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Jahresrückblick – Wie das Social-Web gerockt hat

Das scheidende Jahr 2016 hatte leider viele Schattenseiten. So viele, dass man vergisst, wie viele helle Momente das Netz hatte: Geniale Memes, bekloppte Aktionen, schwachsinnige Geschichten, wie sie nur das Netz schreiben kann und einige Glanzlichter, die Hoffnung schöpfen lassen. Wir haben 14 dieser Momente zusammengetragen und bleiben auch für 2017 zuversichtlich und optimistisch.

JahresrückblickDie Erschaffung Manchesters

Das Social Media-Jahr begann direkt mit einem viralen Zufallskunstwerk. Kein Newsfeed, der vor diesen Bildern sicher war. Die Geschichte hinter der Szene ist eine alkoholinspirierte Konfrontation in der Neujahrsnacht, und zwar zwischen Mr. Deveney, blaugekleidet in der Bildmitte liegend, und dem Mann, der gerade am Boden von zwei Ordnungshütern „betreut“ wird. Das wissen die Medien übrigens von Hannah Kirby, welche nicht nur Mr. Deveney begleitete, sondern sich auch rechts im Bild in Klage-Pose befindet. Getauft wurde der Schnappschuss „Die Erschaffung Manchesters“ (Creation of Manchester). Weshalb dieser Titel, wird klar, wenn man sich Mr. Deveney genau anschaut und überlegt, an welches Kunstwerk seine Pose erinnert. Die ganze Story im Januar-Rückblick >>hier

 Frag nicht das Internet – Schiffgesicht

Manche Leute halten es ja für besonders demokratisch und authentisch, den einfachen Bürger über das Internet direkt in Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen. Ein belustigendes Ereignis bewies leider, dass man dem einfachen Bürger nicht trauen kann, wenn er in der digitalen Masse aufgeht. Die britische Umwelt- und Forschungsbehörde NERC hat ein neues Forschungsschiff und brauchte dafür natürlich einen Namen. Also dachte sich die Behörde, nutzen wir das doch für eine öffentliche Kampagne und lassen unter #NameOurShip die Netzgemeinde einen Namen finden.

Tja, wie das so ist, wenn man der Netzwelt so einen 11-Meter vorlegt: Ein Radiomoderator schlug spaßeshalber „Boaty McBoatface“ vor und knapp 125.000 User machten den Gaga-Vorschlag zum Sieger der Umfrage. Das tat dem Moderator im Nachhinein auch leid, hatte er sich doch selber eher für den Namen des legendären, britischen Tierfilmers Sir David Attenborough ausgesprochen. Und dem ist das NERC dann auch nachgekommen, entgegen den Spaßvögeln, die darauf hin sogar Petitionen aufsetzten. Beobachter sprachen von der Entscheidung der britischen Nutzer schon als Donald Trump-Moment der Netzgemeinde (da war der #Brexit noch nicht aktuell). Um zu zeigen, dass man die Umfrage nicht gänzlich als Schnapsidee abtun möchte und auch Humor besitzt, wurde das kleine U-Boot an Bord des Forschungsschiff Boaty getauft. Tja, das Internet – man kann „ihm“ einfach nicht trauen.

Virale Musiker in Nahverkehr

Gut gemachte Strassenmusik, plus die Viralität des Internets, ist gleich Erfolg: Diese Formel hat schon einige Male funktioniert – und diesmal in Frankfurt: Sängerin und Gitarristin Anna Guder, a.k.a. Kiddo Kat, und ihre Freundin Heidi Joubert sitzen in der S-Bahn und geben Prince‘ „Kiss“ in einer Unplugged-Version zum Besten. Plötzlich gesellt sich ein weiterer, unbeteiligter Sänger hinzu und es entsteht eine unterhaltsame Jam-Session im öffentlichen Nahverkehr. Mehr als 45.000 Shares haben für über 40 Mio. Views des Clips gesorgt, Besuche in Talk-Shows, Earnd Media wohin man schaut – toller Erfolg eines Viral-Videos. Man muss erhlicherweise auch dazu sagen, dass es einige Indikatoren gibt, die eher auf eine inszenierte Aktion schließen lassen: Diese spontan wirkende U-Bahn-Session fand im Kontext der Frankfurter Musikmesse statt – ein Event, in dessen Dunstkreis eh viele Musiker in Frankfurts Nahverkehr anzutreffen sind. Und beide sind für diverse Brands von Musikalien bereits in Erscheinung getreten – früher hätte man Firmenmusiker gesagt – welche auch kräftig bei der viralen Verbreitung mitgemacht haben. Trotzdem schön, dass das Netzvolk extra positiv auf handgemachtes Kulturgut reagiert. Das stimmt eigentlich zuversichtlich.

