Der August bot uns einen bunten Themen-Strauß und es ging auch endlich nicht mehr nur um KIs. Wir bekamen auch Einblick in die arbeitsrechtlichen Verhältnisse unter Streamern. Und wir erfahren, dass Gaming keine Männerdomäne mehr ist. Abschließend nehmen wir auch noch Abschied von einem längst vergessenen Geräusch. Wer jetzt mehr wissen will, einfach weiterlesen. Noch einmal die Tasse voll machen, Füße hochlegen und gute Unterhaltung: der August.

#Truth – Bot widerspricht seinem Herrn

Das hatte sich Trump anders gedacht: Der Chatbot seiner eigenen Plattform, Truth Social, widerspricht den Aussagen seines Herrn am laufenden Band. Obwohl die KI des Herstellers Perplexity lediglich mit ausgesuchten Quellen gefüttert werden sollte, sind viele Antworten des Chatbots durchaus Trump-kritisch. Das Problem dieser propagandistischen Einseitigkeit ist, dass Chatbots dann recht schnell in den justiziablen Bereich rutschen und bisweilen sogar antisemitische Behauptungen aufstellt – davon können Elon Musk und sein Grok auch ein Lied singen. Mal sehen, wie der Führer im Weißen Haus mit dieser digitalen Tempelrevolution umgehen wird.

 

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#AI – Hat Herr Schmidt gemogelt?

Wie peinlich ist das: Um seine Europa-Tour zu promoten, postete Schauspieler und Rapper Will Smith ein Video mit Ausschnitten seiner Konzerte – oder auch nicht. Obwohl der Prinz von Bel-Air ausschließlich Live-Material seiner Konzerte hätte posten könnte, griffen die Macher beim Promotion-Clip auf KI-erstelltes Material zurück – mit mäßigem Ergebnis.

Echtes Live-Material wurde mit KI-Material angereichert, welches auf genau dem gleichen Material basierte. Das Ergebnis sind Leute im Publikum, die komische Gesichter machen und hielten peinliche Plakate hochhalten – ganz von einigen schmelzenden Gesichtern abgesehen. Offizielle Stellen leugnen den KI-Einsatz – vielleicht ist das sogar noch peinlicher, als der Fauxpas selbst.

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#Kick – Tod im Livestream

Der französische Streamer Raphaël Graven, besser bekannt unter seinem Pseudonym Jean Pormanove, startete mal mit lustigen Gaming-Videos, etwa auf TikTok. Dann wechselte er zu der australischen Plattform Kick – und er wechselte auch das Konzept: Langzeit-Streams, in welchen er sich immer wieder von anderen Streamern gewalttätig misshandeln ließ oder andere selbst-verletzende Aktionen wie Schlafentzug zeigte.

Jetzt ist Pormanove tot – im Livestream gestorben. Wie die Polizei feststellte, ohne Fremdverschulden. Die Plattform Kick griff jedoch nie ein, gleich wie gewalttätig der Content wurde. Dagegen hat die französische Regierung nun ein Verfahren eingeleitet. Es bleibt interessant – leider.

 

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#Meta – Rassismus, Desinformation, Grooming? Voll OK für Meta

GenAI: Content Risk Standards“: So lautet der Titel eines internen Meta-Leitfadens für Chatbots. Dieses Papier ist durchgesickert und die Inhalte sorgen seit dem für Aufsehen. Rassistische Stereotype? Durchaus akzeptabel. Falsche medizinische Informationen? Absolut zulässig. Auch hat Meta keine Probleme damit, dass ihre Chatbots mit Minderjährigen sexualisierte Gespräche mit anzüglichen Bemerkungen führt.

Der letzte Aspekt hat dann auch die Politik auf den Plan gerufen. Zumindest will ein Unterausschuss des Justizausschusses des Senats jetzt die Inhalte prüfen. Ein Meta-Sprecher hat indes erklärt, dass solche Inhalte strengstens verboten seien. Aha!

