50 Prozent nutzen KI-Suche statt Google – was das für SEO, Marketing bedeutet.

Die Hälfte der Deutschen fragt inzwischen lieber eine KI als Google. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar zwei Drittel. Das sagt die Bitkom-Studie von November 2025  – und sie bestätigt, was viele längst fühlen: Das klassische „Suchbegriff eintippen, 17 Tabs öffnen, drei davon wieder schließen“ hat ausgedient.
Heute will man Antworten. Direkt. Kurz. Am besten serviert wie der zu stark gebrühte Kaffee unseres Kollegen: zu stark, zu heiß und ohne Nachfragen.

Die KI liefert genau das. Wir geben zu: Das ist absolut bequem. Kein lästiges Reinlesen, kein stundenlanges Quellen recherchieren.
Aber sind die Antworten der KI auch zuverlässig? Nun… sagen wir so: Nicht wirklich. Denn 42 Prozent der KI-Nutzer*innen haben schon Halluzinationen bekommen – also Informationen, die uns die KI selbstbewusst ausspuckt, die aber leider komplett erfunden sind. Klingt nur schlau, ist falsch. Passiert. Sollte aber nicht passieren.

Ein weiterer Blick auf die Studie, kombiniert mit messerschafer Analyse:

  •    5 Prozent nutzen KI-Chats ausschließlich – Google? Nie gehört
  •    7 Prozent nutzen überwiegend KI – klassische Suchmaschinen nur noch als Backup
  •    13 Prozent nutzen beide etwa gleich häufig – je nach Anwendungsfall
  •    25 Prozent nutzen überwiegend klassische Suchmaschinen, probieren aber KI aus
  •    47 Prozent: treu wie eh und je – Team Google, bis der Tod uns scheidet

Jetzt kommt’s: Bei den 16- bis 29-Jährigen sieht es noch krasser aus. 64 Prozent dieser Altersgruppe nutzen die KI-Suche – und nur noch 30 Prozent setzen ausschließlich auf klassische Suchmaschinen. Das ist nicht mehr Trend, das ist Mainstream.

Gen Z sucht nicht – sie scrollt

Als wäre das noch nicht genug, kommt die nächste Ohrfeige für Google und Co:

45 Prozent der Gen Z nutzen TikTok oder Instagram zur Suche, wenn es um Restaurants, Produkte oder Inspiration geht. Warum lange recherchieren, wenn man 15 Sekunden Video mit Untertiteln haben kann?

Die Schattenseiten der KI-Suche: Halluzinationen, wenig Transparenz und Umweltkosten

Aber – und jetzt wird’s interessant – 42 Prozent der KI-Nutzer*innen haben schon falsche oder erfundene Informationen erhalten. Halluzinationen sind real. Und trotzdem prüfen nur 57 Prozent die KI-Antworten, bevor sie sie verwenden. Das ist … mutig.

Als Halluzinationen bezeichnet man von KI-Modellen generierte Inhalte, die plausibel klingen, aber faktisch falsch oder frei erfunden sind. Die OpenAI-Forschung von September 2025 zeigt, warum: Bewertungssysteme belohnen flüssige Schätzungen mehr als ehrliches „Ich weiß es nicht“.
Dazu kommt: Nur 36 Prozent finden, dass die KI ihre Antworten ausreichend mit Links belegt. Und nur 33 Prozent finden tatsächlich schneller eine Antwort als mit klassischer Suche. Bequemlichkeit kostet: weniger Transparenz, weniger Nachvollziehbarkeit, mehr Fehlinformationen. Besonders kritisch wird dies in Bereichen wie Gesundheit oder Recht, wo falsche KI-Aussagen schwerwiegende Folgen haben können.

Und – last but not least: KI-Modelle verbrauchen enorme Rechenkapazitäten – laut Bitkom werden sich KI-Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 vervierfachen. Zudem bleibt oft unklar, aus welchen Quellen die KI ihre Antworten zusammenstellt.

Google ist nicht tot – aber die Spielregeln ändern sich

Jetzt könnte man denken: „Ok. Das wars. Google ist erledigt, ChatGPT übernimmt.“
Aber so einfach ist das nicht! Google hält nach wie vor den größten Marktanteil.

Und Google schläft auch nicht. Seit dem 26. März 2025 sind die AI Overviews offiziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgerollt. Das sind KI-generierte Zusammenfassungen, die vor den klassischen Suchergebnissen erscheinen – und die ändern alles.

AI Overviews: Freund oder Feind?

24 Prozent der Nutzer*innen verwenden häufig die KI-Zusammenfassung, ohne auf die Suchergebnisse zu klicken. 45 Prozent sparen dadurch Zeit – aber 27 Prozent finden sie zu oberflächlich, und 22 Prozent haben darin schon Fehler gefunden.

Die AI Overviews sind also polarisierend. Aber sie sind da, sie bleiben, und sie verändern das Suchverhalten.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Suche wird multimodal. Multimodaler KI-Zugang bedeutet: Suche über Sprache, Bilder und kontextuelle Signale, nicht nur über Text. KI-Agents werden komplexe Recherche- und Entscheidungsprozesse übernehmen – stellt euch vor, euer KI-Assistent vergleicht automatisch Versicherungstarife, bucht Reisen und findet den besten Deal, ohne dass ihr einen Finger rührt. Klingt wie Zukunft? Ist es auch. Noch.

Und noch eine Prognose: Keyword-Rankings und Ranking-Positionen auf den Suchergebnisseiten werden an Bedeutung verlieren. Stattdessen geht es um Zitate in KI-generierten Antworten. Eure KPI wird nicht mehr „Position 3 für Keyword X“ sein, sondern „Wie oft werden wir in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews zitiert?“

Fazit

Die Suche wandelt sich. Die Hälfte von uns nutzt bereits KI-Chats, Zero-Click-Searches fressen Traffic, und die AI Overviews verändern die Suchergebnisseiten.


Header-Bild: „Fröhliche Kinder mit Mobiltelefonen sitzen hintereinander auf einer Bank in der Stadt“ von msvyatkovska

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