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Fruchtige Hashtags und schweigende Influencer – Monatsrückblick Juli

Monatsrückblick

Wenn man im Juli in die zweite Reihe der Meldungen schaute, konnte man erfahren, dass man keinem Video-Interview mehr trauen darf, Influencer auf manche Fragen ungern antworten oder Twitter ziemlich „unmenschlich“ ist. Man konnte sogar etwas über die Unvermeidbarkeit der Mediengesellschaft erfahren. Und ein paar spaßige Nachmach-Hypes gab es auch noch. Und wer das alles nicht gesehen hat, ist hier goldrichtig. Denn wir haben genau aufgepasst und alles nochmal aufgeschrieben. Gute Unterhaltung, hier kommt der Monatsrückblick Juli.

#Influencer – Das Schweigen der Daur

Caro Daur auf Instagram

Caro Daur auf Instagram: Nun auch immer öfter mit den Hashtags #advertisement und #anzeige. Screenshot

Hübsche Menschen posten hübsche Fotos in hübschen Klamotten auf Instagram. Dafür gibt es (vermutlich) ein hübsches Sümmchen von den Herstellern der modischen Textilien und stylischen Produkte. Richtig, es geht um Influencer. Caro Daur ist so eine Beeinflusserin, wenn nicht sogar der Superstar unter den deutschsprachigen Instagramstars. Und diese sollte in einem Interview mit dem manager-magazin (hier) etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Nun hat das Interview, nicht ganz unbeabsichtigt, dafür von sich reden gemacht, dass Frau Daur eine Reihe an Fragen nicht beantworten wollte. Fragen zur Käuflichkeit von Image oder Kennzeichnung von gesponsertem Content. Ein klassischer Fall von „Zwangsprovokanter Journalist trifft geschäftsnaive Neuprominente“. Wer hätte gedacht, dass das Stoff für eine merkwürdige Lagerbildung sei: Einerseits das manager-magazin, das Frau Daur offensichtlich als dummes Naivchen mit Reichtum durch Betrug darstellen wollte. Andererseits die Relativierer, darunter selbst die ehrwürdige SZ, welche das Magazin für seine Hochnäßigkeit tadelt und subtil eine „Ja und?“-Botschaft vermittelt. Wir finden, die Kennzeichnungspflicht ist mehr als nur ein „Ja und?“ wert. Aber, dass ein Business-Magazin einen Influencer mit enttarnender Transparenz bloßstellen will, klingt nach Wildern im eigenen Revier. Sehr skuril.

#watermelondress – Kleidsames Obst

Von hübschen Klamotten zu süßen Klamotten. Wenn der Sommer schon nicht so richtig mitspielt, das Internet tut es und schenkt uns den Watermelondress-Trend. Schneiden Sie sich flux die gewünschte Passform und nach dem gelungenen Schnappschuß können Sie das Kunstwerk auch noch essen. Twitter, Instagram und musical.ly werden fünfstellig mit diesen fruchtigen Bildern geflutet. Fehlt nur noch die Sonne.

#GameOfThrones – Die anderen Werte

Man kann die Größe eines Medienereignisses daran messen, wieviele Leute offiziell geschaut haben, wie oft darüber getwittert wurde, wieviel Coverage man bekommt, und so weiter. Es gibt auch andere Werte, die nicht minder aussagekräftig sind, aber eher selten genannt werden. Kostprobe: In den ersten drei Tagen nach der Ausstrahlung wurde der Auftakt der siebten Staffel Game of Thrones über 90 Mio. Mal illegal heruntergeladen – Streams wie Downloads. Und die Serie ist ein kleiner Porno-Stopper: PornHub erklären uns, dass sie an ihrer Traffic-Statistik erkennen können, wann die Serie läuft. Mit bis zu -5 Prozent scheint das bereits auffällig zu sein. Aber das ist noch nichts, verglichen mit dem SuperBowl (bis zu -30 Prozent) oder dem Fußballweltmeisterschaftsfinale (bis zu -60% Prozent). Jetzt könnte man sagen, dass Game of Thrones nicht so interessant wie Fußball und Football sei. Vielleicht findet man aber unter GoT-Fans auch einfach nicht so viele Porno-Bingewatcher wie unter Sport-Fans. Man wird es nie erfahren.

