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Reptiloiden und das Vogelhaus im Jammertal – Monatsrückblick Oktober

Der Oktober hat alles, was das zeitgenössische Social-Web zu bieten hat: Verschwörungstheoretiker, Faktenchecker, provizierte Shitstorms und Aktionismus. Für Samsung war es ein schwarzer Monat, für Twitter auch – mal wieder. Also: Es ist Musik drin. Bitte schön – der Monatsrückblick Oktober.

#Wiesn – Oanz, Zwo, Tinder || Der Dating-Dienst hat seine Statistik für das Oktoberfest 2016 veröffentlicht. Die Zahlen für den Raum München zeigen eine gestiegene „Schnackselbereitschaft“. Fragt sich nur, ob wegen der Event-Touristen oder weil viele Müncher in der Zeit auch gerne mal nicht vor die Tür gehen? >>weiter

#Hassposting – Schwedische Gardinen || Letztes Jahr wurde ein Mann vom Landgericht Würzburg, für seine Facebook-Hetze gegen Flüchtlinge, Ausländer und Juden, zu 2 Jahren und drei Monaten verurteilt. Auch wenn das Berufungsverfahren sein Strafmaß unter 2 Jahre drücken konnte, wird dem Mann, wegen seines langen Vorstrafenregisters, keine Bewährung gewährt. Das Gericht betonte, dass das Strafmaß auch wegen des bundesweiten Anstiegs von Hasspostings keine Milde walten lassen will. Auf dass sich langsam rumspricht, dass Straftaten nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind. >> weiter

#Samsung – Heiße Ware || Diese Monate in 2016 werden in die Firmengeschichte des südkoreanischen Techriesen eingehen: Kurz nach Beginn der Auslieferung im August, wurden bereits Berichte von Nutzern bekannt, deren G7 Note auf einmal zu brennen anfing. Die Berichte rissen nicht ab und der Grund wurde bekannt: Es sind die Akkus. Nachdem einige Fälle mit schweren Verbrennungen und Sachbeschädigungen bekannt wurden, rief Samsung alle Geräte wieder zurück – Schaden: Rund eine Mrd.Dollar. Mit Austauschgeräten sollte es dann getan sein. Nachdem jedoch ausgerechnet ein Austauschgerät in einem Flugzeug Feuer fing, stellten die Südkoreaner die Produktion und den Verkauf des Geräts komplett ein. Traurig, traurig. >>weiter

#Amazon – Digitaler Salat || Amazon hat mit seinen Pop-Up-Stores mittlerweile schon mehrfach den digitalen Lebensraum verlassen. In Zukunft könnte es auch noch frische Lebensmittel vom Shopping-Riesen geben. Allerdings nicht via Versandhandel, sondern in Form von kleinen Läden. Also Online-Shopping goes Offline-Shopping. Sachen gibt’s. >>weiter

#YouTube – Schuldenerlass || Ein 12-jähriger Spanier will nichts davon gemerkt haben, dass er wochenlang bei YouTube Werbeanzeigen gekauft hat. Am Ende kam die Summe von 100.000 Euro zusammen. YouTube hat ihm letztlich die Schulden erlassen. Gutherzigkeit oder eher die Erkenntnis, dass man mit 12 Jahren vielleicht noch nicht geschäftsfähig ist? >>weiter

#Möchengladbach – A German Team || Als Borussia Mönchengladbach-Fans ihr Team, für das Spiel gegen Celtic Glasgow, nach Schottland begleiteten, fiel ihnen dieses Schild an einem Pub auf. Den lustigen Schotten war der Ortsname wohl sichtlich zu kompliziert, woraufhin sie die Fohlenelf einfach in „a german team“ umbenannten. Glücklicherweise verstehen die Social Media-Leute des Vereins Spaß und firmierten kurzerhands den Vereinsnamen auf Twitter in „A German Team“ um. Späßle muss sein.

#Thomallagate – Möpse für den Shitstorm || „Kleine Titten sind wie Flüchtlinge: Sie sind nun mal da, aber eigentlich will man sie nicht.“ Von Frau Thomalla getweetet und garniert mit einem Bild, wie sich die F-Prominente an die Oberweite greift. Da ist der Shitstorm vorprogrammiert und das war dann wohl auch einkalkuliert. Zusammen mit Micky Beisenherz sollte hier wohl irgendetwas fürs Fernsehen getestet werden. Wirklich? Brauchen wir solche asozialen Psychoexperimente, um heute für Unterhaltung zu sorgen? >>weiter

#Twitter – Das Vogelhaus im Jammertal || Die traurige Wahrheit ist, dass alle mittlerweile ganz selbstverständlich davon sprechen, wer Twitter denn nun kaufen soll. Sich am eigenen Zopf aus der Krise zu ziehen? Das traut dem Vogelhaus niemand mehr zu. Und damit ist noch gar nicht die Trauermesse gesprochen, denn: Niemand will sich Twitter ans Bein binden. Im Oktober standen noch Salesforce, Google und Disney auf der Liste potentieller Käufer – alle schon wieder abgesprungen. Und das hat natürlich dann auch mal schwerere Konsequenzen: Das Unternehmen entließ 300 Mitarbeiter. Und das Netz weint und leidet unter #TwitterLayoffs mit.

