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Somebody – Eine App wird zur Gesellschaftskritik

Der Hauptakteur im neuen Kurzfilm der Medienkünstlerin Miranda July, ist nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Bits und Bytes. Die Social-App „Somebody“ enttarnt die sozialen Defizite einer hypervernetzten Mediengesellschaft – glücklicherweise mit einer gehörigen Portion Humor.

cover_somebodyWir sag‘ ichs nur?

Sie wollen eine Beziehung beenden, bringen aber nicht den Mut auf, dies dem/der zukünftig Verflossenen ins Gesicht zu sagen? Es soll Menschen geben, die dann auf eine Mitteilung via SMS zurückgreifen. Aber wohin führt das, wenn wir uns daran gewöhnen, menschliche Interaktion durch Hilfsmittelchen wie eine App zu ersetzen? Die Antwort könnte Somebody geben.

Die Macken der Moderne

Kommunikationsdrang, Technikverliebtheit, das naive Vertrauen in Avatare und Nutzerbewertungen, Apps als zwischenmenschlicher Gatekeeper: Merkmale einer vernetzten Mediengesellschaft, welche bereits begonnen hat, menschliche Schlüsselhandlungen durch sozial-mediale Werkzeuge zu ersetzen. In Julys Kurzfilm ist es ausgerechnet eine App, die die humane Komponente wieder ins Spiel bringt: Mit Somebody beauftragen Sie einen unbekannten Dritten, Ihrem (ehemals) Liebsten die Worte zu überbringen, die Sie nicht über die Lippen bringen. Straßentheater vorprogrammiert.

Entstanden ist die Idee in Zusammenarbeit mit dem Programmierer Andrew Badr, lebte bisher jedoch nur als Projektplan. Als Miranda July von Pradas jungem Label Miu Miu eingeladen wurde, einen Film für Women’s Tales beizusteuern, regte die Künstlerin an, die App zum Thema des Films zu machen. Allerdings unter der Prämisse, die App vom Reißbrett ins echte Leben zu bringen. Miu Miu sagte OK. Der Kurzfilm lief dieses Jahr auf der Biennale in Vendedig.

Was unter Mitwirkung der New Yorker Agentur Stinkdigital entstand, ist eine App, die zwar nur an stark frequentierten Hotspots ideal funktioniert, aber durchaus genutzt wird. Auf dem Tumblr Blog können Anwender Selfies mit „Somebodys“ hochladen.

Wie es aussieht, führt die App in der Realität kaum zu so dramatischen Szenen wie im Kurzfilm. Aber: Sie bringt Fremde zusammen und spendet Freude – für Miranda July dürfte das Projekt somit ein voller Erfolg sein.

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Artikelbild: Screenshot YouTube

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