#McLuhan – The Media is the Message

Im Juli ehrte Google den Medienwissenschaftler Marshall McLuhan zu seinem 106. Geburtstag mit einem Doodle. Wichtiger Vordenker. Ihm verdanken wir nicht nur die Betrachtung der Welt als globales Dorf oder die Feststellung, dass die Botschaft nicht so wichtig ist wie die Art ihrer Präsentation. Gerade für Google ist McLuhan auch der Prophet, der das Internet, Big Data und natürlich ihr Metier der Such- und Verfügbarkeit von nahezu allen Informationen vorausgesehen habe. Wenn die wüssten: McLuhan ist in seiner Zeit, die frühen Sechziger- bis Siebzigerjahre, eine massive Stimme gewesen, die auf die gesellschaftlichen Veränderungen durch Medien und speziell die computerisierte Medienwelt aufmerksam machen wollte. Sich damit zu inszenieren, McLuhan als Visionär zu gedenken, ist dabei etwas bittersüß. Denn seine Analysen sind auch aus heutiger Sicht noch zutreffend, weil er Realist war. Denn Idealist war er durchaus nicht: Technologischer Fortschritt war für McLuhan ein Juggernaut, eine unaufhaltsame Kraft, die alles aus dem Weg räumt, was auf seiner Route liegt. Ihm war es wichtiger, den medialen Einfluß zu verstehen, damit er weiß, wie man ihn abstellen kann. Und Google hätte ihm nicht gefallen. Irgendwie ironisch.

“A computer as a research and communication instrument could enhance retrieval, obsolesce mass library organization, retrieve the individuals encyclopedic function and flip into a private line to speedily tailored data of a saleable kind.”

(Marshall McLuhan)

#Lobbyisten – Apple muss tiefer in die Tasche greifen

Wie gut die Kooperation zwischen Industrie und Politik funktioniert, lässt sich auch an den Ausgaben für Interessensvertreter messen. Seit Trump scheint sich da in Washington einiges getan zu haben. Von Apple ist nun bekannt geworden, dass sie ihren Etat für Lobbyisten massiv erhöht haben. Während die Ausgaben unter anderen Präsidenten meist konstant blieben, sind die Aufwendungen bereits im ersten halben Jahr auf neuem Rekordwert: Unter Obama überstiegen die Ausgabe nie die 1,4 Mio. Grenze. Im ersten Halbjahr unter Trump waren es bereits 3,6 Mio. Dollar. Nicht sehr konstruktiv, den Innovations- und Konsummotoren das Leben schwer zu machen.

#DriveByDunkChallenge – Hau rein das Ding

Bisher kannten wir nur Drive-By-Shooting, eine Praxis amerikanischer Gangster, Leute im Vorbeifahren zu erschießen. Weitaus weniger tödlich, aber nicht weniger nervig, ist die Drive-By-Dunk-Challenge. Hängt ein Basketballkorb in einer Garageneinfahrt, halten die Leute an, steigen aus, machen einen Dunk und hauen wieder ab. Selbst Polizisten und NBA-Stars beteiligen sich an dem Trend. Klingt nach einem großen Spaß. Außer für die Leute, auf deren Grundstück so ein Korb gerade steht oder hängt. Die haben nämlich die lustigsten Vögel des Internets im Vorgarten und müssen zuweilen auch Sachbeschädigungen beklagen. Zum Glück hängen in Deutschland nicht so viele Basketballkörbe in Einfahrten. Wir sind sicher, der Trend würde sich hier genauso schnell verbreiten.

