Bevor wir uns voll und ganz ins neue Jahr stürzen, noch einmal ein Blick zurück: Von falschen Echsen auf Spotify, gesundheitsgefährdendem Vertrauen in Chatbots und einem sterbenden Traum Mark Zuckerbergs. Wir empfehlen noch einmal den Kaffee oder Tee aufzufüllen und dann leise Servus sagen: Der Monatsrückblick Dezember.
#Chatbot – KI hat noch kein Weihnachtspotenzial
Chatbots gehören mittlerweile zum Alltag im Gesellschaftsleben. Aber welche Rolle spielen sie an Weihnachten? Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom besorgten sich 21 Prozent der Befragten ihre weihnachtlichen Liedtexte bei der KI, 12 Prozent nutzen Chatbots für das Schreiben persönlicher Gedichte. Auch beim Verfassen der Weihnachtspost holen sich 6 Prozent Rat von der KI und traurigerweise sehen 9 Prozent im Chatbot sogar eine Hilfe gegen Einsamkeit an den Feiertagen.
Für die Mehrheit der Befragten bleibt KI an Weihnachten jedoch außen vor. Denn 58 Prozent finden, man solle sich an den Feiertagen nicht mit ihr beschäftigen.
#Spotify – Der falsche Echsenkönig
Mitte des Jahres verließen die australischen Prog-Rocker von „King Gizzard & the Lizard Wizard“ Spotify – aus Protest gegen die Investionen von CEO Daniel Ek. Seitdem hatten die Musiker bereits zweimal mit Spotify-Plagiaten zu tun. Im November fiel der Account „Jayilor“ mit Instrumentalversionen der Musiker von „King Gizzard“ auf. Nun tauchte ein Account mit dem sehr ähnlich klingenden Namen „King Lizard Wizard“ auf. Dieser veröffentlichte KI-produzierte Kopien der Songs von King Gizzard – identische Texte, Titel und Sounds. Über viele Wochen, ohne von Spotify beanstandet worden zu sein.
Spotify hat das Material inzwischen, nach Meldung und ersten juristischen Schritten, entfernt und erklärte gegenüber dem Magazin Futurism, „jede Form der Identitätsfälschung von Künstlern seien strengstens verboten”. Es ist schwer nachzuweisen, ob Spotify solch eine Praxis einfach egal ist, ganz recht kommt oder, ob sie wirklich aktuell nicht in der Lage sind, Plagiate zu aufzuspüren, zu finden oder zu verhindern.
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#NottingHill – Kampf der Selfie-Pest
Londons Stadtteil Notting Hill ist nicht erst seit der berühmten Film-Schmonzette mit Julia Roberts und Hugh Grant ein echter Publikumsmagnet. Besonders die Portobello Road hat es Instagram-affinen Touristen angetan. Genauer gesagt ist eine Seitenstraße, die Lancaster Road, mit ihren bunt gestrichenen Reihenhäusern ein beliebtes Fotomotiv für Besucherinnen und Besucher.
Anwohnerinnen und Anwohner der Straße allerdings sind schwer genervt von den Touristenströmen, die sich auf ihren Grundstücken für Instagram in Pose werfen. Selbst Ketten vor den Häusern halten die Instagram-Invader nicht ab. Um dem nun einen Strich durch die Rechnung zu machen, fingen im Juni einige der Einheimischen damit an, ihre Häuser weniger attraktiv zu machen – und strichen ihre Häuser schwarz an. Ob das half, die Selfie-Lemminge fern zu halten, ist nicht überliefert.
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#ChatGPT – Doktor Chatbot empfiehlt Vergiftung
Immer mehr Internetnutzer suchen bei gesundheitlichen Fragen Rat bei künstlicher Intelligenz (KI). Dass dies jedoch problematische Folgen haben kann, verdeutlicht der Fall eines 60-jährigen US-Amerikaners in exemplarischer Art:
Ein bislang psychisch unauffälliger 60-jähriger Mann wurde mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen in die Notaufnahme eingeliefert. Nachdem körperliche Untersuchungen, Drogen- und Alkoholtests unauffällig blieben, fiel im Blut ein Stoffwechselmangel auf. Eine toxikologische Analyse ergab schließlich eine Bromidvergiftung. Was war passiert?
Ursache der Intoxikation war der monatelange Austausch von Speisesalz durch Natriumbromid. Der 60-Jährige wollte die Gefahren durch zu hohen Salzkonsum mindern und fragte ChatGPT nach einem Ersatz für Kochsalz. Der Mann bekam im Krankenhaus einen Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich und Zustand besserte sich sofort. Zumindest der Körperlicher.
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#Metaverse – Der symbolische Tod?
Das Metaverse war für Zuckerberg einst so eine wichtige Innovation, dass Facebook als Dachkonzern sogar seinen Namen in Meta änderte. Das war 2021 und das Netzwerk sollte sich zukünftig voll auf diesen virtuellen Raum fokussieren. 2025 verkündete Meta, dass es mittlerweile 70 Milliarden Dollar in dieser Tech-Idee versenkt hat und wir können nicht sagen, dass sich irgendwas davon durchgesetzt hätte. Anfang Dezember sickerte durch, dass sich Zuckerberg mit seinen Executives auf seinem hawaiianischen Privatanwesen traf und in der Folge das Budget für das Metaverse um satte 30 Prozent schrumpfen wird – Stellenabbau nicht ausgeschlossen.
Zur Versachlichung: Insider sehen als Grund für den Misserfolg des Metaverse’ die Passivität des Marktes. Kurz gesagt: Außer Meta ist niemand auf den Zug mit aufgesprungen – Zuckerberg hat also einen schönen und vielleicht auch potentiell zukunftsweisenden Spielplatz, aber niemand geht dort zum Spielen hin. Keiner entwickelt Produkte für diese virtuelle Biosphäre. Niemand nutzt den Raum zur digitalen Sozialisation. Die Bedeutung dieser misslichen Lage ist allerdings nicht zu unterschätzen. 2026 könnte sich bei Meta einiges ändern und verschiedenen Marken neu ausrichtet werden. Bleiben wir gespannt.
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#ComedyWildlifePhoto – Tiere machen Sachen
Der jährliche Comedy Wildlife Fotowettbewerb des Kameraherstellers Nikon hat einen Gewinner gekrönt. Noch ist der Wettbewerb aber noch nicht ganz vorbei. Bis März kann ein Gewinner beim STERNA People’s Choice Award gewählt werden. Wer mit abstimmen möchte, <hier> geht es zur Voting.
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#Google – Das Jahr in Suchanfragen
2025 liegt endgültig hinter uns und Google hat die letzten zwölf Monate mal wieder in Bildern aus Suchanfragen zusammengefasst. Manche werden das vergangene Jahr wiedererkennen, andere werden feststellen, dass sie ein paar Sachen nicht mitbekommen haben. Wie dem auch sei: Ein letzter Blick zurück, bevor es in die nächsten zwölf Monate geht. Frohes Neues!
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Artikelbild: mit KI erstellt / ChatGPT