Das nargt auch an der Seele vieler Hardcore-Nutzer, was zu exotischen Blüten führt: Durch einen Artikel im Guardian inspiriert, versuchen nun Teile der Community, das Netzwerk, durch eine Genossenschaft aus Mitgliedern, zu retten. Eine Petition wurde auch schon gestartet – die hängt aber immer noch daran, überhaupt die notwendigen 5000 Stimmen zu erhalten. #WeAreTwitter erinnert jedenfalls stark an #WirSindDasVolk – und das kann ja auch recht ambivalent verstanden werden.

#Vine – Ausgelooped || Wir wollten nicht alle schlechten Nachrichten auf einmal verkünden, deshalb müssen wir nachreichen: Auch Twitters Loop-Format Vine wird in die ewigen Jagdgründe einreiten. >>weiter

#Onlinestudie – Das Netz wird älter || Im Oktober veröffentlichten ARD und ZDF ihre traditionelle Onlinestudie. Die Untersuchung bestätigt in weiten Teilen den aktuellen Common Sense: Mobil steigt weiter, Bewegtbild wird relevanter. Bemerkenswert ist jedoch, dass einige Zuwächse gerade den älteren Semestern zuzuschreiben sind. Erst ab dem 70. Lebensjahr geht die Nutzungsdichte zurück – mit nur noch 45% Internetnutzern. Für ARD und ZDF wohl nicht ganz unwichtig. >>weiter

#McDonalds – Streaming von der Fritten-Ranch || Das goldene M hat sich Anfang Oktober mit großen Schritten auf das Live-Streaming Parkett gewagt: 24 Stunden live auf Facebook, Twitter und YouTube. Laut Kommunikationschef Philipp Wachholz gab es keine Zielvorgaben – ging es also nur um das Testen von Content? Blicke hinter die Kulissen, Unternehmensankündigungen, Erklärstücke und alles eben im live-Format. Es darf bezweifelt werden, ob solche Langzeittests wirklich funktional sind und was sie unterm Strich für die praktische Planung bringen. >>weiter

screenshot-www-facebook-com-2016-11-28-12-36-04#XavierNaidoo – Keine Konzerte mit Reptiloiden || Wenn Xavier Naidoo ein Konzert in Leipzig ankündigt, kommen zwei Sachen zusammen: Erstens, dass der Ruf Leipzigs durch stolze Nationalisten schwer gelitten hat und zweitens, dass Herr Naidoo, nicht ohne eigenes Dazutun, mittlerweile im Wahrnehmungskontext „Köpfe der Verschwörungstheorie“ vegitiert. Unter der Konzertankündigung sammelten sich satirische Postings zum Universum der Verschwörungstheoretiker: Von Lichtnahrung und Reichsflugscheibe, bis Reptiloiden und Chem-Trails. Sehr unterhaltsam: >>weiter

#Stern – Schweigen für Frieden || Um auf das Leid in Aleppo aufmerksam zu machen, ließ der Stern einen Tag das Schweigen einziehen und postete keinerlei Nachrichten. Die Aktion erntete viel Anerkennung aus der Medienwelt – nur Titanic schoß quer. Und irgendwie können wir es dem Satireblatt nicht übel nehmen: Auch der Stern vermischt boulevardesk Politik und Gossip und trägt damit sicher nicht immer zur sachlichen Debatte bei. Aber – wenn’s dem Ego hilft. >>weiter

#Tatort – Faktenchecker in Uniform || Fact-Checking ist schwer in Mode. Die Zuschauer des Münchner Tatorts konnten eine besondere Variante der Realitätsprüfung auf Twitter beobachten: Die Polizei München twitterte parallel zum Krimi, wie realistisch das Gezeigte aus Polizistensicht ist. Und die Aktion war offensichtlich ein Erfolg: Die Münchner Polizei erhielt über 600 Fragen. Andererseits: Wo bleibt der Spaß, wenn Krimis nur noch die trockene Realität ablichten? >>weiter

#Facebook – Das ewige Brett vorm Kopp || Man sollte glauben, dass das soziale Netzwerk nichts gegen Kampagnen zur Früherkennung von Brustkrebs hat. De facto haben aber alle Initiatoren von Aufklärungs- und Hilfskampagnen, in der Vergangenheit, von Facebook einen Knüppel in die Speichen bekommen. So auch die schwedische Cancerfonden. Sie haben nicht mal Brüste gezeigt, sondern nur symbolische rosa Kreise. In einem Protestbrief schlugen die Schweden Facebook zynisch vor, die Kreise durch Quadrate zu ersetzen. Das muss wohl Facebook selbst zu offensichtlich geworden sein. Der Zuckerberg entschuldigte sich und alles ist gut. Man darf auch nicht übersehen, dass die Löschpolitik Facebooks für solche Kampagnen bewußt provoziert wird. Wenn’s klappt… >>mehr

#Domian – Die Welt ist eine Scheibe || Und zum Abschluß: Auch wenn wir uns nicht über Menschen mit merkwürdigen Ansichten lustig machen (wollen), kommt man einfach nicht am Schmunzeln vorbei. Ende Oktober machte ein Video von Nachttalker Jürgen Domian die Runde. Thema: Der Anruf eines Verschwörungstheoretikers, der bedauerlicherweise alle Klischees bestätigt. Und das ist leider sogar recht unterhaltsam:

 

Artikelbild: Socialmediakonzepte.de / OnkelTuka (CC0 Public Domain)

 

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