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Wer nutzt eigentlich noch Adblocker?

Wer benutzt noch Adblocker

Es ist noch gar nicht so lange her, da gaben sich Meldungen zu Adblockern in den Nachrichten die Klinke in die Hand. Zuweilen klangen die Klagen so, als würden die Werbeblocker einzig und allein für das Ende der Werbeindustrie verantwortlich sein. Aber es ist ruhig geworden um die kleinen Browsererweiterungen. Heißt das, dass niemand mehr Adblocker nutzt? Was ist passiert?

Bitte den Adblocker abschalten!

Erinnern Sie sich? Vor 6 Jahren bettelten Nachrichtenseiten noch darum, die Adblocker doch bitte abzuschalten. Als ob die Display-Werbung alleine den ganzen Laden finanzieren würde. Wenige Jahre später fingen Seiten wie Bild.de spektakulär an, Besucher mit Adblocker auszuschließen. Auch mit dem Effekt, dass Adblocker-Anbieter zahlreiche Spenden erhielten.

Bild.de Adblocker

Seit 2015 die Startseite von Bild.de – zumindest für manche. Quelle: Screenshot

Springer verbissen sich gänzlich in das Thema, als sie einen kleinen Blogger verklagten, der erklärte, wie Adblocker-Blocker umgangen werden können. Und bis zum heutigen Tage versucht der Verlagsriese, die kleinen Programme gerichtlich verbieten zu lassen – mit mäßigem Erfolg.

Das Ende der Werbeblockade?

Eine aktuelle Erhebung von YouGov (hier) legt das Gegenteil nahe. Als wir uns 2017 das letzte Mal mit dem Thema beschäftigten, pendelte sich der Anteil der Adblocker-Nutzer in Deutschland bei 20 bis 24 Prozent ein. Dieser Wert hält sich, laut Bundesverband Digitale Wirtschaft, bis heute.

YouGov kommen in ihrer Studie auf rund 38 Prozent der deutschen User. Aufgrund der großen Erhebungsmasse (mehr als 8000 Befragte) schenken wir dieser Studie mehr Glauben als den Zahlen des BVDW. Und das heißt, der Anteil der User hat sich um mehr als 10 Prozent erhöht. Dafür gibt es viele Gründe und alle sind mehr als nachvollziehbar.

Warum Adblocker

Quelle: YouGov

Bedingt erreichbar

Der Großteil fühlt sich von Werbung belästigt (rund 60 Prozent). Knapp die Hälfte versuchen sich durch AB vor Malware und Viren zu schützen. Und jeder Dritte wollte auf diese Weise verhindern, getrackt zu werden. Dabei handelt es sich nicht um die üblichen #Neuland-Kunden. 71 Prozent bezeichnen sich als technisch affin, nutzen häufig Online-Services und sind eigentlich täglich im Netz.

Für YouGov bedeutet dies, dass die Nutzer der Browsererweiterungen nicht verloren, sondern nur etwas anspruchsvoller sind. Wir würden diese Interpretation noch woanders hinsteuern: Für lediglich ein knappes Drittel hat die Werbung noch eine Bedeutung. Für die restlichen 70 Prozent ist herkömmliche Werbung irrelevant oder störend.

Blick nach vorne

Während Springer Eyeo verklagen, kooperieren Google und der AdBlock Plus-Anbieter für ein gemeinsames und ethisch vertretbares Whitelisting. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass alle Horrorszenarien ausgeblieben sind. Weder haben Adblocker Display-Werbung den Todesstoß versetzt, noch konnten Adblocker duch Klagen oder Nutzer-Sperren neutralisiert werden.

Dagegen haben die Werbe-Sperren sicher auch dazu beigetragen, Entwicklungen wie die Content-Vermarktung oder das Native-Advertising voranzutreiben. Halten wir also fest: Adblocker sind gesund, munter und beliebt wie eh und je. Und sie erinnern uns stetig daran, Werbung als Chance zu mehr Kreativität zu begreifen.

Artikelbild: Socialmediakonzepte.de

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