#Tiefseekabel – Drei Wochen offline

Wie fragil manchmal die moderne Technik sein kann, zeigte kürzlich ein beschädigtes Tiefseekabel, welches Somalia für drei Wochen offline legte. Durch einen Schiffsunfall sei die Leitung am Meeresgrund beschädigt worden. Da das ganze ostafrikanische Land über nur eine Seeleitung versorgt wird, bedeutete der Vorfall einen Totalausfall für Somalias Internet. Lediglich teure und seltene Satelitenverbindungen konnten hergestellt werden. Pro Tag entstand dadurch ein wirtschaftlicher Schaden von 9 Mio. Euro. Das mag nicht viel klingen, aber googlen sie mal das Bruttosozialprodukt von Somalia. Es zeigt uns aber auch: Selbst Länder der Dritten Welt sind mittlerweile existenziell vom weltweiten Netz abhängig.

#FakeNews – Glauben Sie nichts mehr. Nie wieder!

Drei Wissenschaftler der Universität von Washington haben uns im Juli verdeutlicht, dass wir nichts mehr glauben können. Nicht mal, wenn wir sehen, wie eine Person etwas sagt. In einem Projekt demonstrierten sie, wie man Obama alle möglichen Sätze in den Mund legen könnte und es sieht auch wirklich täuschend echt aus. Alles, was man benötigt, ist eine orginale Audio-Quelle und schon kann man die Puppen – Pardon – Lippen tanzen lassen. Sehr beängstigend. Beruhigend ist allerdings, dass das nur mit hohem technischen Aufwand und Know-How zu bewerkstelligen ist. Aber was heißt das schon.

#Twitter – Das Ende der Sirene

Mit der bisher größten Löschaktion von Spam-Bots, hat Twitter das SIREN-Botnetz lahm gelegt. Die Bots generierten über 8 Mio. Tweets welche Nutzer auf betrügerische Websites, vorwiegend Pornos, lockten. Rund 90.000 Bots wurden bei der Aktion kalt gestellt. Und weil alle Tweets mit ähnlichen Google Short-URLs versendet wurden, ging die Liste der Gelöschten an Google weiter, welche die Kurz-URLs eliminierten. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass Bots mittlerweile mehr Traffic produzieren als Menschen.

Infografik: Bots produzieren mehr Traffic als Menschen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Digitalisierungsindikator 2017

In der Digitalisierung nur Mittelmaß. Quelle: Innovationsindikator

#StandortDeutschland – Digitale Durchschnittlichkeit

Bedenkt man, was aus politischen Kreisen an Entwicklungs- und Förderungsbekundungen schon alles zu hören war, müsste es ja sehr hoffnungsfroh in Deutschland aussehen. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben sich für eine Innovationsstudie zusammengeschlossen und kommen da zu anderen Befunden. Es ist nicht aussichtslos, aber es gibt viel Luft nach oben: Veraltete Infrastrukturen, mäßige Investitionsfreudigkeit der Industrie und halbherzige Digitalisierungsversuche der Politik. An vorhandenen Investionskräften mangelt es nicht wirklich, aber auch die brauchen einen fruchtbaren Nährboden.

#UEBS – Alle gegen alle

Und zum Abschluß noch etwas wirklich Nerdiges. Sie ist eine der häufgsten Fragen von Menschen, die auf Fantasy, Sci-Fi, Games, Comics und Superhelden-Filme stehen: Wer würde in einem Kampf X gegen Y gewinnen? Da gibt es ein Spiel, das eigentlich gar keins ist und diese Frage, zumindest spaßeshalber, beantwortet: 10.000 Ritter gegen 20.000 Kängurus, Jedis gegen Orks, Weihnachtsmänner gegen Ikea-Möbel, Pinguine gegen Cowboys, Jesus gegen Satan, Chuck Norris gegen T-Rex, alles was man sich denken kann und alles recht blutrünstig. Sinn macht das nicht, spannend ist es auch nur marginal, aber für eine kurze Weile kann es einen schon fesseln. Und weil Ultimate Epic Battle Simulator so viele Variationen zulässt, findet man auch tausende Schlachtenvideos auf YouTube. Es ist so schwachsinnig, man kann einfach nicht wegschauen.

 

Artikelbild: tellmeyourgoal (CC0)

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