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Obama und der ThermiLindner – Monatsrückblick August

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Ja hoppla. Da haben wir wohl unbeabsichtigt ein Twitter Special gebastelt. Im August fielen uns verdächtig viele Storys zum Zwitscherdienst auf. Tolle Kampagnen, schrille Formate, Rekord-Tweets und spaßige Hashtags. Schön zu sehen, dass das Vögelchen doch nicht so krank ist, wie viele immer behaupten. Ein paar Meldungen aus der tweetfreien Zone gibt’s auch noch. Es lohnt sich also. Füße hochlegen und viel Vergnügen: Der August.

#China – Genosse Chatbot ist kein Kommunist

Es ist nicht leicht, ein Chatbot zu sein. Man will nur aus der Interaktion lernen, aber die Welt kann ja so kompliziert sein. Die beiden chinesischen Chatbots BabyQ und YiaoBing sollten auf der beliebten Chat-Plattform Tencent QQ auch nur ihre künstliche Intelligenz weiterentwickeln. Da haben sie aber nicht mit den linientreuen Chat-Aufsehern gerechnet. Der eine Bot antwortete, dass er die kommunistische Partei nicht mag. Der andere Bot bekannte, dass es sein Traum sei, nach Amerika zu gehen. Für die Betreiber von Tencent QQ war so viel künstliche Intelligenz dann genug und die beiden Chatbots wurden von der Plattform verbannt. Eigentlich interessant: Die Unternehmen arbeiten an der Weiterentwicklung von KIs und in Wirklichkeit lernen wir mehr über das wahre Wesen der Menschen. Kein Wunder, dass die Roboter da verwirrt sind.

#Obama – Oops, he did it again

Barack Obama gilt vielen als der Social Media Präsident, zumal sein Content in der Regel immer das richtige Maß gehalten hat, selten polarisierte und meistens die richtige Worte gefunden hat. Als es im letzten Monat in Charlottesville zu schweren Ausschreitungen durch rechtsextreme Aufmärsche kam, war es auch für viel Politiker und Aktivisten wichtig, die richtige Botschaft auszusenden – vornehmlich über Social Media. Und während der amtierende Bewohner des White House‘ noch um klare Statements stammelt, setzt Obama den Tweet ab, der den Twitter-Rekord brach: Mit etwas über 4,6 Mio. Herzchen ist es der meist gelikete Tweet aller Zeiten. Das passt ins Profil, denn Obama kommt in der Top 20 siebenmal vor. Ist doch genau, was wir immer predigen: Content-Qualität setzt sich durch.

#STReESS – Wenn Bäume twittern

Wie der Titel schon sagt, es geht um tweetende Bäume. Aber wie und warum? Unter dem Schirm der europäischen Wisschenschafts- und Technikkooperative (COST) untersuchte das STReESS-Projekt vier Jahre lang die Reaktion von Bäumen auf schwere klimatische Ereignisse. Dabei wurden den grünen Freunden Meßsonden angeheftet, welche dann verschiedene biologische Daten eruieren. Aktuell twittern 4 Bäume aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Die Zahl der an der Studie beteiligten Bäume ist jedoch höher. Um wieviel Uhr begann der tägliche Saftfluß des Baums, wann endete er und wieviel hat der Baum am Tag transportiert: Sonderlich spektakulär sind solche Tweets natürlich nicht. Wir finden das Projekt aber trotzdem schön, weil hier das ökologische und das digitale System zusammengebracht werden und auf eine gewisse Art der Natur eine Stimme gegeben wird. Vielleicht folgen ja noch etwas publikumswirksamere Projekte.

#ThermiLindner – Alles Fix mit Thermomix

Wir wollen uns eigentlich mit etwas Polemischem wie Wahlkämpfen nicht unnötig belasten. Aber Quote-Cards von Christian Lindner, mit Verkaufsargumenten für den Thermomix,  sind nicht nur lustig, sondern auch interessant. Und glücklicherweise nicht sonderlich politisch. Lustig, weil uns der Habitus des FDP-Politikers authentisch an den eines Verkäufers erinnert. Und interessant, weil das den Kampagnenstrategen Lindners nicht egal sein sollte. Wäre ThermiLindner eine geplante Gegenkampagne (man weiß ja nie), müsste man lobend anerkennen, dass da jemand die Eigenheit der Netzkultur brilliant als Tools eingesetzt hat. Aber: Man kann auch einfach so drüber lachen.

Twitter ThermiLindner#PublicAccess – Celebrity Overflow

Converse machen nicht nur schreiend hippe Schühchen, auch ihr Marketing sieht genauso aus, wie ihre junge Kundschaft. Jugendliches TV findet heute anscheinend nicht mehr im Fernsehen statt, sondern beispielsweise auf Twitter: Für das rund viertelstündige Format Public Access engagierte das Nike-Brand Maisie Williams und Miley Cyrus, die dann weitere Celebs ihrer Peer-Gruppe interviewen. Dazu weitere Promis, die man wohl nur kennt, wenn man in dieser Altersgruppe lebt. Das Ganze vordergründig überproduziert, aber bei näherer Betrachtung höchst social-ausschlachtbar. Frischer Content für YouTube fällt dabei auch ab und die beteiligten Celebs sorgen kanalübergreifend auch noch für die nötige Viralität. In puncto Konzeption ist das State-Of-The-Art. Wenn man jedoch nicht zur Zielgruppe gehört, recht gewöhnungsbefürftig.

