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Digital Market Outlook – Statistas fünf-Jahres Ausblick auf die digitalen Märkte

Nüchterne Perspektiven für die Musikbranche, entschlossenes ePublishing und die Hoffnung eines märchenhaften Mobil-Booms: So könnte man Statistas Prognosen für die kommenden fünf Jahre der digitalen Märkte in Deutschland komprimieren. Wir haben uns die Ergebnisse des Statistik-Flagschiffs in den Bereichen digitale Medien und digitale Werbung angeschaut und die Kernaussagen für den deutschen Markt zusammengefasst.

Nutzer und Umsätze in den Bereichen Video, Gaming, Music und ePublishing

Referenz: Statista, digitale Medien

Umsätze Alle Medienmärkte können mit gesunden Umsatzsteigerungen rechnen. Video und ePublishing scheinen hier die Gewinner zu sein. Die prozentualen Jahreszuwächse zeigen jedoch, dass gerade die Bewegtbildbranche von der aktuellen Stärke profitiert, sich in den nächsten zwei Jahren aber auf einem deutlich niedrigeren Niveau einpendeln wird. Musik und Gaming dürfen sich über eine Verdoppelung der Umsätze bis 2020 freuen – was sich allerdings, angesichts der Nutzerzahlen, für die Musikbranche nicht zwingend positiv liest.
Nutzerzahlen Das digital Gaming kann in Deutschland, mit knapp 30 Mio. Nutzern, bereits jetzt die meisten aktiven Kunden verzeichnen. Allerdings sieht die Prognose für die nächsten fünf Jahre auch kein Wachstum mehr. Die Musikbranche darf darauf hoffen, auch über 2020 hinaus konstante Jahreszuwächse verzeichnen zu können. Obwohl Video und Publishing in den letzten Jahren gute Erfolge verzeichnen konnten, flacht die Erwartungskurve, trotz Steigerungen, gen 2020 deutlich ab.
ARPU (durchschnittl. Erlös pro Nutzer) In allen Branchen scheint die Erwartung groß zu sein, mehr Geld aus den Kunden rausholen zu können – am meisten im Publishing. Nur die Musikbranche, die bereits jetzt die vergleichsweise geringsten Werte vorweist, muss mit verhaltenen Aussichten leben.

Werbeumsätze und das Mobilgeschäft

Referenz: Statista, digitale Werbung

Werbeumsätze Die Umsätze im Markt der digitalen Werbung dürfen bis 2020 mit einem Wachstum von rund 40% rechnen. In den Sparten Banner, Video, Suchmaschinen, Social Media und Kleinanzeigen kann, bis auf Letztere, jeder stetig zulegen – allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung: Die Video-Werbung muss zwar, laut Prognose, zunächst ein sinkendes Wachstumsniveau verdauen, darf dann aber bis 2020 mit konstant bleibenden Zuwächsen rechnen. Social Media Werbung soll dagegen komplett abstürzen: Von 24-prozentigen Zuwächsen in 2015 bleibt, laut der Prognose, nur noch eine 2-prozentige Steigerung in 2020.
Desktop vs. Mobil Während die Erwartungen für Desktop-Werbung mit einem Zuwachs von 24,9 Prozent bis 2020 durchaus gesund bleiben, schießen die Umsätze für den mobilen Sektor mit über 200 Prozent Plus durch die Decke. Gleichwohl muss auch für den Mobil-Sektor ein stetig sinkendes Jahreswachstum verzeichnet werden.

Resümee

Eine wirkliche Überraschung sind die Prognosen für die verschiedenen Medien-Märkte und die digitale Werbung nicht. Sie decken sich mit den Einschätzung, die wir bereits heute, bei der Betrachtung des Status Quo, abgeben können.

Für das ePublishing sieht die Prognose gesunde Zeiten kommen. Allerdings scheint sich die positive Stimmung in großen Teilen auf den mobilen Boom zu stützen. Bitte nicht wundern, wenn die Sättigung des Mobil-Markets schneller eintritt und der ARPU nicht ganz so rosig wächst.

Mobile Entwicklung und Streaming-Dienste sollen der Musik-Branche ein größeres Publikum bescheren. Die Gewinnerwartungen und durchschnittliche pro-Kopf-Erlöse sind dagegen eher verhalten. Diese Asymmetrie macht die Musik-Branche zum depressiven Armenhaus der Digitalwirtschaft. Damit wird klar, was wir schon wissen: So bleibt Musik eine brotlose Kunst – höchste Zeit für innovative Konzepte.

Das digital Gaming scheint auch in Zukunft ruhig schlafen zu können: Gleichbleibende, aber extrem hohe Nutzerzahlen, bei gesunden Umsatzsteigerungen, dazu die ebenso gesunde Einschätzung, Mobil-Gaming und Browsergames nicht signifikant steigern zu können – hier haben wir vermutlich den Gesamtgewinner der Prognose.

Digital Video muss zunächst mit einer Ausdifferenzierung leben: Bis 2017 sollen sich die Jahreszuwächse noch erheblich relativieren, pendeln sich dann aber auf dem niedrigeren Niveau konstant ein. Den Gewinner in diesem Segment sieht die Prognose im SVoD (Subscription Video on Demand), welches nicht nur eine signifikante Steigerung der Nutzerzahlen, sondern auch der ARPU sieht. Auffällig auch, dass man beim TVoD bereits jetzt die preisliche Obergrenze erreicht glaubt. Das klingt pragmatisch – Daumen hoch.

Die Prognosen der voraussichtlichen Jahreszuwächse sind ein informativer Wink mit dem Zaunpfahl. Sinkende Zugewinne indizieren keine Erfolglosigkeit, sondern skizzieren eher, wie bald eine Bedarfssättigung erreicht sein wird bzw. bis zu welchem Punkt wir noch ein Wachstum erwarten dürfen.

Wachstumsprognosen für die Umsätze mobiler Werbung entsprechen zum aktuellen Zeitpunkt schon fast den Bespielen von Allgemeinplätzen. Es darf getrost bezweifelt werden, ob das Wachstum aller mobilen Sparten nicht schon in kürzerer Zeit seine Sättigung erfährt.

Die Prognosen der Budgetverteilung, sind der einzige wahre Diskussionspunkt: Ob für 2020 immer noch solche Umsätze in Banner- und Suchmaschinen-Werbung erwartet werden können, ist mehr als fraglich. Adblocker sind keine kleine Bedrohung für Banner – und wenn sich die Zahl ihrer Nutzer, speziell auch für den gehypten Mobil-Sektor, wirklich in den nächsten Jahren verdoppelt, sollte sich jeder Kunde überlegen, wieso er dort noch Geld verbrennt. Noch dramatischer sieht es für SEO aus: Hört man den Experten zu, so kann man schon fast von einer Sinnkrise zwischen Ratlosigkeit und dem Hinterfragen der eigenen Existenzberechtigung sprechen. Wenn SEO weiterhin große Teile des Budgets verbuchen möchte, muss es anfangen, sich noch effektiver in den Dienst des Content-Marketings zu stellen und seine eigenen Erwartungen realistisch zu relativieren.

>> Zur Studie auf statista.com

 

Artikelbild: Social Media Konzepte

Statistik Charts: mit freundlicher Genehmigung von statista.com (Medien / Werbung)

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