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Wirbel um Apple Music, erfolglose Bezahlschranken und mehr im Monatsrückblick Juni

Sommerferien? Kennt das Netz nicht. Bei Facebook tut sich einiges, Statistiken erlauben interessante Einblicke und die digitale Wirtschaft schraubt kräftig an ihren Produkten. Platz für unterhaltsame Momente und Netzkultur gibt’s natürlich auch. Also, ab unter den Sonnenschirm und Füße hoch – der Monatsrückblick Juni.

Kauf mich!-Knopf – Pinterest ist bekanntlich das Netzwerk, welches seine Features und Strukturen seit jeher auf den Vermarktungsnutzen ausgerichtet hat. So verwundert es nicht, dass bald der „buy button“ kommt. Den Nachrichtenwert macht aber ein anderes Detail aus: Pinterest setzt die Kaufoption zunächst nur bei ausgewählten Händlern in den USA ein und will an den Transaktionen nichts verdienen, sondern hält sich beim Geldverdienen erst einmal an die eigenen Promoted Pins. Klingt nach Testphase…

Zuckerbergs Herold – Wir erinnern uns an das Gegrummel, als Facebook seine Nachrichten auf die Messenger-App auslagerte. Glaubt man den firmeneigenen Zahlen, so legt die Messaging-App stetig zu und überholt bald vielleicht WhatsApp. Das verwundert  nicht, sofern man bedenkt, wie intensiv dieses Netzwerk-Feature bereits zuvor genutzt wurde und wie stetig der Trend der mobilen Kommunikation steigt. Aber viel bemerkenswerter: Auf Platz drei und vier der weltweiten Nutzung, liegen mit QQ und WeChat zwei asiatische Spieler – und das ist nicht nur der quantitativen Stärke Asiens zu verdanken.

Umsonstkultur – Wie der Digital News Report 2015 des Reuters Institutes feststellen musste, können über Paywalls weiterhin keine Erfolgsstory geschrieben werden. Signifikantes Wachstum sei seit der Einführung vieler Bezahlschranken nicht zu verzeichnen; One-off-Produkte (Einmalzahlungen) liegen weit hinter Ongoing-Angeboten (Abos), wobei hier auch Kombi-Angebote digital/print mitgerechnet wurden. Fragt sich, wie lange Verlage noch mit dem Kopf durch die Wand wollen.

Schau mir in den Quelltext, Kleines – Was man alles findet, wenn man die Decke vieler Kampagnen-Websites der US-Präsidentschaftskandidaten lüftet: Im Quelltext von Jeb Bushs Wahlkampfseite wurde vorübergehend der Story-Plot von Die Hard (Stirb langsam) gefunden. Hillary Clinton versteckt in ASCII-Zeichen ihr Kampagnen-Logo. Und auf Rand Pauls Seite befindet sich ein Recruiting-Aufruf, für alle freiwilligen Helfer. Wir schauen uns demnächst mal andere Seiten an und suchen, ob wir dort auch Ostereier finden.

News Boom – Instagram und Twitter versuchen sich zur Zeit stärker als Nachrichtenmedium zu positionieren: Instagram kündigte eine erweiterte Suchfunktion an, womit schneller und vor allem organisiert aktuelle Events verfolgt werden können. Bereits zuvor kündigte Twitter mit seinem Project Lightning, welches Tweets nach aktuellen Live-Events sortieren soll, eine ähnliche Entwicklung an. Der Zwitscherdienst macht bei seinen Bestrebungen bereits ernst: Die Funktion soll verfügbar sein, unabhängig davon, ob im eingeloggten Zustand oder nicht – also vor allem auch per Desktop. Darüber hinaus werden gerade Medienpartner gesucht, welche die Funktion einbinden. Unsere Meinung: Das ist logisch und war überfällig.

