren. Nein, dieses Video ist kein Einzelfall.

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#InfluencerMarketing – ANA hilft verstehen

Influencer Marketing ist weiß Gott kein neues Ding. Was allerdings schon seit langem fehlt, sind vernünftige Maßstäbe und Standards, nach denen das Geschäft mit den Influencern gemessen und bewertet werden kann. Der amerikanische Werbeverband (ANA) hat sich jetzt erstmalig an einem Richtlinien-Papier versucht – hier als pdf zu finden. Inhaltlich ist diese Messhilfe noch sehr dürftig, eher so etwas wie ein erster ernster Ansatz. Aber man kann darauf aufbauen, dann klappts vielleicht auch mit dem ROI.

#Skyway – Zukunftsprojekt oder orwellscher Mumpitz?

Die englische Regierung hat Pläne auf den Weg gebracht, ein geordnetes Drohen-Flugnetz zu installieren. Für Projekt Skyway wurde der Drohnen-Spezialist Altitude-Angel beauftragt, einen 265 km langen Lufthighway zu errichten. Auf der Strecke können später beispielsweise Postzustellungen oder Medikamente transportiert werden. Zunächst dient die Drohnenstrecke allerdings zur Überwachung von Infrastruktur, also Autobahnen oder Häfen. Klingt ambitioniert, aber warten wir erst mal ab. Englands Regierende sind seit jeher verrückt nach jeder Form der Totalüberwachung. Warum nicht mal per Drohne?

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#Startup&Co – Gute Bedingungen im Westen

Der Zahlungsdienstleister Unzer hat untersucht, wo in Europa die besten Gründungschancen für kleine und mittelständische Unternehmen herrschen. Unter den 85 europäischen Städten ist Deutschland mit der ersten Nennung auf Platz 16 nicht mal in der Top 10. Aber: Nicht Hamburg, München  oder Berlin sind die deutsche Nummer 1. Tief im Westen: Essen. Und noch besser: Mit Düsseldorf, Duisburg und Dortmund als weitere Städte in der deutschen Top 5 ist NRW bestens vertreten. Gar nicht schlecht, oder? Zur Studie: Hier.

#Google – Die verschleppten Kekse

Googles Plan, Cookies abzuschaffen, wurde wieder einmal verschoben. Wenn wir richtig gezählt haben, müsste das nun das dritte Mal gewesen sein. Das Topic ist allerdings zugegebenermaßen ein extrem Schwieriges. Google wurde von der EU mehrfach gerüffelt, zum einen die Marktposition zu missbrauchen wie auch, im Umgang mit Cookies nachzuarbeiten. Zähes Thema.

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#Meta – Kampf an alle Fronten

Der erste Umsatzrückgang seit dem Börsengang; Ärger mit der Kartellbehörde wegen dem beabsichtigten Kauf von VR-Spezialist Within Unlimited, eine erneute Klage wegen des Firmennamens Meta, und zwar nicht ohne Erfolgsaussichten, fragwürdige Veränderungen an Facebook und Insta, um mehr wie TikTok zu werden: Das eh schon angekratzte Image bekommt Risse und der Social-Media-Gigant scheint lange nicht mehr so unverwundbar wie einst.

Abgesänge wären zumindest verfrüht, wenn nicht eh realitätsfern. Doch das Märchen ist endgültig aus und Zuckerbergs morbid-blasses Pokerface bröckelt. Der Meta-Chef ätzte jüngst gegen die eigene Belegschaft und sprach von Minderleistern, die eigentlich nichts im Hause verloren hätten. In der Tech-Branche wird offen gefragt: Was kann man der Belegschaft von Meta noch alles zumuten? Irgendwas knallt bald.

#Targeting – Der Gesundheits-Marc

Apropos Meta und Ethik: In Kalifornien wurde eine Sammelklage gegen Meta, das UCSF Medical Center und die Dignity Health Medical Foundation eingereicht. Die Klage behauptet, dass die Organisationen unrechtmäßig sensible Gesundheitsdaten über Patienten für gezielte Werbung sammeln – natürlich ohne die Patienten zu informieren. Der Verdacht kam auf, als Patienten in Facebook-Werbung explizit auf ihren Gesundheitszustand angesprochen wurden. Warten wir mal ab.

#WhatsApp – Vergessene Sicherheit?

Zurzeit begeistert WhatsApp seine Nutzer mit neuen Features und Optionen. Aber gerät die Sicherheit etwas in Vergessenheit? Ausgerechnet WA-Chef Will Cathcart warnte erst kürzlich vor den Gefahren von zirkulierenden Fake-Versionen und bedankte sich bei Google-Play für ihre gute Detection-Arbeit. Und es ist leider wahr: Aktuell machen viele falsche WhatsApp-Versionen die Runde. Und es werden anscheinend immer mehr.

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#Cybersicherheit – Die falsche Angela

Apropos Sicherheit: Von Betrugsversuchen sind weiß Gott nicht nur Privatleute betroffen. Zwei aktuelle Opfer von Rang und Namen: Angela Merkel und die Chefin der Zentralbank, Christine Lagarde. Hacker sind irgendwie an Merkels Nummer gelangt und wollten dann mit einer SMS an Lagarde die Bankerin dazu auffordern, ein falsches WhatsApp herunterzuladen, weil ihre Freundin Angela mit ihr via WA reden wollte. Lagarde ist nicht darauf hereingefallen und fragte Merkel lieber noch mal persönlich. Aber die beiden sind nicht die einzigen Prominenten. Ein nicht ganz unwichtiger Name ist Jörg Kukies, seines Zeichens Vertrauter von Bundeskanzler Scholz. Da wissen wohl welche, wen sie in die Falle locken wollen.

#Stray – Das große Katzenabenteuer

Und zum Abschluss ein Spiele-Tipp, der wirklich außergewöhnlich ist. Eine namenlose Katze, verirrt und verletzt, versucht den Weg zu ihrer Familie zu finden und muss dabei viele Rätsel lösen: Einer der Playstation-Hits des Jahres ist jetzt schon „Stray“ – das erste Spiel, an dem sowohl Mensch wie Tier Spaß haben. Worum es in dem Spiel geht:

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Das Spiel ist also offensichtlich aus vielen Gründen anders, als andere Spiele. Sowohl faszinierend wie belustigend ist jedoch, wie sehr das Spiel die Artgenossen des Protagonisten anspricht. Zahllose Clips bevölkern gerade die Sozialen Medien und dokumentieren, wie Katzen durch das Spiel getriggert werden. Wir fragen uns allerdings, ob hier auch Katzenlinguisten mit am Werk waren. Die zuschauenden Katzen merken doch sonst den Schwindel. ; – ) 

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Artikelbild: Bogdan Farca / unsplash

Monatsrückblick

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