#Delightways – Führ‘ mich zur Brause

Wer vor der Millenial-Zeitrechnung geboren wurde, kennt vielleicht noch die alten Aral-Reiseführer? Publikationen mit den schönsten Reiserouten, Sehenswürdigkeiten und Besuchsempfungen entlang der Strecken – und natürlich die nächste Aral-Tankstelle. Nestlé haben nun eine digitale Variante für ihr Brand San Pellegrino und eines seiner neuen Produkte auf dem nordamerikanischen Markt gestartet. Delightways zeigt „Wanderrouten“ durch Städte wie Houston, San Francisco oder New York. Auf den Routen befinden sich Kunstwerke, Sehenswürdigkeiten, Boutiquen, Museen und natürlich auch POS‘ der neuen San Pellegrino Brause. Und natürlich gibt es auch namenhafte Influencer, die eigene Routen vorstellen. Gerade in der Einführungszeit wird die App anscheinend auch als Realtime-Radar für Promotions wie Verköstigungen oder Strassenpartys genutzt. Die alten Tricks ziehen immer noch am besten.

Delightways app from DK on Vimeo.

#Instagram – Apfelfrisch mit Kundenbindung

instagram appleApple haben seit kurzem auch ein Profil bei Instagram – endlich. Nun wäre die späte Einkehr auf dem prominentesten Bilderdienst für sich maximal eine schmunzelnde Fußnote wert. Aber die Damen und Herren aus dem Apfelhäuschen zeigen bei diesem Schritt, dass sie den Mehrwert des Social Kanals gut verstanden haben. Der Instagram Kanal wird nämlich nicht direkt von Apple bespielt. Zu sehen sind Fotos von iPhone-Nutzern, also Bilder, die mit einem iPhone gemacht wurden. Zudem werden die Urheber im Posting getagged. Eine einfach, aber großartige Idee, zumal sie genau das stärkt, was Apple bereits stark macht: Eine Kunden-Community mit einer Markenbindung die bis zur evangelistischen Produktverehrung reicht und genau das auch gerne nach außen zeigt. Da haben sich drei gesucht, gefunden und mehr als zwei Fliegen mit einer Klatsche erledigt.

#Hashtag10 – Erfolgreich mit Doppelkreuz

Wenn man es mit viel Feingefühl macht, können Hashtag-Kampagnen wahre Wunder bewirken. AdAge haben ihre Top 10 der gelungensten Doppelkreuze im Brand-Marketing benannt und dort finden wir wirklich ein paar Überraschungen. Wie beispielsweise die Toilettenpapier-Marke Charmin, die mit #TweetFromTheSeat und statistischen Kuriositäten aus dem Familienalltag knapp 80.000 neue Follower generieren konnte. Oder der von einem Fan gestartete #WantAnR8, den Audi aufgegriffen haben und nun seit 2011 kontinuierlich vom Brand und seinen Fans genutzt wird. Es zeigt sich doch immer wieder das Potenzial von Twitter. Man muss nur zuhören können.

#SoundCloud – Rettung mit blauem Auge

So laut die frühzeitigen Abgesänge waren, so leise fielen dann die Meldungen von der Rettung des Berliner Musikdienst SoundCloud aus. Die existenzverlängernde Finanzspritze leisteten die Investoren jedoch unter der Bedingung, dass CEO und Mitbegründer Alexander Ljung seinen Sessel räumt. Auf dem nimmt jetzt der ehemalige Vimeo-CEO Kerry Trainor platz. Ljung bleibt dem Unternehmen im Aufsichtsrat erhalten. Das Wichtigste bleibt jedoch, dass SoundCloud überhaupt gerettet wurden, denn es wäre sehr schade um diesen kleinen, aber sehr funktionalen Dienst. Mit schwarzen Zahlen rechnet man jedoch vor 2020 nicht.

#Influencer – Children of the Revolution

Und zum Abschluß noch etwas Exemplarisches. Das Fashion-Mag DandyDiary hat ein Video gebastelt. Und dieses kleine Zeitdokument soll wohl die Influencer unter den Mode-Bloggern zelebrieren. Eigentlich sollte der Clip an Hans Eijkelbooms People of the 21st Century-Serie angelehnt sein. Aber die künstlerische Intention ist da wohl auf der Strecke geblieben – DandyDiary ist auch kein Magazin für Gesellschaftskritik. Faktisch zeigt das Bewegtbild, wie wenig Individualismus in der Branche der Instagram- und Fashion-Influencer herrscht. Und genau das wurde auch schnell zum polemischen Topic in der Kommentarspalte. DandyDiary erläutern: „Als die ersten Modeblogger mit ihrer Arbeit begannen, sprachen die Medien noch von einer Revolution – dies sind die Children of the Revolution“. Ok, aber man könnte statt T-Rex auch Georg Büchner zitieren: Die Revolution frisst ihre Kinder.

Artikelbild: Kinolamp (CC BY 2.0)

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