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10-mal Like, Love und Wow – Social Media 2017

Social Media 2017

Mit unseren Monatsrückblicken versuchen wir immer auch, die kleinen Meldungen zu würdigen, die sonst im Schatten der großen Top-Storys untergehen. Wir werfen noch mal ein Spotlicht auf zehn Meldungen, die uns 2017 gezeigt haben, was Menschen mit Social Media und der modernen Technik so machen. Kein Bling Bling, wenig Prominenz. Es menschelt!

#NationalparkEifel – Karl-Heinz hat sich gemeldet

Postings der Fanpage Nationalpark Eifel bekommen für gewöhnlich maximal ein paar Hundert Likes und werden vielleicht mal 50-fach geteilt. Ganz solide für die FB-Seite eines Naturparks. Dieses Posting hat es auf knapp 10.000 Shares geschafft – mit einer Suchanfrage. Ranger Max hat einen Ehering gefunden, eingravierter Name: Karl-Heinz. Und die FB-Gemeinde fing an, zu teilen und zu suchen. Dabei kamen auch einige Kommentare zusammen, die darauf schließen lassen, dass öfter mal Eheringe im Park Verschütt gehen. Happy End: „Karl-Heinz“ konnte gefunden werden und der Ring ist hoffentlich wieder an dem Finger, wo er hingehört. Ein weiterer erfolgreicher Fall des Fundbüros Facebook.

#BradsWife – Gerechtigkeit für Nanette

Nanette arbeitete elf Jahre bei der Restaurant-Shop-Kette Cracker Barrel. Als sie von heute auf morgen gekündigt wurde, beschwerte sich ihr Ehemann Brad lautstark auf Facebook. Wie Cracker Barrel reagierte, ist sekundär. Entscheidend ist, wie die Facebooker reagierten. Denn während das Unternehmen weiterhin keinen Mucks von sich gab, überschwemmten Nutzer alle Kanäle des Unternehmens mit der aktionistischen Frage, was mit Brads Frau sei – garniert von Hashtags wie #BradsWife, #JusticeForBradsWife, #11years oder #notmycrackerbarrel. Und natürlich gibt es einen Facebook-Account, der sich allein diesem Meme widmet und alles in seinen Kontext zieht.

Auch außerhalb des Netzes findet man die virale Dame auf amerikanischen Leuchtreklamen und Hinweisschildern. Wir wissen nicht, ob Brads Frau wieder in Lohn und Brot steht. Aber wir wissen, dass ihr zahlreiche Jobofferten zugekommen sind. Was wir noch wissen: Cracker Barrel haben dadurch offensichtlich nicht gelitten. Aber mit ihrer Schweigsamkeit hat die Kette sicher Chancen für die Image-Aufwertung ungenutzt gelassen.

#TrollCake – Kuchen für Trolle

Wie heißt die goldene Regel so schön: Don’t feed the troll. Die New Yorker Hobby-Bäckerin Kat Thek macht mit ihrem Business Troll Cakes Bakery & Detective Agency genau das Gegenteil. Sie schickt Trollen Kuchen. Als sie einen respektlosen Kommentar auf der Facebook-Seite der Country-Legende Dolly Parton las, fragte sie sich: „Wer schreibt solche Kommentare?“ Thek nahm dies zum Anlass, die Person ausfindig zu machen und ihr einen Kuchen garniert mit dem trolligen Kommentar in Zuckerguss zu schicken. Sie dachte, das sei die kreativste Art, den Troll seinen eigenen Kommentar essen zu lassen, was auch eine englische Redensart ist.

Mittlerweile brummt ihr Backofen, denn zahlreiche Kunden wollen genau das Gleiche machen. Man schicke ihr die Adresse des Trolls und seinen Kommentar. Für 35 $ bekommt der unflätige Kommentator dann einen entsprechend verzierten Kuchen. Für einen Aufpreis macht sie auch noch die Adresse ausfindig, sollte diese dem Leidtragenden nicht bekannt sein. Die Kuchenlieferung soll besonders lustig sein, wenn der Kuchen an Geschäftsadressen gehe und die Trolle in Erklärungsnöte geraten. Es gibt auch einen „Tiny Hands“-Service. Dafür verziert Thek den Kuchen mit Tweets von Donald Trump und schickt das Backwerk dann ans Weiße Haus. Was dort mit den ganzen Kuchen passiert – wir haben da so eine Ahnung.

#WFP – Technische Pioniere im Armenhaus der Welt

Eine Story aus einer der ärmsten Regionen hat uns 2017 sehr beeindruckt: Während wir in den modernen westlichen Ländern erhebliche Schwierigkeiten haben, Flüchtlinge sicher und zuverlässig zu registrieren, machen ausgerechnet Flüchtlingscamps in Jordanien vor, wie es richtig geht: Seit knapp zwei Jahren arbeitet man dort mit Iris-Scannern, welche für schnelle Registrierungen, sichere Identifikationen und transparente finanzielle Unterstützung sorgen. Und das System funktioniert stabil und zuverlässig. So zuverlässig, dass die Bewohner des Camp Azraq nun auch ihre Einkäufe im Supermarkt des Camps via Iris-Scan bezahlen können.

Durch Blockchain-Technologie wird automatisch eine Transaktion des World-Food-Programms (WFP) eingeleitet, welches den Kontostand prüft und dann die Bezahlung übernimmt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Kosten gesenkt, Bedarfsermittlung optimiert und Registrierungen transparent gemacht. Im Klartext heißt das: Ein Flüchtlingscamp mit prekären Verhältnissen hat erfolgreich die Funktionalität von Kryptowährung und biometrischer Erfassung dokumentiert und damit Probleme gelöst, denen wir im technologisch angeblich überlegenen Europa nur mühsam Herr werden. Daumen hoch!