CandacePayne – Die Macht der Chewbacca-Maske

Es war das vermutlich erfolgreichste ViralVideo des Jahres und liest sich wie ein Märchen: Candace Payne sitzt in ihrem Wagen, startet ein Facebook-Live-Video und erzählt, dass sie gerade aus einem Kohl’s (Warenhaus) kommt und etwas gekauft hat, was sie sofort mit all ihren Freunden teilen muss: Eine „sprechende“ Chewbacca-Maske. Dank eines ansteckenden Lach-Flashs und ihrer passionierten Art, macht der Clip eine Wahnsinnskarriere: Mehr als 150 Mio. Views und 3 Mio. Shares machen den Clip zum Rekordhalter. Ihr privater Account hat mittlerweile über 800.000 Abonnenten. Und damit nicht genug: Ihre Familie wurde mit Star Wars Fan-Gifts überschüttet, Einladungen zu Talk-Shows und Reisen ins Disney-Land im Wert von rund 15.000 $ und ein College-Fond für ihre Kinder im Wert von rund 400.000 $. Aber nicht nur Payne und Facebook profitierten. Die 30 $-Maske ist mittlerweile in allen Läden ausverkauft und erzielt auf Ebay Kurse von bis zu 500 $.

Tolle Geschichte, wenn es wirklich ein privater Clip einer zweifachen Mutter war. Wie gesagt: Wenn! Denn: Wenn diese zweifache Mutter wirklich eben „nur“ eine Frau Jedermann ist, dann haben wir hier ein einmaliges Performance-Talent, das wir dabei live beobachten können, wie sie ihre Chance of a lifetime nutzt. Wir wissen aber nun, am Ende des Jahres, welche Energie, seitens Facebook, in die Promotion von Live-Videos gesteckt wurde. Und daher lehnen wir uns mal aus dem Fenster und möchten behaupten: Die Nummer war inszeniert und wer Candace Payne wirklich ist, wissen wir nicht. Aber schön, dass sie dem Facebook-Live-Team so schön dankt. 😉

Game Of Memes – Tyrion Tretroller

Memes von Promis, deren unvorteilhafte Bilder ins Netz geraten sind, gehören zu einer schönen Tradition des SocialWeb. Und die Gräße eines Memes hängt nicht zuletzt von der Bekanntheit und Beliebtheit eines verwursteten Objekts ab. Eines der schönsten Memes hatten wir einem Bild von Peter Dinklage, auch bekannt als Tyrion Lannister aus Game of Thrones, zu verdanken. Und der ist beides – bekannt und beliebt: Nicht mit Weinbecher in Westeros oder Meereen, sondern auf einem Tretroller in New York City schoss ein Fotograf den Schauspieler ab, grimmig vermummt mit Sonnenbrille und Hoody. Mittlerweile haben sich bei BoredPanda über 100 verschiedene Bildmontagen eingefunden – das ist eine stattliche Zahl. Wenn es auf 20 Meme-Varianten kommt, ist man schon gut dabei. Aber 100 – alle Achtung. Nicht nur für GoT-Fans ein höchst unterhaltsames Vergnügen.

Jahresrückblick

Mark und die Klebestreifen

JahresrückblickFrüher hat man sich über Leute lustig gemacht, wenn sie die WebCam ihres Laptops abgeklebt haben. Seitdem wir wissen, dass die eingebauten Kameras und Mikrofone an Computern und Smart-Devices durchaus von außen gehackt werden können, schwindet der Spott zugunsten der Skepsis. Wir haben im Juni von zwei Personen erfahren, dass sie sich der gleichen Praxis bedienen und das waren niemand geringeres als der Chef des FBI und Mark Zuckerberg.

Der große Unterschied ist jedoch: Die meisten Menschen kleben die WebCam ab, weil sie das difuse Gefühl haben, es könnte wirklich etwas passieren. Diese beiden Prominenzen wissen es vermutlich besser. Während jedoch der FBI-Chef James Comey offen zugab, seine Linsen abzukleben, half uns im Falle Zuckerberg die aufmerksame Netzgemeinde: In einem Posting steht sein Laptop unauffällig am Bildrand. Bei genauerer Betrachtung sind die profilaktischen Klebearbeiten zu sehen – und man sollte wissen, das SocialWeb schaut immer genauer hin. Die Herren müssen aber auch unendlich geizig sein, denn Webcam Abdeckungen gibt es mittlerweile für kleines Geld an jeder Ecke zu kaufen und sind auch nicht teurer als eine Rolle Klebeband.