Smartphone am Spieß – Selfies genießen seit jeher einen ambivalenten Ruf: Sie machen Spaß, haben aber auch eine peinlich-narzistische Seite. Weniger ambivalent ist dagegen der Trend, Selfie-Sticks einfach nur noch nervig zu finden: Die San Diego Comic-Con hat das Stöckchen verbannt, anderenorts sind sie bereits verboten und an Spott fehlt es auch nicht. Dass der Stick dadurch auch an Beliebtheit verliert – da sind wir skeptisch. Erst kürzlich haben wir festgestellt, dass der Selfie-Stick auch als stilistisches Mittel taugt. Wenn Sie ganz starke Nerven haben, dann empfehlen wir diesen Clip, in welchem das Smartphone-Stöckchen schwersten Einsatz findet (>Clip). Aber wie gesagt: Nur wenn Sie starke Nerven haben.

Social Enttäuschung – Satire-Seiten wie HoGeSa (Hooligans gegen Satzbau) zählen zu den standhaften Profilen, die dem weiter aufflammenden Nationalismus und Fremdenhass auf Facebook etwas entgegensetzen. Ausgerechnet diesem Projekt wurde durch Facebook der Saft abgedreht, weil es gegen Nutzungsbedingungen verstoße. Nachdem Mimikama die Meldung aufgriff und verbreitete, rotierte die Prüfstelle auf dem „Zuckerberg“. Ende vom Lied: HoGeSa ist wieder online. Trotzdem kein Grund zur Freude, zumal die Facebook-Admins die Satire-Seite bereits vorher im Fadenkreuz hatten und sogar Inhalte (ohne Verstöße) sperrten. Die gute Nachricht: Protest wirkt. Die schlechte Nachricht: Es ist ermüdent und die Facebook-Administrative bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm.

Mobilzwang – Damit der Spirit fürs Mobile belebt wird, sperrte die New York Times ihren Mitarbeitern den Zugang auf die eigene Seite – von Desktop-Rechnern aus. Wer die Seite sehen wollte, wurde verwiesen, ein Smartphone oder Tablet zu nutzen. Redakteure, die an Artikeln arbeiten mussten, durften natürlich weiterhin ihre Desktops nutzen – allerdings nur mit Tageserlaubnis. Die Idee ist nicht schlecht. Aber man darf auch nicht übersehen: Hier gilt Form vor Inhalt – kein Fortschritt für den Journalismus.

Live-Trends – Das beliebte Journalisten-Spielzeug Google Trends läuft jetzt auch in Echtzeit. Bei der Analyse werden nun ebenso YouTube und Google-News berücksichtigt und in der Trendsuche eingebunden. Weitere Quellen sollen bald hinzugefügt werden. Klingt gut.

Alter ‚Freund‘ – Eine schöne Geschichte für Nerds der älteren Generation: In Grand Rapids (Michigan) werden Klima- und Heiztechnik von 19 Schulen durch einen Amiga 2000 gesteuert. Der Commodore-Dinosaurier läuft seit 30 Jahren 24 Stunden, 7 Tage die Woche durch. Und das sollte er besser noch einige Zeit tun, denn: Eine Umrüstung des Systems würde sich auf gut 2 Mio. Dollar belaufen – Geld, das nicht da ist und woanders dringender gebraucht wird. So gesehen: Ein echter Held des Alltags.

Der Swift des Monats – Taylor Swift produziert jeden Monat so viele digital-relevante Nachrichten, dass sich auf manchen Portalen ein eigenes Swift-Ressort lohnen würde. Diesen Monat: Frau Swift prangert öffentlich Apples Absicht an, während der Abo-Test/Probezeit von Apple-Music-Neukunden, keine Verwertungsgelder an die Künstler zahlen zu wollen. Die Pop-Fee trifft damit einen wunden Punkt, zumal davon besonders auch kleinere Songwriter betroffen wären. Swift drohte mit Rückzug und Apple ließen von ihren Plänen ab. Das Ganze ist eine schöne, symbolische Heldengeschichte. Und man muss der Dame positiv zurechnen, dass ihr Einsatz auch den Schwächeren erheblich zu Gute kommt. Aber die Nummer stinkt schon etwas: Indie-Labels haben bereits zuvor erheblich gegen die Pläne protestiert, was Apple jedoch relativ egal war. Dem Protest eines Megastars nachzugeben, zeugt dagegen von Einsicht und ist gute PR für das bald anlaufende Projekt. Dass in der Probezeit zwar jetzt gezahlt wird, aber auch nicht mehr als die (auch bei Spotify) gängigen 0,002 Dollar pro Stream, war Frau Swift anscheinend egal.

