Tel.: +49 (0)201 / 9596 8408 | E-Mail

Social Media Agentur, Strategie, Marketing, PR und mehr…

Snapchat, Alexa und Virtual Reality – Monatsrückblick Oktober

tb_Monatsrueckblick_01Oktober2017

Mit großen Schritten nähert sich das Jahresende. In der Welt von Techno-Biz und Social Web ist es aber bisher ruhig. Wir haben dieses Mal bemerkenswert viele Meldungen gefunden, die technische Gerätschaften miteinbeziehen. Und das betrifft auffällig oft unseren Alltag. Aber wir können versichern, dass es trotzdem unterhaltsam bleibt. Darüber hinaus erfahren wir etwas über skurrile Trends aus Fernost, nostalgische Russen und innovative Schwermetaller. Also, Füße hoch und gute Unterhaltung – der Oktober.

#DowJones – Gefährliche Falschmeldung

Falschmeldungen können Sprengstoff sein. Und wir wissen alle, wie nervös Börsianer auf brisante Informationen reagieren. Um so heikler, dass ausgerechnet der renommierte Aktienindex Dow Jones fälschlicherweise vermeldete: Google kauft Apple. Vielleicht machte die doch eher niedrige Summe von 9 Mrd. US-$ die Anleger stutzig. Jedenfalls sorgte die Meldung lediglich für einen kleinen Anstieg der Apple Aktie. Grund für die Falschmeldung: Der Text sei nur eine fiktive Meldung für Testzwecke gewesen. Wie es zur Veröffentlichung kommen konnte, könne geklärt werden. Das ist so, als würde man mit Streichhölzern an einer Tankstelle spielen und wenn es dann kracht, fragt man sich: Huch, wie konnte das denn passieren?

#VR – Virtuelle Welt, echte Gefühle

Alex und Kelly sind ein glückliches Paar. Und beide sind auch begeisterte VR-Gamer. Als die zwei an einem Event bei Zero Latency teilnahmen, wird Kelly plötzlich von einer Zombiekalypse in eine Umgebung aus ihrer Kindheit teleportiert. Als wäre das nicht schon Überraschung genug, nimmt sie ihr Liebster als VR-Charakter an die Hand und macht ihr einen Heiratsantrag. Die Kombination aus einem hohen Adrenalinspiegel durch Zombieangriffe, Kindheitserinnerungen und einem Heiratsantrag, scheint eine überwältigende Mischung zu sein. Wer also noch eine gute Idee braucht: Diesen Antrag vergißt man garantiert nicht.

#Snapchat – Erfolgreicher Ladenhüter

Snapchat Spectacles: Snaps aus der POV-Perspektive.

Snapchats Spectacles Brille haben wir in vielen Promotions gesehen. Mit 150.000 verkauften Einheiten sei das Gadget, laut CEO Evan Spiegel, ein voller Erfolg gewesen; zumal nur mit 100.000 Snap-Brillen gerechnet wurde. Anscheinend hat der Dienst in seiner Euphorie große Mengen nachbestellt, die jetzt jedoch in einem chinesischen Lager versauern und auf ihre Einäscherung warten. Vielleicht hatten wir es bei den Spectacles eben doch nur mit einem Gadget-Hype zu tun, der primär in den Medien stattfand. Ob mehr verkauft worden wären, wenn die Brille regulär in Läden zu kaufen gewesen wäre? War die hippe Strategie es wert, mit originellen Verkaufsautomaten den Absatz der Brillen am Ende eher geschmälert zu haben? Wir werden es nicht erfahren. Sicher ist nur, dass höllisch aufgepasst werden muss, damit die Werbeaktion den Absatz nicht eher einschränkt als fördert.

#MokBang – Die südkoreanischen Gastro-Voyeure

Heute lernen wir einen südkoreanischen Social Trend kennen, der schon einige Jahre alt, aber trotzdem immer noch ziemlich schräg ist: Mok Bang oder auch Mukbang. Und das geht so: Die sogenannten Broadcast Jockeys (BJ), in etwa ein YouTuber, streamen sich live beim Essen. Dabei werden große Familienportionen serviert und kein Bissen bleibt unkommentiert. Und wer will so etwas sehen? In Südkorea anscheinend eine ganze Menge Leute: Initiierte erklären, es habe mit der urbanen Vereinsamung zu tun und ersetze oftmals echte soziale Kontakte. Das verstehen wir natürlich; niemand isst gerne alleine. Lukrativ ist der Spaß auch noch: Zu der Werbung, die auf den Streaming Kanälen geschaltet wird, gibt es ein Bewertungssystem. Über dieses können Zuschauer den BJs virtuelle Ballons zukommen lassen. Die Ballons kosten natürlich ein paar Cents. Manche der Live-Esser verdienen so bis zu 10.000 US-Dollar im Monat. Und wer denkt, das wäre nur in Asien möglich: Hierzulande findet man gerade bei Portalen wie Twitch den gleichen Trend, unter dem Titel Social Eating. Guten Appetit.

