Leute, ich hab’s endlich begriffen: Influencer zu sein, ist so 2016. Das neue Gold heißt KI‑Avatar‑Influencer – und da habe ich voll die geile Geschäftsidee! Ich werde einfach selbst zum KI‑Avatar, ohne dass jemand merkt, dass ich in echt ein Mensch bin. Also ein Avatar‑Avatar. Oder ein Mensch‑der‑sich‑als‑Avatar‑ausgibt‑Avatar. Der Unterschied ist subtil und nur im Metaversum wirklich relevant.
Wenn „KI“ vor etwas steht, steigt der Hype
Fakt ist: „KI“ klingt einfach hipper als „Ich mit schlechter Laune und Kaffee“. Wenn „KI“ vor etwas steht, steigt der Hype sofort um mindestens 73 Prozent. KI‑Hunde, KI‑Katzen, KI‑Rezeptgeneratoren – man kann gar nicht so schnell blinzeln, wie ein neues KI‑Buzzword die Runde macht. Heutzutage glaubt deshalb auch jeder, dass ein KI‑Avatar klüger, witziger und viel fotogener ist als, sagen wir mal, ich nach drei Stunden Schlaf. Das ist unverschämt, aber so ist es halt. Wenn die Welt schon auf „AI‑this“ und „AI‑that“ abgeht, dann saug ich eben den Honig aus dem Trend, bevor alle anderen Influencer überhaupt verstanden haben, dass es eine neue Honig-Sorte Honig gibt!
Dieser Weg wird zwar kein langer, aber garantiert erfolgreich sein. Studien sagen (bestimmt, irgendwo, vielleicht), dass Nutzer Daten eher von KI akzeptieren als von echten Menschen. Wenn ein Algorithmus sagt: „Du bist wundervoll“, klingt das irgendwie seriöser und glaubwürdiger als wenn ich es sage und mir dabei das Grinsen nicht verkneifen kann.
„Echte“ Influencer reichen nicht mehr
KI‑Avatare werden immer als perfekt, immer als nostalgisch, immer so „deep“ im Statement wahrgenommen – selbst wenn sie nur über Socken sprechen. Nein, ich übertreibe nicht: Ein KI‑Avatar kann einem Beitrag über Socken einen existenziellen Subtext verpassen. Ich wäre bloß auf meine Waschmaschine sauer.
„Echte“ Influencer reichen einfach nicht mehr mit ihrer kreativen Kapazität von genau drei halbgaren Ideen pro Woche. Aber wenn ich sage, ich bin ein KI‑Avatar, dann klingt das sofort innovativ, tech‑savvy, brandable und – ganz wichtig – widerspruchsfrei optimiert für virale Algorithmen. Schließlich liebt der Algorithmus nichts so sehr wie das Wort „KI‑Avatar“ in fettem Neonlicht, dicht gefolgt von Emoji‑Konfetti und möglichst kryptischen Hashtags.
Auf der virtuellen Bühne ist das Licht perfekt gesetzt
Und das Schöne an dieser ganzen Sache? Ich werde ganz schnell reich. Weil das moderne Marketing so funktioniert: Je weniger echt du bist, desto mehr glauben alle, dass du echt bist. Es ist die perfekte Mischung aus digitaler Mystik, algorithmischer Schmeichelei und latentem Identitätsbeschiss, die mir garantiert Kohle einfahren wird.
Und während ich das hier schreibe, mit meinen menschlichen ChatGPT-Fingern auf der Tastatur, stelle ich mir vor, wie mein KI‑Avatar auf einer virtuellen Bühne steht, das Licht perfekt gesetzt, das Lächeln makellos, und sagt: „Ich bin Ihre Zukunft.“ Und vielleicht – nur vielleicht – ist genau das der Punkt: Wenn man vorgibt, etwas zu sein, das die Zukunft repräsentiert, dann wird man selbst ein Teil dieser Zukunft. Auch wenn man dabei heimlich nur ein Mensch mit zu vielen Ideen, zu wenig Schlaf und einer großartigen digitalen Leere ist.
Beitragsbild: valuavitaly/Envato
