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Facebook Stories – Nützliches Tool oder Overkill?

Facebook Stories - nützliches Tool oder Overkill?

Die Jünger vom Zuckerberg sind große Snapchat-Fans. So groß, dass sie bereits einige Features der App mit dem Geist nachgebaut haben. Speziell das Story-Format hat mittlerweile als Messenger Day, auf Instagram und nun auch auf Facebook Einzug gehalten. Wie erfolgreich die Einführung von Facebook Stories und damit sinnvoll dieser Schritt war, wird die Zukunft zeigen. Wie nützlich es ist, kann man bereits jetzt diskutieren. Denn neu ist das Feature ja nun nicht.

Der große Plagiator?

2013 startete Snapchat sein Story-Format, mit dem Nutzer Bild- und zehnsekündigen Video-Content – hintereinander geschaltet und mit voreingestellter Vergänglichkeit nach 24 Stunden – anbieten können. 2016 führte Instagram das gleiche Feature als Instagram Stories ein. Auf die omnipräsente Frage nach dem Kopieren von Snapchats Ideen antwortete Instagram CEO Kevin Systrom zur Einführung dem Portal TechCrunch: „Snapchat gebührt alle Ehre!“ Und damit ist auch fast alles zum Plagiatsvorwurf mit Blick auf Facebook Stories gesagt. Snapchat hat die Idee der Storyline mit Expiring Content zwar eingeführt, aber mittlerweile zeichnet sich ab, dass wir es mit einem neuen Format zu tun haben, das weiterentwickelt werden will.

Schneller Reifungsprozess

Instagram Stories kann sechs Monate nach seinem Start als Erfolg gewertet werden. Der Bilderdienst zählt 600 Millionen aktive Nutzer, von denen 150 Millionen Mitglieder Stories nutzen. Und während Snapchat sich noch schwer tut, die Monetarisierung anzuschieben, hat Instagram das erste halbe Jahr genutzt, um aus Stories ein Produkt zu machen, das Nutzern die Funktionalität von Snapchat, Publishern die Option zur Contentverbreitung und -Vermarktung, Businesskunden die Werbemöglichkeit und Statistikern verwertbare Analysedaten bietet. Klingt so, als hätte Herr Zuckerberg da einen erfolgreichen Testballon für das zentrale Netzwerk steigen lassen.

Facebook Stories – Step by Step

Facebook Stories - nützliches Tool oder Overkill?Wer nun vermutet, dass Facebook die Erfahrungen und Erfolge seiner bilderreichen Tochter als Grundstein fürs eigene Produkt nutzen wird, muss vertröstet werden. Das Format Facebook Stories startet nämlich zunächst als rein privates Feature: Stories wird nur den Nutzern gezeigt, mit denen man auch befreundet ist. Nicht mal Follower, also Abonnenten, bekommen die kleinen vergänglichen Storylines angezeigt. Ergo ist das neue Format auch noch nicht für Business-Seiten verfügbar.

Es soll aber trotzdem bereits monetarisiert werden. Facebook bietet Marken die Option werblicher Filter an. Das heißt, Brands bekommen Filter, die sie selbst gestalten und den Nutzern dann innerhalb ihrer neuen Kamera-Features in Stories kostenlos anbieten können. Aktuell kooperiert Facebook dafür vor allem mit Filmproduktionen (Alien: Covenant (s.rechts), Despicable Me 3 (s. Artikelbild), Guardians of the Galaxy Vol. 2, Power Rangers, Smurfs: The Lost Village und Wonder Woman).

Anwendungsoptionen für ein etabliertes Publikum

Business-Anwender müssen also noch warten. Aber es gibt strategische Lösungen: Viele Werbetreibende sind über ihr privates Profil auch mit Kunden und Branchenkollegen verbunden. Und da man seine Stories an ausgesuchte Gruppen richten kann, eröffnet sich hier die Option eines etablierten Zielpublikums. Ein Publikum, das im Idealfall aus Entscheidern und Influencern bestehen kann und das als Ziel von Imagepflege ebenso wichtig ist. Welche Inhalte sich für diese Adressaten anbieten, fällt ins Ressort modernen Content-Marketings. Beispielsweise:

  • Fachinformationen und Expertisen, die dem eigenen Marktwert mehr Profil geben
  • Weiterführenden Content teasern und verlinken
  • Exklusive Angebote für den exklusiven Adressatenkreis (so lange Facebook dies noch nicht als Werbung deklariert und untersagt)
  • Blicke hinter die Kulissen und interessante Momentaufnahmen aus dem Business-Alltag

Spezielles Publikum – spezielle Sender

Diese Einsatzoptionen sind gerade für die vielbeschworenen Influencer nahezu wie gemacht, also für die nominellen Meinungsmacher mit hoher Reichweite und relevanten Multiplikatoren im Freundesnetzwerk. Als Influencer ist man von Natur aus eine werberelevante Referenz und alles, was man macht, kann irgendwie als strategisch interpretiert werden. Theoretisch könnten die Influencer zu einem späteren Zeitpunkt sogar die Tür für Business-Seiten aufstoßen. Von Snapchat und Instagram kennen wir bereits die sogenannte Takeover-Strategie: Marken überlassen namhaften Instagramern, für einen kurzen Zeitraum, ihren Account. Technisch betrachtet ist das natürlich noch nicht möglich, zumal dies ja zwangsläufig auf der Seite des nutznießenden Unternehmens geschehen muss. Aber wenn es an die ersten Testläufe für eine Business-Erweiterung geht, wäre dies ein nicht undenkbares Szenario.

Noch ein Story-Format

Bleibt noch ein Punkt abzuarbeiten: Snapchat haben wir den Siegeszug von Expiring Content, Filtermasken und Storylines zu verdanken. Und lange Zeit waren dies die Kernfeatures, die diese App beliebt machten. Da wir von Instagram bereits einen geschäftstüchtigen Gegenentwurf vorgelegt bekommen haben, brauchen wir wirklich noch eine Version, oder führt das nicht unweigerlich zum Overkill?

Die Antwort darauf lautet: Falsche Frage! Wie bereits erwähnt, handelt es sich um ein Format. Akzeptieren wir also, dass jede Plattform durchaus probieren sollte, seiner Community dieses Feature anzubieten. Der Erfolg wird der Entscheidung recht geben – oder eben auch nicht. Die Frage lautet also nicht, ob es zu viel wird, sondern ob dieses Format zu den Nutzungsgewohnheiten der Facebookgemeinde passt, oder vielleicht doch besser bei reinen Apps wie Snapchat und Instagram beheimatet bleibt.

 

Bildmaterial: Facebook newsroom

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