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Snapchat 2.0 und E-Commerce – Es geht gerade erst los

2015 war zweifelsohne ein wichtiges Jahr für Snapchat: Alle fragten sich, was denn die Kinder da machen und was an der App so besonders ist, dass sie unter den Heranwachsenden immer beliebter wird. Ob es verstanden wurde, steht auf einem anderen Blatt. Dass man Snapchat jedoch nicht links liegen lassen sollte, beweisen die unzähligen Accounts von Unternehmen, Prominenten, Organisationen und selbst Staatsleuten, die letztes Jahr die Arbeit aufgenommen haben. In den USA hat die App jüngst Instagram überholt und das neue Update kann ein echter Game-Changer werden. Wer jetzt noch skeptisch ist, sollte zusehen, schnellstmöglich vom Holzweg runterzukommen.

The New Champ

Das letzte Update lautet: Snapchat überholt Instagram als beliebteste App unter den 13- bis 19-Jährigen. Die Meldung geht auf eine turnusmäßige Erhebung der US-Investmentbank Piper Jaffray zurück, welche unter 6.500 Jugendlichen durchgeführt wurde.

Knapp hinter dem Spitzenreiter liegt natürlich immer noch Instagram, gefolgt von Facebook, die bereits vor Jahren die Hauptrelevanz bei Heranwachsenden verloren haben. Analysten empfehlen, die Zahlen nicht überzubewerten. Und Piper Jaffray raten auch weiter zur Übergewichtung von Facebook-Aktien.

Aber auch wenn wir die Meldung nicht überbewerten, muss man erkennen, dass Snapchat kein Strohfeuer ist und Potenzial zu Höherem hat. Wohin die Reise gehen könnte, zeichnet sich mit dem Update auf Snapchat 2.0 ab.

Snapchat 2.0 – Alles auf einmal

Mit dem Update bindet Snapchat alle wichtigen und gängigen Kommunikaitonsformen ein (Video, Audio, Text, Symbole und Zeichnungen). Und darüber hinaus sind sie auch noch gleichzeitig nutzbar.

Begeisterte Kritiker urteilen bereits, dass Snapchat mit diesem Schritt offensichtlich macht, wie sehr andere Spieler in den letzten Jahren geschlafen haben. Gehen wir zunächst durch die neuen Features.

  • auto-advance: Damit Nutzer am Ball bleiben, springt die App nach Beendigung einer Story direkt in die nächste unter meinen Freunden. Ein Feature, das nicht ungeteilte Freude erntete – leider ist diese Funktion aktuell nicht optional abschaltbar.
  • 200 neue Sticker in den Chats: Auch wenn es eher klein erscheint, so gehört der große Umfang an Stickern zum Grundrüstzeug moderner Messaging-Apps.
  • Bilder vom Smartphone hochladen: Es gibt immer noch das 10-Minuten Foto, aber die neue Option ist ein klares Zugeständnis ans Publikum, welches jetzt auch bereits gemachte Fotos einbinden kann. Snapchat-Filtern, Text und Zeichnungen sind auch hier anwendbar.
  • Sprach- und Videoanrufe: Wenn 10-Sekunden Snaps nicht mehr reichen, kann es auch mit einer längeren Konversation weitergehen – in gesprochenem Wort oder als Video-Call.
  • 10-Sekunden Video-Loops und Sprachnachrichten: Die Video-Loops sind wirklich eine originelle Idee: Statt einem Emoji oder einem LoL, kann man selber als bewegte, GIF-ähnliche Reaktion auftreten. Und wenn man gerade nicht tippen kann, erledigt die Sprachnachricht die Kurzmitteilung.
  • Multi Interaktion: Alle neuen Funktionen können in verschiedenen Kombinationen simultan verwendet werden.

Snapchat versichern in ihrem Privacy Center, dass auch diese Inhalte nur temporär gespeichert werden.

An die Zukunft denken

Wir sollten nicht so tun, als könnten wir nicht mehr ohne Snapchat leben. Aber man sollte die Zeichen auch nicht falsch bewerten: Wir befinden uns in einer späten Early-Adopter-Phase. Die App ist der Top-Spieler im Segment der Heranwachsenden, macht aber auch bei anderen Konsumentengruppen immer mehr Boden gut (12 Prozent der 35- bis 54-Jährigen und 2 Prozent der Altergruppe über 55).

Early-Adopter haben die Eigenschaft, nicht nach der Kategorie zu fragen, in welcher man eine App verstehen soll – sie definieren ihren Sinn und Nutzen nach den praktischen Gewohnheiten, weil sie erst einmal ausprobieren und dann urteilen. Und sie definieren damit auch die Art, wie die App in Zukunft genutzt werden wird. Wer jetzt nicht auf den Snapchat-Zug aufspringt, wird zukünftig schwere Probleme damit haben, in diesen Markt zu kommen. Snapchat jetzt ernst zu nehmen, ist eine wichtige Investition in die eigene Zukunft.

The Next Step für Snapchat

Die nächste Stufe ist natürlich die Frage: Und wann kommt das Geld? Joanna Coles, Editor in chief der Cosmopolitan und Vorstandsmitglied bei Snapchat, erklärt in einem re/code-Interview, wo die Monetarisierungschancen in Zukunft liegen (ab 37:30 im Video).

Der Discover-Bereich ist bereits kein werbefreier Raum mehr. Außer einfachen Werbe-Snaps spielt hier sicher auch das Influencer-Marketing eine Rolle. Aber viel entscheidender und nur im Nebensatz fallengelassen: E-Commerce wird kommen. Einige Testkanäle unter Discover experimentieren noch herum, werden sich aber auf kurz oder lang in Shopping-Kanäle verwandeln.

Nebelkerze

Wir haben kürzlich auf das Phänomen Dark Social hingewiesen. Eine Lehre war, dass wir das Bedürfnis zur 1-zu-1-Kommunikation der Menschen nicht unterbewerten sollten – sie macht einen Großteil aller Kommunikationen im Netz aus.

Mit Snapchat haben wir eine App, welche die Kommunikation zwischen einzelnen Nutzern und Gruppen ermöglicht, in allen relevanten Formaten, dynamische Features einbindet, Content von News bis Unterhaltung anbietet, Werbung zulässt und bald auch noch Shopping-Optionen eröffnet.

Selbst wenn Snapchat nicht an allen Fronten punktet, wird unterm Strich mehr Gewinn als Verlust stehen. Es könnte sich herausstellen, dass die App einfach zu viel wollte – oder sie ist der Paradigmenwechsel, der die Art wie wir kommunizieren signifikant verändert.

Artikelbild: pixabay

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