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Burger-Emojis und Facebook als Lebensretter – Monatsrückblick November

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Diesmal haben wir ihn wieder. Den bunten Strauß mit Themen von Business bis Netzkultur. Und das, obwohl wir ja im November schon mit Weihnachtscontent überversorgt wurden. Von den Herrschern Instagrams, WLAN-Spaßvögeln, skurrilen Twitter-Kampagnen, aufmerksamen KIs und der Frage, wo der Käse im Burger liegt. Ein weitestgehend weihnachtsbefreiter Monatsrückblick – bitte schön, der November.

#Newsfeed – Trennt die Ströme

Wir sollten uns vielleicht darauf einstellen, dass es einen kleinen Paradigmenwechsel für Newsfeeds in Sozialen Netzwerken geben wird. Die letzte Panik-Meldung um sinkende Reichweite behandelte ein „Zero-Reach“-Szenario, welches sich in Sri Lanka, Serbien, Bolivien und drei anderen Ländern abspielte. Was wirklich geschehen ist: Facebook hat mit seinem kürzlich gestarteten Explore-Feed experimentiert, um den Content zu trennen. Die Idee dabei ist, den Nutzern zukünftig zwei Newsfeeds zur Verfügung zu stellen. Einen Feed für Freunde und Gruppen und einen Feed für den Content von Fanpages und Personen des öffentlichen Lebens.

Snapchat hat im November genau diesen Schritt vollzogen. Content von Freunden wird nun links und Content von Publishern rechts der Kamera angezeigt. Wir glauben, dass sich dieser Trend auch in anderen Netzwerken breit machen wird. Das wäre gar nicht mal schlecht: Im Ringen um Sichtbarkeit im gemeinsamen Newsfeed ziehen Brands und Publisher gegen Beiträge von Freunden in der Regel den Kürzeren. Und in der Wahrnehmung vieler Nutzer nervt gesponserter Content zwischen den Beiträgen von Freunden. Wenn nicht-privater Content unter sich ist, gibt es zumindest niemanden mehr auf dem Schlachtfeld, der qua Algorithmus unbesiegbar ist.

#HardQuestions – Mit künstlicher Intelligenz gegen echten Terror

Eine weit verbreitete Meinung lautet, dass Terroristen echte Social Media-Experten seien. Facebook erklären in einem Hard-Questions-Post: 99 Prozent der Beiträge, die als IS– oder Al Qaeda-nah gelten, würden bereits beim Veröffentlichen entfernt werden. 83 Prozent der dann noch verbleibenden Beiträge, verschwänden spätestens eine Stunde nach der Veröffentlichung. Das ist wohl hauptsächlich möglich, weil diese Aufgabe operativ an KI und Automation ausgelagert wurden. Das ist gut zu wissen. Andererseits: Muss Facebook so aktiv werden? Bekannterweise arbeiten IS & Co. eher mit Twitter, YouTube und einigen Nieschendiensten. Und es wäre auch mal interessant zu erfahren, wieviele harmlose Postings dabei als Kollateralschaden mitgerechnet werden müssen. Mit der semantischen Tiefe von künstlichen Intelligenzen ist es ja bekanntermaßen nicht so weit.

#BurgerEmoji – Der Käse kommt nach oben!

Dem dänischen Gründer und Mediananalysten Thomas Baekdal ist etwas unglaubliches aufgefallen. Egal ob Apple, Microsoft, WhatsApp, Samsung oder Facebook, der Käse im Burger-Emoji ist immer oben, auf dem Fleisch-Patty – außer bei Google. Dort fristet das Käse-Leder sein Dasein unter der Bullette. Skandal! Also stieß Baekdal bei Twitter an, wir müssten über die Position des Käses diskutieren. Nach ein paar prominenten Retweets ging der Denkanstoß durch die Decke. Über 25.000 Retweets und über 50.000 Likes verschafften dem Tweet über 8 Mio. Impressions. Und wie das so ist, führte das Netz den Spaß weiter. Baute „falsche“ Burger nach und suchte weitere Emoji-Auffälligkeiten. Die größte Überraschung war jedoch, dass sich dann auch noch Google CEO Sundar Pichai zu Wort meldete: „Wir lassen sofort alles stehen und liegen, und werden das Thema Montag ansprechen.“. Wir bleiben gespannt, ob Google wirklich das Burger-Emoji ändern.