#savemarinajoyce – Hysteriereflex auf Autopilot

Eine Geschichte, wie sie nur von den Sozialen Medien geschrieben werden kann. Als der Hashtag #savemarinajoyce trendete, haben wir uns gefragt, wovor man die britische YouTuberin Marina Joyce denn retten soll. Gerüchte um eine Entführung machten die Runde, denn ihre Videos seien in letzter Zeit auffällig schlecht geworden und sie würde sich merkwürdig verhalten. Manche wollten sogar versteckte Helft-mir-Signale entdeckt haben. Und dann noch die verdächtigen blauen Flecke auf ihren Armen – da musste doch etwas nicht stimmen. Gerüchte um eine schwere Drogenabhängigkeit reihten sich ebenfalls in diesen Tumult ein. Schließlich machte die Polizei dem Spuk ein Ende und erklärte: Alles in Ordnung – gibt keine Entführung. Die YouTuberin gab sich ebenfalls überrascht. Sie sei nicht merkwürdig, sondern Christin geworden und fühle jetzt eine spirituelle Aufgabe. Die blauen Flecken stammen von einem Sturz im Wald. Und sie habe nie Drogen genommen. Ihre Erklärung: Das war ein PR-Stunt, der von einigen Fans inszeniert wurde. Aber sie freute sich im gleichen Atemzug über die vielen neuen Subscriber. Kannste nicht erfinden.

Ode an den Wurm

Jahresrückblick

Social Media-Kundenservice kann imageprägend sein. Was sich zwischen einem Social Media-Mitarbeiter des Großmarktes Tesco und einem Kunden im August abspielte, ist so genial, es könnte auch gescripted sein – ist es aber nicht: Wes Metcalf hatte eine Gurke bei Tesco gekauft und unter der Einschweiß-Folie einen toten Wurm gefunden. Er beschwerte sich jedoch nicht über den Wurm, sondern nahm den Vorfall zum Anlass, eine Geschichte mit seinen Kindern zu basteln – über William, den Wurm, für den jetzt eine Beerdigung organisiert werden müsse. Tescos Kundendienstmitarbeiter Rob stieg drauf ein und verfasste ein Gedicht an William, mit der Bitte, es doch während der Beisetzung vorzutragen. Die Kommentatoren feiern den Dialog zwischen Metcalf und Tesco-Rob und eigentlich ist dieser Fall schon preiswürdig. Aber das sollte jeder selber lesen, weil es einfach so großartig ist. That’s Social Media at it’s best!

Singen gegen das Vergessen

Seit Mitte des Jahres hatte ein Clip die Runde gemacht, in welchem ein Sohn und sein Vater singend im Auto zu sehen sind. Die Empathie der Netzgemeinde ist groß – die Geschichte dahinter ist rührend: Mac McDermott kümmert sich um seinen an Alzheimer erkrankten Vater. Die Situation wird stetig schwieriger. Immer öfter erkennt der Vater nicht mal mehr seinen eigenen Sohn. Große Hilfe erhielt McDermott dabei stets von der Alzheimer’s Society, die ihm via telefonischer Hilfe jeder Zeit beistehen und Ratschläge geben. Der Tipp, den Vater wieder zum Singen zu animieren, zumal er sein ganzes Leben Sänger war, fruchtete.

Sein Sohn macht daraus eine virale Aktion und der immer stärker degenerierende Mann blüht wieder auf – und wüßte man nicht, dass es sich um eine Krankheitsgeschichte handelt, der alte Herr könnte als amtlicher Crooner durchgehen. Mac McDermott möchte sich bei der Alzheimer’s Society bedanken und teilt daher so viele Clips wie möglich, um auch sein Fundraising für die Gesellschaft zu bewerben. Das Ziel waren anfänglich nur £ 1.000 – mittlerweile sind wir bei £ 126.340. Es hat sich sogar das legendäre Decca-Label gemeldet, eine Platte wurde in den nicht weniger legendären Abbey-Road-Studios produziert, die Platte ist in England ein echter Hit und das Geld aus der Verwertung geht komplett an die Alzheimer-Hilfe. Das SocialWeb hat nicht immer das größte Hirn, aber oftmals ein sehr großes Herz.