#Alexa – Bezahlte Gesprächsbereitschaft

Skills sind bei Amazons Alexa die Fähigkeiten, Wortkombinationen zur Steuerung von Funktionen zu erkennen. Dank der Skills versteht die Sprachplattform also beispielsweise den Satz „Alexa, wie wird heute das Wetter?“ und handelt entsprechend. Nach letzter Zählung beherrscht Alexa aktuell 15.000 Skills. Und die sind eigentlich frei oder werden eben von Drittanbietern für ihr Produkt frei angeboten, beispielsweise um Apps zu aktivieren. Amazon sieht hier jedoch auch eine Möglichkeit der Monetarisierung und testet mit Sony, als Anbieter und Entwickler eigener Skills, jetzt ein Abo-Modell. Dass aber Alexa-Besitzer zukünftig für die Operationsfähigkeit zahlen müssen, ist nicht zu befürchten: Die Extras beziehen sich auf relativ irrelevante Funktionen und Prime-Kunden bekommen die Angebote vorerst kostenfrei. Klingt nicht gerade nach Arbeit unter Hochdruck.

#Tetris – Nostalgisches Armaturenbrett

Es gibt Sachen, da muss mit liebevollem Respekt einfach gesagt werden: Hach, diese Russen. Das Armaturenbrett des GAZelle NEXT, einem Kleinlastwagen des russischen Herstellers GAZ, birgt ein Osterei in der einzigen vorhandenen Digitaleinzeige: Dreht man an den richtigen Knöpfen, erscheint der wichtigste Beitrag Russlands zur Game-Historie – Tetris. Der Hersteller scheint seine Kunden realistisch einschätzen zu können, denn das Gimmick ist während der Fahrt nicht spielbar. Wie auch? Da müssen sich russische Autofahrer doch um ihre Dash-Cams kümmern. Nicht? 😉

#Neom – Sophia ist jetzt Saudi

Die kuriose Meldung lautete: Das Königreich Saudi-Arabien verleiht einem Roboter die Staatsbürgerschaft. Nun ist „Sophia“ aus dem Hause Hanson Robotics saudische Staatsbürgerin und wir fragen uns: Was soll das? Und dann auch noch ein weiblicher Bot – ohne Burka. Dieser innovative Akt darf getrost unter PR-Stunt abgeheftet werden, denn er fand auf einer Veranstaltung statt, die das prestigeträchtige Neom-Projekt promoten sollte: Eine künstliche Stadt, die aus der Wüste gestampft wird – eine Art arabisches Shenzhen. Ausschließlich von Wind und Solarenergie gespeist, soll das Techno-Mekka Branchen von Wasser- oder Biotechnologie bis Unterhaltungstechnik beheimaten. Na ja, genug Sonne und Wind gibt’s dort ja.

#Androiden – Sie sind unter uns!

Ach, Apropos Roboter: Für die Promotion des PS4-Spiels Detroit: Become Human hat Sony auf der Tokyo Game Show 2017 eine Androidin eingesetzt. Die Dame wirkt bei manchen Bewegungen eindeutig künstlich. Aber vielleicht war das auch so beabsichtigt, um sich nicht gänzlich vor ihr zu gruseln. Denn der Rest sieht ziemlich echt aus. Es gibt KIs, die sich untereinander verständigen und ein Eigenleben entwickeln. Boston Dynamics zeigen uns regelmäßig, wie erschreckend weit die Entwicklung der Mechaniken fortgeschritten ist. Und jetzt sehen die auch noch täuschend echt aus. Leute, wir sollten uns Sorgen machen.

#Akustikkoppler – McGyver lebt!