#ACSI – Wer macht User am glücklichsten?

Der American Customer Satisfaction Index (ACSI) ist ein renommierter Wirtschaftsindex. Dieser befragt amerikanische Verbraucher zu ihrer Zufriedenheit mit Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen. Auch Social Media Plattformen und Internet Dienste. Und wer ist da der Sieger? Google+! Sorry? Ja, es sieht so aus, als würden die wenigen aktiven Kunden, die Googles Social Network noch hat, mehr als zufrieden mit dem Dienst sein. Ebenso auf der Siegerseite: Pinterest, Instagram und Twitter. Wikipedia, YouTube, Facebook oder auch LinkedIn gehören überraschend auf die Verliererseite. Offensichtlich wirkt sich die Zufriedenheit nicht zwangsläufig auf die quantitative Nutzung aus.

#Instagram – Eintönige Dreifaltigkeit

Erfolg kann manchmal so abwechslungsarm sein. Raten Sie mal die drei erfolgreichsten Instagram Posts des Jahres. Platz Eins: Beyonces Schwangerschaftsverkündung. Der zweite Platz: Die Geburt von Cristiano Ronaldos Kind. Und auf Drei: Eine Nierenspende von Selena Gomez. Und jetzt raten Sie mal, wer sich die Plätze Vier bis Zehn teilt: Beyonce, Cristiano Ronaldo und Selena Gomez. Trifft sich gut, denn die drei bilden auch die Spitzengruppe der meistgefolgten Profile. Und wem das noch nicht eintönig genug ist: Im Soziotop der anderen Top-Player bei Instagram finden wir auch überwiegend glamouröse Pop-Stars und bekannte Fußballer. Also merke: Seien Sie ein Pop-Star, sportlich und kriegen Sie Kinder oder spenden Sie ein Organ – dann klappt’s auch bei Instagram. Oder nicht?

#Hotspot – Spaßvogel an Bord

Sein Smartphone zum WLAN-Hotspot machen – praktisch. Dem Netzwerk dann einen lustigen Namen geben – warum nicht. Den Hotspot “Bombe an Bord” nennen, wenn man sich an Bord eines Flugzeugs befindet – ganz schlechte Idee. Wegen solch eines Spaßvogels musste kürzlich ein Flug von Nairobi nach Istanbul im Sudan notlanden. Der humorige Namensgeber ist da aber in guter Gesellschaft: Unter den dämlichsten Namen für WLAN-Hotspots finden wir solche Prachtideen wie „Al-Quida Free Terror Network“ oder auch “Samsung Galaxy Note 7”, als sich das Model gerade einen Namen als Brandbeschleuniger machte. Also immer schön vorsichtig, wie humorvoll Sie mit der Namensgebung von Hotspots sein wollen.

#Fundsache – Bewegtbild auf Reisen

Mitte November wurde am Strand der Hallig Süderoog eine Kamera angespült. Aber wem gehört sie? Dank des intakten Speichers konnte man die wichtigsten Eckdaten schon mal rekonstruieren: Am 01. November ist die Kamera seinem Besitzer, einem kleinen Jungen, ins Wasser gefallen. Das ist auf der Kamera sogar dokumentiert. Dann schwamm das Gerät zwei Monate über die Nordsee. Vermutlich an die 800 Kilometer, so die Experten. Dass die Kamera von einem Strand in Yorkshire stammt, konnte man dank einiger Vergleichsbilder und social-medialer Schwarmexpertisen schnell rekonstruieren. Wer der Besitzer ist, allerdings noch nicht. Ende November haben auch englischen Medien begonnen, nach dem Jungen zu suchen. Warten wir es ab – wir gehen von einem zwangsläufigen Happy End aus.