#Obama – Oops, he did it again

Ok, Nachrichten zu Barack Obama sind keine Randnotizen. Und bei dieser geht es auch noch um einen Social Media-Rekord. Aber gerade im Zeitalter Trump ist es wichtig zu sehen, wie die großen Köpfe der internationalen Politik das Social Web bespielen – und welche Impulse sie damit setzen. Als es im August zu schweren Ausschreitungen durch rechtsextreme Aufmärsche in Charlottesville kam, war es auch für viele Politiker und Aktivisten wichtig, die richtige Botschaft auszusenden – vornehmlich über Social Media. Und während der amtierende Bewohner des White House noch um klare Statements rang, setzte Obama den Tweet ab, der den Twitter-Rekord brach: Mit etwas über 4,6 Mio. Herzchen ist es der meist gelikte Tweet aller Zeiten. Das passt ins Profil, denn Obama kommt in der Top 20 der erfolgreichsten Tweets siebenmal vor. Und man kann schwer bestreiten, dass mit diesem Beitrag auch das wichtigste Statement der gesamten Debatte platziert wurde. Social Media Obama, we miss you.

#Siri – Cleverer Lebensretter

Nein, Siri ist hier nicht der Held, sondern ein Vierjähriger, der den Sprachassistenten richtig nutzte – nachdem er das iPhone überlistete. Die Mutter des kleinen Retters war gestürzt und lag bewusstlos in der Wohnung. Um mit dem iPhone der Mutter Hilfe zu rufen, musste er jedoch zunächst die Touch-ID überwinden. Also legte er einen Daumen der bewusstlosen Mama auf den Scanner und verschaffte sich so Zugang zum Smartphone. Ein Reaktionsverhalten, auf das mancher Erwachsener nicht gekommen wäre. Dank Siri war die Benachrichtigung des Notarztes ein Klacks. Und die Polizei veröffentlichte sogar den Mitschnitt des Notrufs, mit falscher Altersangabe, als lehrreiches Beispiel für andere Eltern, die ihre Kinder für Notfälle schulen sollten.

#sarperduman – Musikalische Streicheleinheiten

Es gibt keinen Newsfeed, in dem er dieses Jahr nicht wieder und wieder vorkam: Sarper Duman. Der türkische Pianist hat mittlerweile neun verletzte Katzen von der Straße gerettet, gesund gepflegt und bei sich aufgenommen. Und als besonderen Bonus spielt er ihnen jeden Abend etwas vor. Die Katzen sind offensichtlich ein dankbares Publikum. Und die Instagram-Videos dieser Streichel-Sessions gehören unbezweifelt zum viralsten Cat-Content des Jahres 2017. Wir können uns Schlimmeres vorstellen. 😉

#TripAdvisor – Schön alle veräppelt

Wenn es das Metier des Prank-Journalisten gäbe, Oobah Butler wäre ein Star. Der junge Londoner schreibt seit einiger Zeit als Gastautor für Vice. Wie wir jetzt wissen, schrieb er auch viele Fake-Rezensionen für Restaurants auf Trip-Advisory. Zehn Pfund gab es für jede erfundene Bewertung. Da dachte er sich eines Tages: Wenn auf Trip-Advisory Fakes über Erfolg und Misserfolg entscheiden können, warum mache ich meine Gartenlaube nicht zur Top-Adresse in London. Kurzum: Hat er gemacht – hat funktioniert. Seine Gartenlaube wurde zum beliebtesten Restaurant Londons auf Trip-Advisory, ohne dass je ein Gast dort gegessen hat. Die ganze Geschichte hat er, natürlich für Vice, aufgeschrieben (>>hier). So sehr wir auch, schadenfreudig, über diesen Coup lachen konnten, so bleibt doch ein ziemliches Geschmäckle.

#Fundsache – Bewegtbild auf Reisen

Mitte November wurde am Strand der Hallig Süderoog eine Kamera angespült. Aber wem gehört sie? Dank des intakten Speichers konnte man die wichtigsten Eckdaten schon mal rekonstruieren: Am 1. November ist die Kamera seinem Besitzer, einem kleinen Jungen, ins Wasser gefallen. Das ist auf der Kamera sogar dokumentiert. Dann schwamm das Gerät zwei Monate über die Nordsee. Vermutlich an die 800 Kilometer, so die Experten. Dass die Kamera von einem Strand in Yorkshire stammt, konnte man dank einiger Vergleichsbilder und social-medialer Schwarm-Expertisen schnell rekonstruieren. Ende November haben auch englischen Medien begonnen, nach dem Jungen zu suchen. Und mittlerweile wurde er auch gefunden. Die Familie hofft nun bald, auf die Hallig fahren zu können, um die Kamera abzuholen und sich für den Aufruf der Norddeutschen zu bedanken.

#ViralVideos – Volle Ladung echtes Leben

Wir haben uns noch umgeschaut, ob man herausbekommen kann, welches Video die viralste Karriere in 2017 gemacht hat. Ziemlich schnell wurde klar, dass dies, durch die Übermenge an hochgepushten, werblichen Bewegtbildern von Stars, Politikern und Influencern, zu unglaublich langweiligen Ergebnissen führen würde. Und dann lief uns diese halbstündige Sammlung an echten viralen Videos über den Weg: Keine Promis, nur echte Menschen mit Wow-, Love– und Haha-Momenten. So kann man sich gut aus 2017 verabschieden.

 

Artikelbild: socialmediakonzepte.de / geralt (CC0)

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