#CheerioChallenge – Papa ist doof

Ein ewiger Trend hat auch in 2016 neue Blüten getrieben: Challenges. Und bei manchen Hypes ist man nicht unglücklich, dass sie das europäische Festland nicht erreichen. So wie bei der #CheerioChallenge: Warten, bis die Frau aus dem Haus ist, zum schlafenden Kind gehen und so viele Frühstücksringe (Cheerios) wie möglich auf dem Kopf des kleinsten Familienmitglieds stapeln. Die fragwürdige Challenge war eigentlich nur zum Vatertag gedacht, zieht aber immer noch ihre Kreise. Ziemlich dämlich, aber leider auch irgendwie sehr lustig. Und natürlich beteiligen sich ebenso Frauen – und Obama.

#StarTrek50 – Mehr als Kult und Mythos

Sollte das Jubiläum einer Sci-Fi TV-Serie in einem Social Media-Rückblick Erwähnung finden? Die Antwort geben die Sozialen Kanäle selbst, denn die wurden zum 50. Wiegenfest der ersten Episode randlos geflutet, mit Ehrungen in Form von Memes, Gifs, Zitatbildern, Referenzen aller Art – nichts, was es nicht gab. Dabei fällt natürlich auch immer wieder der Hinweis auf die visionäre Kraft der Saga, welche immer wieder auch Wissenschaft, Politik und Gesellschaft beeinflusst zu haben scheint. Und das hat sich nun über ein halbes Jahrhundert stetig weitervererbt. Das ist schon eine tiefe Verbeugung wert. Und die Glückwunsch-Memes zeigen auch: Wenn Nerds in der Schule auch gemobbt wurden/werden, ihre Kultur beherrscht das SocialWeb. #StarTrek50

JahresrückblickSchmutzfinken als Weiße Ritter

Eine Extraauszeichnung für Anstand geht ausgerechnet an einen Dienst für Internet-Pornos: Im September verstarb die Schauspielerin Alexis Arquette nach langer Krankheit. Keine 24 Stunden später versuchte ein anscheinend ehemaliger Liebhaber, der nicht näher bekannt ist, ein Sextape der Mimin zu Geld zu machen und bot das Bewegtbilddokument im Netz zum Kauf an. Der Porno-Dienstleister xHamster tat dann, wozu die meisten „sauberen“ Dienstleister anscheinend nicht im Stande sind: Er kaufte das Sextape für $ 25.000 und zerstörte es. Darüber hinaus spürte der Pornograph noch weitere Kopien im Umlauf auf und zerstörte jene Duplikate ebenfalls. Wer hätte das gedacht. >>mehr

ezgif-com-optimizeSocial Battles der Billiganbieter

Erstaunlicherweise haben Supermarktketten und Discounter erst recht spät das SocialWeb für sich entdeckt. Aber sie haben auch schnell gelernt. Und so sahen wir in 2016, dass die Supermärkte ihre Sozialen Kanäle zwar auch für Werbung und naheliegendes Content-Marketing (Rezepte, Basteltips, etc.) nutzen. Aber die Konkurrenten „wildern“ ebenso gerne in den Kommentarspalten der Mitbewerber und trollen sich gegenseitig. Den Kunden scheint es zu gefallen und manchmal gibt es auch richtige Markenevangelisten, die dem Anbieter dann freiwillige Content-Leistung einbringen. Die Arbeit der Community-Manager ist nicht immer allererste Sahne, aber das geht in Ordnung. Und diese Kanäle gehören immerhin zu den Engagement-stärksten Orten im ganzen Social Web. Auf jeden Fall ein Muss für alle Social Media-Manager und ein klarer Trend für die nächsten Jahre.

Der li-la-lustige Sheriff

Mittlerweile wissen wir, dass viele Polizeidienststellen in der ganzen Republik äußerst gute Arbeit in den Sozialen Netzen abliefern. Damit haben sie, gerade in schwierigen Situationen wie Amokläufen oder Terrorwarnungen, bereits gute und wichtige Arbeit geleistet – nicht selten besser als Politik und freie Medien. Aber was sie auch können: Humor. Und wer auf einer feuchtfröhlichen Kulturveranstaltung wie dem Münchner Oktoberfest Dienst schieben muss, braucht wohl nicht nur eine Menge Humor, es gibt auch wirklich viel zu lachen. Die Münchner Polizei hat mit ihrer #Wiesnwache via Twitter gezeigt, was sie während der Arbeit belustigte. Und das Netz liebt sie dafür. Wir empfehlen einen Besuch ihrer Twitter Präsenz >>PolizeiMünchen

Rückblick

#Wiesnwache

 

 

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