Guck auf die Uhr – Änderungen im Algorithmus des Facebook News Feed gehören auf dem „Zuckerberg“ zum Tagesgeschäft. Wieso wir davon profitieren, wenn man sich unsere Postings einfach nur anschaut, ohne etwas zu liken oder zu teilen: Unser Bericht.

Teure Aussicht – Die Panoramafreiheit ist, sehr grob gesagt, die Erlaubnis, öffentliche Gebäude, inklusive Sehenswürdigkeiten, fotografieren zu dürfen. Im EU-Parlament ist nun die Forderung aufgekommen, die Arbeit von Architekten urheberrechtlich zu schützen und aus diesem Grunde die Panoramafreiheit einzuschränken. Da Netzwerke wie Facebook den Content seiner User vermarkten darf, hieße das dann auch, dass Bilder von Sehenswürdigkeiten zukünftig Tabu wären oder teuer werden könnten. Aber auch für freie Berufsfotografen wäre eine solche Änderung des EU-Urheberrechts ein schwerer, unfairer Schlag. Um es kurz zu machen: Der Vorschlag war gut, damit wir das mal angesprochen haben, aber das EU-Parlament hat sich gegen die Einschränkung ausgesprochen. Wäre ja noch schöner.

Zuckerberg trifft Tafelberg – 120 Mio. Afrikaner sind bei Facebook registriert. „Da ist mehr drin“ muss sich Herr Zuckerberg gedacht haben und eröffnet eine 25-köpfige Dependance in Johannesburg. Riecht nach etwas mehr, als nur Strukturarbeit: Es ist wahrscheinlicher, dass Herr Zuckerberg damit einen geo-strategischen Schritt für Internet.org bezweckt. Warten wir mal ab.

Hackergeddon – Meldungen über Angriffe von Hackern nehmen so immens zu, dass wir sie besser nur noch zusammenfassen. Beim Angriff auf die US-Steuerbehörde IRS wurde wohl, entgegen den Verlautbarungen im letzten Monat, nicht nur kopiert, sondern auch abgezweigt – nämlich Steuerrückzahlungen im Wert von 39 Mio.Dollar. CIA und Militär durften sichscheinbar auch über digitalen Besuch aus China freuen. Im Falle der US-Armee führten nach öffentlichen Angaben die Spuren zu syrischen Hackern des Assad-Lagers. Und damit das multinationale Fest digitaler Freude komplett ist: Der Angriff auf den französischen Sender TV5 Monde gehe allem Anschein nach auf russische Rechnung. Haben wir im Westen eigentlich keine Spezialisten mehr?

Hackergeddon 2 – Machen wir auf germanischem Boden weiter: Jetzt ist es sicher – die Cyberattacke auf den Bundestag hat einen Totalschaden angerichtet – der allerdings nicht so heißen darf: Noch wird rumgedruckst, aber es sollen vermutlich Hard- und Software des gesamten Parlamentsnetzwerks ausgetauscht werden müssen. Solange der Hauptschalter auch noch nicht auf off stehe, solle weiter Daten abfließen. Da ist es schon fast erfrischend, dass Angela Merkels Instagram-Account nur von russischen Trollen heimgesucht worden sein soll.

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Norse Attack Map – Kein Video-Spiel, sondern harter Ernst. screencast-gif: Socialmediakonzepte.de

War Games – Um die Vitalität von Hacker-Aktivitäten noch etwas zu verdeutlichen: In einer Echtzeit-Karte zeigt der Sicherheitsexperte Norse einen Überblick der gerade akuten Cyberangriffe weltweit. Der Dienst sammelt Informationen und wertet Ursprung, Ziel und Form des Angriffs in Realtime aus. Klarer kann man nicht verdeutlichen, dass im Netz ein Cyberkrieg tobt.

Troll-Haftung – In einem Fall, über den wir bereits berichtet hatten, ist endlich das letzte Wort gesprochen: Verlage zahlen für Trolle – Meinungsfreiheit hat Grenzen. Wieso sich trotzdem nicht wirklich etwas ändert, lesen sie >>hier.