#Facebook – KI als Lebensretter

Das Zuckerberg-Netzwerk arbeitet an einem KI-Detektor, der eruieren soll, ob Nutzer gerade einer akuten Selbstmordgefahr ausgesetzt sind. Die Software nimmt dabei multilateral Signale auf, die Hinweise auf einen suizidalen Akt geben. Dazu gehören sowohl Anzeichen im Posting selbst, als auch in Videos oder Bildern. Außerdem auch Reaktionen von Freunden, beispielsweise Kommentare wie “Geht es dir gut?”. Die KI identifiziert auch gleich Nutzer, die als First Responder dienen könnten. Facebook kontaktiert dann auch lokale Polizeidienststellen, die gegebenenfalls, über Handy-Ortungen, die gefährdeten Nutzer ausfindig machen und eingreifen. Hat in der Vergangenheit bereits Leben gerettet, wird es in Zukunft öfter machen. Thumbs Up!

#KFC – Kräuter und Gewürze

@kfc_twitterDas folgende Beispiel dürfen wir getrost unter Next Level Campaigning abheften: Der Hühnerveredler KFC und seine Kreativagentur Wieden + Kennedy kamen auf die Idee, 6 Männern mit dem Vornamen Herb und den 5 Mitgliedern der Spice Girls auf Twitter zu folgen. Und dann warten, wann jemand merkt, dass KFC 11 Herbs and Spices, also wörtlich übersetzt Kräutern und Gewürzen folgt. Da das Unternehmen sonst niemandem folgte, war die Chance groß, dass die Veränderung einem aufmerksamen Beobachter auffällt. Und es fiel jemandem auf, dem Social Media Manager Mike Edgette von der PR-Agentur TallGrass.

Als Belohnung hat KFC ein Gemälde für den Finder anfertigen lassen. Und was das für ein Werk geworden ist. Das Kunstobjekt hat es auf die Frontpage von Reddit geschafft. Und wie Reddit so ist, wurde natürlich angemerkt, dass das doch etwas merkwürdig sei. Ein Social Media Manager, der auffällig oft über die KFC-Tochter Taco Bell tweetet, deckt den Stunt auf. Und der dementiert nicht nur die Reddit-Mutmaßung, dass er doch Teil einer Inszenierung sei. Er kann sich auch nicht erklären, wie KFC an sein Portrait gekommen ist. Bevor es zu offensichtlich wird: Was soll das eigentlich gebracht haben? Nun, der gute Herr Edgette hat mit seinem „Mir ist da was aufgefallen„-Tweet über 300.000 Retweets und über 700.000 Likes ergattert. Nicht zu vergessen, dass auch noch Folgetweets kamen und der Fall es auf Reddits begehrte Frontpage geschafft hat. Von soviel Earned Media kann sich KFC einiges abschneiden. Die Idee ist nicht schlecht, kann man aber sicher auch pannenfrei machen.

#Spyware – Neugierige Drucker

Mitte November fiel einigen HP-Kunden auf, dass ein Programm namens HP Touchpoint Analytics Client jeden Tag Daten an HP hochlädt und dabei einiges an Rechenleistung in Beschlag nimmt. Den Leidtragenden war auch nicht bewusst, dass sie der Installation dieser gebrandeten Spyware überhaupt zugestimmt hätten. Und obendrein erzählen User, nach der Deinstallation der Software habe es schwerwiegende Probleme mit der Druckkonfiguration gegeben. HP bezog Stellung und erklärte, dass dieses Telemetrie-Programm ein Angebot von HP sei und Daten der Hardware sammle, um noch besseren Support zu liefern. Und das schon seit 2014. Nun sind wir nicht so überrascht, dass Unternehmen Daten sammeln – auch ohne Zustimmung. Aber, dass das seit 2014 niemandem aufgefallen sein soll? Komisch. Wenn Sie auch einen neueren HP-Drucker haben, suchen Sie doch mal nach einer Datei namens TouchpointAnalyticsClient.exe.

#Cinderella – Social Media Märchen

Eine Weihnachtskampagne wollen wir dann aber doch noch nennen. Die britische Kaufhauskette Debenhams hatte die Idee, eine Aschenputtel inspirierte Story zu inszenieren, die im Subtext fragt: Hätte der Prinz sie mit Social Media schneller gefunden? Als Erzähler mit Cameo-Auftritt konnte Ewan McGregor gewonnen werden. Rausgekommen ist ein schöner, runder Feelgood-Clip, der, im Gegensatz zu so vielen anderen rührseeligen Weihnachtskampagnen, keine subtilem Schuldgefühl hinterlässt.

 

Artikelbild: Arctic Warrior (CC0)

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