Martin Kirkholt Melhus arbeitete bei einem Kunden an dessen Website. Dafür brauchte er Zugang zu Stack Overflow. Aber ausgerechnet sein Laptop hatte keinen Zugriff aufs Internet. Was macht der findige Technik-Nerd da? Mit einem Kopfhörer und dem Mikrophon des Laptops hat er einen Akustikkoppler gebastelt, welcher Informationen von einem anderen Rechner mit Internetzugang auf sein Laptop schaffte. Etwas komplizierter war es schon, denn er musste ja erstmal De- und Entcoder schreiben. Den Code hat er hier zur Verfügung gestellt und hier kann man hören, wie der Text dann in Modemsprache klingt. Wir finden, solche kleinen Vorfälle verdienen es, genannt zu werden. IT-Techniker und Programmierer müssen bei ihrer Arbeit täglich improvisieren. Und nicht selten kommt hinter dabei etwas heraus, das auch noch weiter verwendet werden könnte oder sogar Startimpuls für weitere Entwicklungen ist.

Modem connection

Ein Beitrag geteilt von John Biggs (@johnbiggs) am

#Upcycling – Der zweite Frühling

Der kleine McGyver-Hack mit dem Akustikkoppler ist eine gute Einleitung für das, was wir im Oktober bei Samsung gesehen haben. Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in humanen Arbeitsbedingungen oder unbedenklichen Materialien. Upcycling ist die Kunst, für veraltete oder ausrangierte Gegenstände einen neuen Verwendungszweck zu finden und somit zu zeigen: Es muss nicht weggeschmissen werden. Es hat noch einen Wert. Auf der Samsung Developers Conference stellte der koreanische Konzern das Projekt Galaxy Upcycling (GU) vor. Zusammen mit der Reparatur-Community iFixIt, zeigt das Projekt Möglichkeiten, alten Smartphones neues Leben einzuhauchen. Da sind die Gesichtserkennungseule für die Haustür, die Aquariumsteuerung, ein Arcade-Automat und ein beeindruckendes Rack aus 40 Galaxy S5s, die kräftig Bitcoins schürfen. GU steckt noch in den Kinderschuhen, soll aber eine Community für alle Bastler werden und auch Software bereitstellen. Erinnert etwas an Jugend forscht.

#Dumbphones – Spielzeug mit Trendwert?

Fidget DumbphoneSeit geraumer Zeit terrorisieren diese Spielzeuge unseren Alltag: Fidget Spinner. Jetzt haben Chilli International aus Hong Kong ein Dumbphone in die Konstruktion solch eines Drehdingens gebaut. Gadgets aus Fernost sind eigentlich noch keine Meldung wert. Jedoch ist das nicht das erste Beispiel für den Einsatz von Dumbphones, den wir in letzter Zeit gesehen haben. Der Begriff ist ein Retronym, das den Gegensatz zu Smartphones ausdrückt. Der Fachterminus lautet Feature-Phone und bezeichnet ein Gerät, welches mehr als ein bloßes Telefon, aber weniger als ein Smartphone kann. Natürlich auch ohne Touchscreen. Als Nokia die Neuauflage des Klassikers 3310 verkündete, schmunzelten die Meisten noch, dass das nur ein Hipster Gadget wird. Die Verkaufszahlen straften diese Prognosen Lügen. Denn nach kurzer Zeit war es bei vielen Händlern bereits ausverkauft. Unsere Meinung: Wir werden in Zukunft häufiger Telefonfunktionen in ganz untypischen Gebrauchsgegenständen finden. Und offensichtlich ist das Smartphone nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn offensichtlich gehen doch einige Menschen den Weg zurück zum alten Knochen als Zweitgerät. Viele fühlen sich freier, die Akkus müssen nicht täglich geladen werden und ist trotzdem mobil erreichbar.

#Metallica – Drohnenballett

Dass Drohnen auch konzertiert in Formation fliegen können, wissen wir. Anwendungsbeispiele außerhalb von Technologiepräsentationen sind bisher jedoch Mangelware oder eben Randerscheinung. Die Thrash-Metal-Giganten von Metallica sind schon oft Vorreiter neuer Entwicklungen gewesen. Jetzt wohl auch in Sachen Bühnenspektakel. Mit Hilfe des Drohnen-Show Spezialisten Verity Studios, sind die Metallegenden der erste Top-Act, der solch einen Formationsflug live auf die Bühne bringt. Noch sieht die Flugshow weniger nach „Motten im Feuer“ als eher nach „Motten umschwärmen das Licht“ aus. Aber trotzdem hat es was und es wäre schön, wenn wir zukünftig mehr Beispiele sehen.

 

Artikelbild: Leonard Lin (CC BY-SA 2.0)

 

 

 

Tags: , , , , , , , ,

Ähnliche Beiträge

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.




Top