#Bitkom – Frauen zocken mehr als Männer

Der Bitkom hat nachgeschaut und festgestellt: Frauen spielen pro Tag gut 20 Minuten länger als Männer. Frauen und Männer sind in Anteilen gleich verteilt: Jeweils 52 Prozent der Geschlechtergruppen spielt regelmäßig. Insgesamt zählen dabei übrigens Konsolen nicht zur ersten Wahl: Smartphones und Laptops sind die primären Zocker-Werkzeuge. Mit 43 Prozent liegen Konsolen noch hinter Tablets und PCs.

Was die Studie nicht untersucht hat, sind die geschlechterspezifischen Präferenzen für Genres. Das haben aber andere Leute schon mal untersucht:

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#VPN – Porno statt Ausweis

Wer in Großbritannien online Pornos sehen will, muss seit Ende Juli seine Identität preisgeben – Kreditkarte, Gesichtserkennung oder Personalausweis. Wozu das vor allem geführt hat: Anbieter von VPN-Software verzeichnen einen starken Nutzeranstieg. Anscheinend kann man die Verifikation mit der Tunnelsoftware umgehen. Aber man muss auch fairerweise dazu sagen, nicht alle Briten versuchen der Zugangskontrolle zu entgehen: Die ID-App „Gov.Uk One Login“ wird seit dem neuen Gebot ebenfalls stärker heruntergeladen.

#CutterGate – Arbeitskampf in der Streamer-Welt

Vorweg: Die Einzelheiten des Falls sind zu umfassend, um sie hier abzuarbeiten. Die ganze Geschichte, die unter Streaming-Fans jetzt schon zu den großen Skandalen des Jahres zählt, gibt es hier [hier].

Ein freier Cutter baute mit der Zweitverwertung des Contents eines bekannten deutschen Streamers, Papaplatte, einen Kanal auf. Dieser generierte recht schnell höhere fünfstellige Einkünfte und der Streamer witterte saftige passive Einnahmen.

Papaplatte schlug verschiedene Modelle vor, bei denen der Cutter immer schlechter wegkam. Er stimmte letztlich einer Umsatzbeteiligung von 25 Prozent zu. Ein Jahr später wurde diese Vereinbarung auf ein Festgehalt eingedampft, welches nur noch einem Bruchteil seiner ursprünglichen Einnahmen entsprach. Kurz darauf beendete Papaplatte das Arbeitsverhältnis mit dem Cutter und Gründer des Kanals.

Der Cutter ließ dies nicht auf sich sitzen und machte die Geschichte öffentlich. Die Follower reagierten, sogar andere Streamer reagierten, und dies muss Papaplatte wohl so unter Druck gesetzt haben, dass dieser reumütig zugab, sich unkorrekt verhalten zu haben. Sollte er sich davon erhofft haben, das Thema ad acta legen zu können: Es scheint so, als würde ihm das Internet seine Reue nicht wirklich abnehmen. Eine Reaction, die dies gut zusammenfasst:

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#News – Und dann war da noch …

  • #Palantir: Widerstand gegen Thiel & Co. zeigt Wirkung. <<hier mehr>>
  • #Instagram: Standort-Info im Hintergrund. <<hier mehr>>
  • #Max: Putin verordnet Zwangs-App auf Smartphones. <<hier mehr>>
  • #Apple: Schluss mit Greenwashing bei Smartwatches. <<hier mehr>>
  • #Meta: Zuckerberg lässt rechten Verschwörungstheoretiker die Neutralität regeln. <<hier mehr>>
  • #Landwirt: Windows 95 sorgt für dicke Eier in Düsseldorf. <<hier mehr>>

#AOL – Das Ende des Piepens

Das Geräusch sorgt bei älteren Nutzern des Internets für nostalgische Gefühle: das gute alte Einwahlgeräusch von Modems. Eine der letzten Möglichkeiten, dies live zu hören, verschwindet jetzt. Denn AOL stellt Ende September in den USA den Internetzugang per Modem ein.

Laut CNBC ist die Zahl der Nutzer stark zurückgegangen: Von 2,1 Millionen Nutzer, die sich 2015 noch einwählten, sind laut Census Bureau im Jahre 2023 nur noch rund 163.000 US-Haushalte übrig. Wer sich nochmal melancholisch an das verträumte Piepen erinnern möchte, et voilà:

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Artikelbild: mit ChatGPT erstellt

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