Zwitschern ohne Grenzen – Twitter hebt sein 140-Zeichen-Limit auf – und zwar für direkte Nachrichten. Tweets bleiben jedoch weiter im 140er Korsett. Und? Nichts, das war’s.

Play on! – Was Deutschland die gamescom, ist Amerika die E3 in Los Angeles. Wie jedes Jahr gab es viele neue Spiele und etwas neue Hardware, aber überlassen wir diesen speziellen Bereich besser den Leuten, die mehr davon verstehen:

Schnüffeln hinterm Schleier – Tor und VPN leisten in China gute Dienste für Journalisten, Dissidenten, ethnische Minderheiten und im Grunde jeden, der vom Staat aus politischen Gründen beobachtet wird. Wie AlienVault berichten, sei es chinesischen Hackern anscheinend gelungen, anonyme Nutzer zu identifizieren. An sogenannten Wasserstellen, also von diesen Gruppen oft frequentierte Seiten, wurde anscheinend Maleware infiltriert, welche es dann ermöglichte, eingeloggte anonyme Nutzer trotz Verschlüsselung zu identifizieren. Es könne zwar nicht genau nachgewiesen werden, wer genau hinter der Operation steckt, jedoch deute die Größe der Aktion auf einen staatlichen Ursprung hin.

Teures teilen – In einem schon länger andauernden Fall, hat der BGH nun das letzte Urteil gefällt: Die Eltern von Teenagern müssen für illegal heruntergeladene Musik zahlen. Besonders überraschend ist dabei jedoch die Höhe von 200 Euro, welche Plattenfirmen pro berücksichtigten Titel einfordern dürfen. Der spezielle Hinweis gilt dabei der Technik: Es sind nicht einfach Downloads gewesen, welche als Privatkopie eher minderrelevantsind. Es handelt sich dabei um Filesharing-Netzwerke, also Systeme, bei denen man nicht nur etwas runterlädt, sondern gleichzeitig auch etwas hochlädt und damit in den Status eines Verbreiters gerät. Geben ist nicht immer seeliger denn nehmen.

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Bild: Screenshot

Zeig mir deinen Regenbogen – Nachdem der oberste Gerichtshof der USA gleichgeschlechtliche Eheschließungen landesweit legalisierte, fühlte sich das wie ein Sieg an. Und Siege werden gefeiert – auf Facebook vornehmlich durch das regenbogenfarbige Kolorieren von Profilbildern. Solidarität via Profilbild auszudrücken, ist mittlerweile eine gängige soziale Handlung geworden: Das haben wir beim tragischen Germanwingsabsturz gesehen, aber gerade in Fragen der gleichgeschlechtlichen Ehe erinnern wir uns auch noch an die „Red“-Kampagne. Für das Regenbogenbild des eigenen Profilfotos gab es einen Filter, welcher angeblich von zwei Facebook-Praktikanten ausgedacht und innerhalb von zwei Tagen umgesetzt wurde. 26 Mio. Mitglieder nutzten den Regenbogenfilter für ihr Profilbild. Und wieder einmal wurde gemunkelt, dass Zuckerbergs solche Aktionen für soziale Experimente veranstalten – was nicht ganz abwegig ist. Unterhaltsamer Nebeneffekt von solchen Happenings sind die Reaktionen mancher Prominenter Supporter – besonders wenn das Image von Fans anders eingeschätzt wurde (s.rechts). #ArnieRocks

Are Kids „Gay ok“? – Und um damit einen schönen Abschluss zu finden, haben wir einen Clip aus 2013 ausgegraben, der Kinder zwischen 5 und 13 Jahren in einer Befragung zu Thema gleichgeschlechtlicher Eheschließungen zeigt. Süß und unterhaltsam, aber vor allem zeigt der Clip, dass Kinder oftmals mit mehr Logik, Menschlichkeit und Toleranz an das Thema gehen, als ihre Elterngeneration. Ein besonders unterhaltsames Detail: Eines der Kinder ist strikt gegen Homosexualität, kann jedoch keine Argumente oder Erklärungen liefern. Interessanterweise zeigt dieser Junge die „deutlichsten Zeichen“ für eine bunte Zukunft auf. Manche Aspekte sind einfach altersübergreifend.

 

Artikelbild: RichardBH (flickr / Nutzungsbedingungen)

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