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WhatsApp – Widerspruch noch bis zum 25.09. möglich. Aber was bringt das?

Als Facebook Anfang 2014 WhatsApp für rund 16 Milliarden Dollar kaufte, erklärte der Nachrichtendienst, seine Nutzerdaten nicht zu verkaufen. Dass jedoch die Daten der seiner Zeit 450 Millionen Nutzer nicht an einen Käufer übertragen würden, schloß der Instant-Messenger nicht aus. Nun soll das große Telefonbuch doch genutzen werden, das bedeutet: Daten von WhatsApp sollen Facebook zu Vermarktungszwecken bereitgestellt werden. Man kann widersprechen, aber was bringt das dann? Ist das Kind nicht längst in den Brunnen gefallen?

Für die Crossover-Nutzung der WhatsApp-Daten führte der Dienst am 25.08.2016 eine Aktualisierung der Nutzungsbedingungen ein. Dieser Novellierung kann man streng genommen gar nicht zustimmen (Opt-In Lösung), sondern nur explizit widersprechen (Opt-Out Lösung). Das muss bis zum 25.09.2016 geschehen und geht wie folgt.

Widerspruch – Zwei Möglichkeiten, die nur eine sind

Überall liest man, dass es zwei Möglichkeiten des Widerspruchs gäbe. De facto handelt es sich aber nur um eine Einstellung.

whatsapp_account_konto►Möglichkeit 1

Erhält man die Bekanntmachung der veränderten Nutzungsbedingungen, was bei den meisten Nutzern bereits geschehen sein wird, hat man die Optionen „Zustimmen“ oder „Lies mehr über die wesentlichen Updates…“.

Tippt man auf „Lies mehr…“, wird man zu einer Stelle in den Kontoeinstellungen geführt, wo ein Häkchen gesetzt werden kann und welches die Freigabe der WhatsApp-Account-Informationen an Facebook bedeutet. Wofür? Um „meine Erlebnisse mit Werbung und Produkten auf Facebook zu verbessern“.

Tippt man auf „Zustimmen“, wird dieses Häkchen ohne weiteren Informationen sofort gesetzt.

►Möglichkeit 2

Wer hier vielleicht schon auf „Zustimmen“ getippt hat, es später aber noch mal ändern möchte: Bis zum 25.09.2016 kann man den Haken noch entfernen. Der Weg ist einfach: Einstellungen >> Account >> Häkchen „Meine Account-Info teilen“ entfernen. Hat man das gemacht, ist diese Entscheidung nicht mehr revidierbar.

Was bringt das?

Einfache Antwort: Das bringt Facebook den Anschein, seinen Kunden mit Transparenz zu begegnen. Mit dem Entfernen des Häkchens unterbindet der Kunde jedoch lediglich die Weitergabe für Werbezwecke. Die Daten selbst wandern trotzdem zur Konzernmutter, und zwar, wie es heißt, zur:

…Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen.

Datenschutz Dritter gebrochen

Dass unsere Daten dort verschoben werden, dürfte klar sein. Heikel ist, dass auch andere Nummern unseres Telefonbuchs einfach mitübertragen werden sollen. Also, Leute, die wir in unserem Smartphone gespeichert haben, aber selber keine WhatsApp-Nutzer sind, verlieren ihre Telefonnummer an die gesamte Facebook-Gruppe.

Darüber hinaus arbeiten WhatsApp auch daran, Business-Kunden die Möglichkeiten zu eröffnen, Endverbraucher zu kontaktieren, beispielsweise für Flugbestätigungen.

Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen?

Klare Antwort: Ja! Facebook will sein aktives Vermögen nutzen und dazu gehört, dass man das Potenzial von zugekauften Diensten wie WhatsApp auch für die eigenen Produkte ausschöpft. Egal, was nun noch auf juristischer Ebene geschehen wird, im Kern wird sich an der neuen Lage nichts mehr ändern. Die einzige Möglichkeit, sich dem völlig zu entziehen, ist das Entfernen WhatsApps‘.

Und die dürfen das so einfach machen?

Ob Facebook, respektive WhatsApp, das so einfach dürfen, steht gerade zur Debatte. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat jüngst WhatsApp abgemahnt. Der Dienst hat nun bis zum 21.09.2016 die Möglichkeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Des Weiteren will die EU-Kommission, aufgrund der aktuellen Änderungen, die Übernahme des Nachrichtendienstes durch Facebook prüfen. Und auch das Kartellamt ermittelt seit Anfang März gegen das Zuckerbergimperium. Der Vorwurf klingt altbekannt: Die gigantischen Big-Data-Aggregationen missbrauche Facebook für seine marktbeherrschende Stellung.

 

Artikelbild: Socialmediakonzepte.de

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